Oberbürgermeister und Kämmerer bitten Ministerpräsidentin Hannelore Kraft um Hilfe

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Unser Kämmerer Willi Loeven (Foto: Stadt Bottrop)

24. April. Stadt Bottrop
“”Weil sie leidenschaftlich für  die Bildung der Großen Koalition geworben hat, appellieren nun viele Oberbürgermeister und Kämmerer an die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihre Kabinettsmitglieder,  sich in Berlin für eine zeitnahe Umsetzung der im Koalitionsvertrag  festgelegten finanziellen Entlastung notleidender Kommunen im Sozialbereich einzusetzen.

Als Sprecher des parteiübergreifenden  Aktionsbündnisses “Raus aus den Schulden / Für die Würde unserer  Städte” von Kommunen vorwiegend aus dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Land erklären die Mülheimer Oberbürgermeisterin Dagmar Mühlenfeld (SPD) und ihr Wuppertaler Kollege Peter Jung (CDU): “Ministerpräsidentin Hannelore Kraft kennt die Situation der Städte und Gemeinden in großer Finanznot sehr genau.  Sie hat ihre Zustimmung zum Koalitionsvertrag ausdrücklich mit den vereinbarten Bundeshilfen an die Städte und Gemeinden begründet. Weil die Legislaturperiode des Deutschen Bundestages 2017 endet, müssen die Vereinbarungen der Großen Koalition auch bis dahin umgesetzt werden.”

Die Position der Stadtoberhäupter ist unmissverständlich: “Für uns vom Aktionsbündnis steht außer Frage, dass die in der Bundeshauptstadt diskutierte Verschiebung von großen Teilen dieser Bundeshilfe auf das Jahr 2018 gerade die strukturschwachen Kommunen – also fast alle in NRW – in weitere Schwierigkeiten bringen wird. Sollte dieses negative Szenario eintreten, werden wir vor Ort unseren Kopf hinhalten müssen und große Probleme haben, dies unseren Bürgern zu erklären. Wir haben sie bereits bis über die Schmerzgrenze durch kommunale Konsolidierungsmaßnahmen belasten müssen.”

Die Kommunalen Spitzenverbände und das Aktionsbündnis pochen darauf, dass  die Bundesmittel zur Eingliederung behinderter Menschen zeitnah und  in voller Höhe bei den Kommunen ankommen. Obwohl keine kommunale, sondern gesamtstaatliche Aufgabe, waren diese Kosten den Städten und Gemeinden vor Jahrzehnten per Bundesgesetz aufgebürdet worden.

Die neuerliche Initiative des Aktionsbündnisses war zunächst fachlich im Arbeitskreis der Kämmerer beraten worden:  “Nach vielen Fachgesprächen, die dort geführt wurden, geht es jetzt um eine politische Entscheidung. Die Kämmerer des Aktionsbündnisses vertrauen darauf, dass Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Innenminister Ralf Jäger und Finanzminister Norbert Walter Borjans, die persönlich in die Koalitionsvereinbarungen eingebunden  waren, auf Bundesebene weiterhin für die Kommunen kämpfen.”

Bottrops Stadtkämmerer Willi Loeven betont: „Wir haben eine  Entlastung bei der Eingliederungshilfe für Behinderte im aktuellen Haushaltssanierungsplan ab 2018 eingerechnet, um weitere Belastungen der Bürgerinnen und Bürger zu vermeiden, denn nur so können wir den im Stärkungspakt verbindlich vereinbarten Haushaltsausgleich in diesem Jahr darstellen.“”

Rund um Jacobi – Geschichten ausse Kolonie

Erste Liebe

Werner und Harald genossen die neue Freiheit, doch die Freiheit hatte ihren Preis: Benzingeld. Anfangs besuchten die beiden Vettern noch verschiedene Tanzlokale und Clubs in der näheren Umgebung. Sie fuhren nach Duisburg, Bottrop und Sterkrade, immer mit dem Gedanken, vielleicht doch einmal die “Liebe ihres Lebens” zu treffen. Seine alten Freunde von einst sah Harald in dieser Zeit kaum.

Als Harald eines Tages mit dem hellgrünen Flitzer in Richtung Gladbeck fuhr, hielt ihn die Polizei auf der Gladbecker Straße in Bottrop an. Er war in die erste Radarfalle seines jungen Fahrerlebens getappt. Und das hatte Folgen: Harald musste eine Geldstrafe zahlen, und das kurz vor dem nächsten Lohntag. Daher wurden geplante Besuche von Tanzlokalen im Osterfelder Umland erst einmal gestrichen.

Vetter Werner wusste Rat, neben dem Jacobi-Kino traf sich neuerdings die Jugendlichen aus der Siedlung. So fuhren sie hin und schauten sich um und flirteten mit den Mädchen, die großen Wert auf ihre hochtoupierten Farah-Diba-Frisuren legten. Eine Musikbox mit den neusten Hits bildete den Mittelpunkt des kleinen Treffpunkts, der bald auch Jugendliche aus anderen Ortsteilen anlocken sollte.
Fast jeden Tag, wenn die Schichten es zuließen, waren Werner und Harald dort anzutreffen.
So gehörten sie nach ein paar Tagen schon zu den Stammgäste des “Lido Blue”. So lernten sie auch Dieter und seinen Freund, den alle Pihlo riefen, kennen. Dieter wohnte in den neuen Häusern an der Hugostraße und er hatte etliche Geschwister. So brachte er ab und zu auch seine jüngste Schwester Christel mit. Werner kannte sie bereits, sie waren sich in der Siedlung schon desöfteren über den Weg gelaufen. (wird fortgesetzt)

Rund um Jacobi – Geschichten ausse Kolonie

Zurück

Harald fand sich schnell in der gewohnten Umgebung zurecht, obwohl sich in der Siedlung seit seinem letzten Kurzbesuch einiges verändert hatte. Die Notunterkünfte für die ersten aus Italien und Jugoslawien stammenden Gastarbeiter waren längst auf der ehemaligen Heide verschwunden.
Die Hugostraße hatte jetzt eine durchgehende Asphaltdecke und mehrere Neubauten waren zwischen Zechenmauer und der Straße entstanden.
Der Pütt brauchte „neues und frisches Menschenmaterial. – die Zahl der Mitarbeiter sollte in den nächsten Jahren mit über 5000 Beschäftigten den Höchstand in der langen Zechengeschichte erreichen.

So richtete sich Harald im Haus seiner Verwandten häuslich ein. Die beiden jungen Bergleute verstanden sich gut und sie unternahmen am Samstag und Sonntag sehr oft etwas zusammen.
Manchmal, wenn Werner Mittagsschicht hatte, holte ihn Harald auf der nahen Zeche ab. Vor allem die leckere Bockwurst, die es hier in dem kleinen Püttkiosk gab, schmeckten den beiden jungen Männern sehr gut.
Tanz, Kino und Musik spielte plötzlich eine große Rolle im Leben der beiden jungen Männer.
Seine alten Freunde von früher, Pidder, Kurt und Fritze, sah er kaum. Sie waren ständig unterwegs: Schule, Freundin, Sport. Für die Auffrischung alter Freundschaften blieb kaum Zeit. Nur einmal traf Harald auf der Teutoburgerstraße in der Nähe der Gaststätte Rupieper seinen seinen langjährigen Kumpel aus der Kolonie, Pidder. Er kam ihm händchenhaltend entgegen. Sie begrüßten sich fast emotionslos, sie waren beinahe Fremde geworden. Pidder stellte die junge Frau, die neben ihm stand, als seine Verlobte vor.
Pidder hatte zwischenzeitlich den nahen Pütt verlassen und verdiente sein Geld als Elektromonteur in der freien Wirtschaft.
„Wir bleiben in Verbindung,“ riefen sie sich noch zu. Dann verloren sich sie aus dem Blickfeld. Doch das Leben in der Siedlung ging weiter. Erst 40 Jahre danach dieser Begegnung gab es ein spontanes Wiedersehenstreffen mit allen Freunden aus der Siedlung. Dabei blieb es dann auch…

Rund um Jacobi – Geschichten ausse Kolonie

Wieder in der Kolonie

Mit quietschenden Reifen hielt der hellgrüne Wagen in der Kolonie. Wtend warf Harald die Fahrertür des PKW zu und ging auf das Haus in der Heinrichstraße zu. Hier wohnten Verwandte aus der Großfamilie seiner vor drei Jahren verstorbenen Großmutter.
Ab und zu besuchte er hier seinen Vetter, der auf Jacobi tätig war, und seine Mutter, die von allen nur „Else“ gerufen wurde. Mit Werner, der früher einmal, als es in der Siedlung noch Schwert- und Säbelkämpfe gab, gehörte damals der Bande der „Vennemänner“ an. Die wurde von Haralds-Jacobi-Band so genannt, weil sie sich immer an der Trinkhalle von Vennemann an der Bottroper Stadtgrenze herumtrieben. Was eigentlich nicht stimmte. Meist waren die Jungen aus diesem Siedlungsteil im Rothebusch oder im Fuhlenbrock unterwegs.
Harald blieb einen Moment auf der Treppe des dunkelroten Backsteinbaues mit dem Emblem der Gutehoffnungshütte an der Stirnseite stehen und schaute sich um.
Gegenüber lag eine Neubausiedlung. An den Bau der Häuser konnte sich Harald, der junge Grubenschlosser aus Herne, noch gut erinnern. Auf der anderen Straße, in der Siedlung, die Jacobi- und Harkotschule. In die Jacobischule gingen die katholischen Kinder, in die Harkotschule die evangelischen.
Mitten auf dem Schulhof gab es zu seiner Zeit noch eine imaginäre Linie, die beide Schulhöfe trennte. In der Anfangsphase der mächtigen Backsteinbaus trennte sogar eine Mauer die beiden Schulhofhälften.
Werner, sein Vetter öffnete erstaunt die Haustüre.
„Вisse mitm Auto dar. Habe dich schon gehört,“ sagte der junge Bergmann und lachte seinen Vetter an. „Кomm rein, Mudder freut sich schon, dich zu sehen, um zu erfahren watt es Neues in Herne und inne Familie gibbt..!“

Harald trat in die ihm von vielen Besuchen vertraute Wohnung. Ihre gemeinsamen Vorfahren hatten das Haus 1913 kurz nach der Fertigstellung bezogen. Seitdem wohnten die Nachfahren der großen Bergmannsfamilie in diesem Siedlungshaus an der Teutoburgerstraße.
Der junge Schlosser begrüßte seine Tante, die auf dem Sofa saß und eine Zigarette rauchte. Sie lachte als sie ihren Neffen sah.
„Was gibt es Neues,“ wollte sie sofort wissen.
Und Harald erzählte von seinen Schwierigkeiten in Herne.
„Du kannst hier wohnen. Wir haben doch Platz genug,“ sagte sie nach einer Weile und ihr Sohn, der der genau so alt wie Harald war, stimmte zu.
„Passt eigentlich alles gut zusammen. Ich arbeite nämlich zurzeit in Gladbeck auf den Möllerschächten. Ist ja auch nicht weit von hier. Wollte mal was anderes machen. Nicht immer nur in Herne bleiben, sondern andere Orte, andere Zechen kennenlernen. Außerdem verdiene ich auch mehr als zu Hause auffem Pütt,“ entgegnete Harald und sah sich in dem Wohnzimmer um, dessen optischer Blickpunkt ein alter, brauner Kachelofen bildete. Seit 50 Jahren diente der Ofen der Familie bereits als Koch- und Wärmestelle. (wird fortgesetzt)

Stadt Bottrop: “Einstieg in die Durchführung der anstehenden Wahlen beginnt”

“”Die Stadt Bottrop öffnet ab Mittwoch, den 23. April, die Briefwahlstellen im Rathaus, 1. Etage – Großer Sitzungssaal, und im Sitzungstrakt der Bezirksverwaltungsstelle in Kirchhellen. Die Briefwahlstellen sind dann montags, dienstags und freitags jeweils von 8.30 bis 17 Uhr, mittwochs von 8.30 bis 13 Uhr und donnerstags von 8.30 bis 18 Uhr durchgängig geöffnet. Als besonderen Bürgerservice wird die Briefwahlstelle im Rathaus an zwei Samstagen geöffnet: am 10. und am 17. Mai jeweils von 8.30 bis 13 Uhr.

In beiden Briefwahlstellen haben die Wahlbürger die Möglichkeit, für die Wahl des Oberbürgermeisters, die Wahl des Rates der Stadt und die Wahl der Vertretung des Stadtbezirkes gleichzeitig mit der Europawahl die Briefwahlunterlagen zu beantragen und gegebenenfalls auch gleich vor Ort zu wählen.

Darüber hinaus haben Wahlberechtigte zur Integrationsratswahl ebenfalls die Möglichkeit, in den oben genannten Briefwahlstellen die Briefwahl zu beantragen.

Alle Wahlberechtigten können nur persönlich die Briefwahl beantragen. Abweichend von dieser Regel ist eine Beantragung der Briefwahl auch für eine andere Person bei Vorlage einer Vollmacht möglich, allerdings nur für maximal vier Personen je Wahl.

Auch bei diesen Wahlen bietet das Wahlamt wieder die Antragstellung online im Internet auf der Homepage der Stadt Bottrop (www.bottrop.de) an. Diese immer beliebter werdende Möglichkeit der Antragstellung ist die schnellste und einfachste Möglichkeit, die Briefwahlunterlagen nach Hause oder an eine andere Anschrift, z. B. die Urlaubsanschrift, zu erhalten.

Die Wahlbenachrichtigungen für die Kommunalwahlen, Europawahl und Integrationsratswahl werden aller Voraussicht nach ab Samstag, den 26. April, an alle Wahlberechtigten verteilt. Wer bis Samstag, den 3. Mai, keine Wahlbenachrichtigung erhalten hat, sollte sich zur Überprüfung der Wahlberechtigung an die Leitung der Briefwahlstelle, Herr Böttcher oder Herr Borowiak, unter Tel.: 70-3918 wenden.””

Männer aussem Revier (34)

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Pater Heinrich Römer (Mitte) während eines Missionsbesuches

 

Missionar bei den Mapuche

1950 kam Heinrich Römer ins chilenische Mapuche-Land und blieb dort bis zu seinem Tod im Jahre 2004. Der Klementiner, der 1928 geboren wurde, stammte aus Herten.

Nach dem Schulbesuch ging Heinrich Römer zunächst einmal auf ein Schiff. Er wollte eigentlich Binnenschiffer werden. Seine Ausbildung genoss der junge Hertener hauptsächlich auf dem Rhein-Herne-Kanal zwischen der Schleuse 7 und dem Duisburger Binnenhafen. Aber der zweite Weltkrieg beendete die Ausbildung vorzeitig, denn Heinrich Römer wurde als 17-Jähriger zum Wehrdienst eingezogen. Aber bereits nach wenigen Wochen landete er in englischer Kriegsgefangenschaft,.

Nach der Entlassung im Jahre 1945 ging der Hertener ans Klementinum in Bad Driburg. Dort kündigte sich fünf Jahre später hoher Besuch an: der deutschstämmige Bischof Guido Beck. Seine Berichte und Filmvorführungen begeisterten anschließend etliche jungen Klementiner. Sie entschlossen sich, dem Bischof ins Mapuche-Land zu folgen. Zu der Reisegruppe, die einige Wochen später nach Chile aufbrach, gehörten unter anderem Heinrich Brandny aus Gelsenkirchen, Friedhelm Senger aus Duisburg und Heinrich Römer aus Herten.

Über Frankfurt, München, Kufstein erreichte die Reisegruppe Genua, wo sie die „Amerigo Vespucci“ bestieg. Die Überfahrt nach Valparadaiso dauerte genau drei Wochen.

Fünf Jahre nach der Ankunft in Chile wurde Heinrich Römer von Bischof Beck in San Jose de Mariqiuna zum Priester geweiht. Das Missionsgebiet von Pater Heinrich Römer lag wie erwartet im Mapuche-Gebiet, das aber nur mit dem Pferd oder Boot zu erreichen war. Anstrengende Jahre lagen nun vor dem jungen Pater, der nun Seelsorger, Organisator, Einkäufer, Finanzminister, Banker, Transporteur und Briefträger in einer Person war. Der zähe Hertener setzte sich durch aber auf Kosten seiner Gesundheit durch und baute eine Mission auf. Hier kam es 1983 zu einer Katastrophe – ein Brand vernichtete fast alle Gebäude. Doch für den Wiederaufbau kam bald Hilfe aus der alten Heimat, aus Herten: Geld und ein Helfer. Willi König, ein Schreiner aus der Revierstadt, kam für ein Jahr nach Chile um beim Wiederaufbau der Mission und der Ausbildung von Jugendlichen zu helfen.

Mittlerweile war es auch nicht mehr ganz zu anstrengend durch das Mapuche-Land zu reisen. So stand Pater Römer zunächst ein Motorrad und danach ein alter Geländewagen für seiner Missionsreisen zur Verfügung. Heinrich Römer beschrieb einmal das Mapuche-Land wie folgt: „Es ist eine Mischung aus der Schweiz, wegen der hohen Berge und Canada, weil es in meinem Missionsgebiet so viele Seen gibt, wie im Ahornblatt-Land. Hinzu kommen noch sehr hohe schneebedeckte, rauchende Vulkane. Für mich ist das Mapuche-Land daher die schönste Region der Erde“.

Während eines Heimaturlaubes im Jahre 1959 erkrankte Pater Heinrich Römer erstmals. 40 Jahre später fesselte ihn erneute eine Krankheit ans Bett, von der er sich aber nie mehr wieder erholte. Schwestern, die ebenfalls auf seiner chilenischen Missionstation lebten, pflegten ihn liebevoll. Heinrich Römer, der in Pucura eine Schule für 140 Kinder und ein Internat für 40 Mapuche-Kinder hinterließ, starb 2004 auf der Station, die er half aufzubauen. Er lebte und arbeitete über 50 Jahre lang nach seinem Primizspruch „Ehre sei Gott in der Höhe, und Friede den Menschen auf Erden“. Die Einheimischen, die Mapuche, was in der Indiosprache „das Volk, dem das Land gehört“, heißt – verehren auch weiterhin ihren Pater, der einst im Sattel eines Pferdes in ihr Bergland kam.

Rund um Jacobi – Geschichten ausse Kolonie

Vortrieb und Hobelstreb

Die Förderleistung auf “Jacobi” war in den letzten Jahren gesunken. Doch die Werksleitung wollte mehr. Neue Strecken wurden daher aufgefahren, um ergiebigere Kohleschichten zu erreichen. Bis Mitte der 1960er-Jahre war daher die Erreichung der Zwei Millionen-Tonnen-Grenze das Ziel des 1913 in Betrieb gegangenen Pütts.

An diesem Morgen stiegen Grubenschlosser Kurt Kutzner vom Korb des Blindschachtes 559. Neben stand Schießmeister Gerd Wiezkowiak.

Wohin“, fragte KK seinen Kumpel.

Nach Hugo, da wird ja eine neue Richtstrecke aufgefahren, da muss ich schießen..Und du ?”

“Wir bauen einen neuen Panzerförderer ein,“ meinte Kutzner und schaute auf das Material, das am Blindschacht stand.

Da haben die Transporteure aber noch viel Arbeit,“ entgegnete Wiezkowiak und setzte sich auf eine Gezähkiste neben dem Anschlag.

Heini Kuczera, der Anschläger schaute den Schießmeister an: „Hasse noch ein bisken Zeit, bis die soweit sind. Die Bohren noch, hab ich gehört. Der Angelo, vonne Transporteure war vorhin hier.“

Glückauf, ich mache, dass ich in den Streb kommen, hab viel Arbeit…“, verabschiedete sich „KK“ und marschierte los, die Werkzeugtasche, die über der rechten Schulter hing, machte bei jedem Schritt ein leises „Klack“, denn im Inneren befanden sich allerlei metallene Werkzeuge.

Nach zehn Minuten hatte Kutzner den Streb erreicht, er zog seine Jacke aus, hängte sie an einem Schießdraht im Stoß auf und schaute in den Streb.

Hier sah er ab und zu einen Lichtschein.

Eine Luftleitung zischte, aus dem Ort hörte er Bohrgeräusche. Der Grubenschlosser warf die Tasche in den Streb, befestigte die Lampe an seinem Helm und kletterte in das Flöz.

Die Kohlenschicht war hier nicht sehr dick, etwa 1,50 Meter, Kutzner musste sich bücken, um sich nicht den Kopf zu stoßen. Nach einigen Minuten hatte er seinen Trupp erreicht.

Glückauf,“ grüßte er die Strebeinrichter, die ihre Tätigkeit nur kurz unterbrachen und eine neue Rinne ansetzten.

Kutzner schaute einen Moment zu, holte die Lederhandschuhe aus der Werkzeugtasche, zog sie an und half mit. Er steckte die Verbindungsschrauben in die Führungen, setzte die Muttern auf und zog sie mit einem Ringschlüssel fest. Rinne für Rinne wurde angesetzt, davor lagen – auf der Alten Mannes-Seite – die Druckzylinder, die wenn, sich der neue Hobel sich in Bewegung setzte, den Förderer samt Hobel immer an den Kohlenstoß drückte.

Hermann Buss tauchte im Streb auf und sah sich um.

Glückauf“, rief er der Kolonne um Kutzner zu. Die erwiderten kurz den Gruß des Elektrikers und ließen ihn im engen Streb vorbei.

Na, bald alles geschafft,“ rief der dunkelhaarige Bergmann dem Schlosser zu. Der nickte nur kurz und zog eine weitere Mutter an der Rinnenverbindung fest.

Bald war die kleine Kolonie wieder alleine im Streb. In vier Wochen sollte hier die ersten Kohlen gefördert werden. Es ging wieder langsam aufwärts mit dem Pütt, die Förderung stieg langsam an.

Am Ruhehorst heimisch geworden

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Im Gespräch: Johannes Hetkämper und Peter Pawliczek (rechts)

 

Stundenlang kann Peter Pawliczek von „seinem“ Wald erzählen. Sein Wald, das ist das Waldpädagogische Zentrum, in Kirchhellen und Umgebung längst als „WPZ“ zu einem Begriff geworden. „Doch ohne engagierte Mitstreiter läuft hier nichts,“ erklärt der vieleitige Kirchhellener Schulleiter, der seit Jahren „Chef“ des WPZ am Ruhehorst ist.

Begonnen hat alles in den 1990er-Jahren. Damals dümpelte das Areal hinterm Forsthaus Specht gelegen, so vor sich hin. Hier sagten sich wirklich Fuchs und Hase „gute Nacht“. Nachdem die Jäger einst hier die Schießstand verließen, Umweltschutzgründe zwangen sie damals dazu, verfielen die Gebäude. Das Gelände war sich selbst überlassen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald entdeckte dieses grüne Kleinod und Heinz Tenhumberg, jahrelang Vorsitzender des hiesigen Kreisverbandes, konnte schließlich viele Naturfreunde um sich scharen, die ihm bei der Verwirklichung eines „Grünen Zentrum“ im Herzen der Stadt zu verwirklichen halfen. Inzwischen ist Heinz Tenhumberg Ehrenvorsitzender des Bottroper SDW, aber sein Rat ist immer noch gefragt.

Zum Team, das sich derzeit liebevoll und mit viel Engagement um das WPZ im Vöingholz kümmert, gehören Eva Linhardt (pädagogische Leiterin), Forstfachmann Markus Herbers, Projektmanager Addi Henkel, Geflügelexperte Johannes Hetkämper, die Imker Franz Beste und Josef Beste und Michael Rubow, der sich um den Kräutergarten der Einrichtung kümmert.

Schwerpunkte des wohl einzigartigen Zentrum sind die alljährlichen Pflanzaktionen für Bottroper Grundschüler und naturkundliche Führungen durch die Anlage mit Imkerhütte, Wildschwein-, Geflügel- und Ziegengehege, Tastpfad und Backhaus.

Viele Seminare und Veranstaltungen finden hier inzwischen regelmäßig statt,“ erläutert Peter Pawliczek. Selbst Kindergärten haben diese „grüne Oase“ im Vöingholz längst entdeckt. Aber auch für Lehrerfortbildungen oder Jungjägerlehrgänge ist das WPZ schon lange eine gute Adresse. Auch die Kirchhellener Waldjugend, die Peter Pawliczek vor einigen Jahren in Kirchhellen ins Leben rief, hat hier im Zentrum schon lange einen Stützpunkt, eine Waldhütte. Die „Kolkraben“, die jungen Kirchhellener Waldläufer, werden aber schon lange nicht mehr von Pawlizcek geleitet. Diese Aufgabe teilen sich Stefan Bahne und Kai Underberg.

Mehrmals im Jahr wird das WPZ zum Anlaufpunkt von Hunderten von Besuchern, dann nämlich, wenn hier das tradtionelle Frühlingsfest, das bekannte Singen im Wald oder der adventliche Trödelmarkt stattfinden. Dann zeigt sich auch, dass an dem Ort, an dem einst Büchsen und Flinten zu Übungszwecken krachten, längst eine „grüne Großfamilie“ ein einzigartiges Zuhause gefunden hat.

 

In Bottrop dauert eben alles etwas länger …

Ich weiß nicht, von welchem unserer vielen Oberbürgermeister der Spruch stammt: “In Bottrop dauert eben alles etwas länger …”

In einigen Teilen der Welt gibt es die Demokratie schon seit Jahrhunderten. Kinos, Theater und Bürgertreffpunkte sind selbst bei den verarmten Brüdern und Schwestern der näheren Umgebung seit Jahren keine bloßen Luftschlösser mehr. In einigen Städten des Ruhrgebiets denkt man seit Monaten daran, ein öffentlichen WLAN einzuführen. Bottrop ist von all dem weit entfernt.

Da wundert es nicht, dass in Bottrop  auch mediale Neuigkeiten Verspätung haben. So erscheint heute, am 15. April 2014, in der örtlichen WAZ ein – interessanter – Bericht über den “Ruhr Maler” Hans Dieter Schnepper http://www.derwesten.de/staedte/bottrop/der-ruhrmaler-aus-bottrop-id9247491.html . Der lebte mal Bottrop, aktuell wohnt er allerdings in Mülheim. Dort ist der Artikel (das “der gebürtige Bottroper” hat man natürlich weggelassen) in der örtlichen WAZ ebenfalls erschienen. http://www.derwesten.de/staedte/muelheim/der-ruhrmaler-aimp-id7638771.html Vor gut einem Jahr, am 22. Februar 2013. Naja, nur ein Jahr später. Gegenüber anderen Dingen – siehe oben – und für Bottroper Verhältnisse ruck, zuck.

Männer aussem Revier (33)

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Meistert das Leben im Rollstuhl

Er schreibt Gedichte, fotografiert gerne und ist ein engagierter Tierschützer: Ludger Wilp aus Grafenwald. Dabei verbringt der 54-Jährige die meiste Zeit des Tages im Rollstuhl, denn der Gärtnermeister leidet seit 1998/99 an Polyneuropathie, einer recht seltenen Muskelschwäche. Nur mühsam kann sich Ludger Wilp daher in der Wohnung oder im großen Garten fortbewegen. Daher steht auch immer ein Rollator im Haus Im Pöttering griff- und einsatzbereit neben ihm.

Frei nach dem Ausspruch von Willy Millowitsch – „Man muss dem Kopf eine Aufgabe geben, damit der Körper nicht auf dumme Gedanken kommt“ – hat der Grafenwälder schon früh den PC und das Internet als „Kommunikations- und „Arbeitsgerät“ für sich entdeckt.

Da ist es nicht verwunderlich, das der gebürtige Sterkrader (Schmachtendorfer) oft Fotos in stundenlanger Arbeit künstlerisch bearbeitet. „Pencilartprint“ nennen Wilp und seine amerikanische Künstlerkollegin Pic Cassy, mit der er schon seit Jahren per Internet kommuniziert und Bilder bearbeitet, die junge Kunstrichtung.

Dabei haben Pic Cassy und Ludger Wilp eine weitere Gemeinsamkeiten – sie lieben das Revier mit all seinen Eigenarten. So hat der Autodidakt Wilp inzwischen auch ein Revier-Buchmanuskript im heimischen PC gespeichert. „Aber auch unzählige Gedichte, die sich mit dem Ruhrgebiet befassen, habe ich bereits geschrieben,“ erzählt der Gärtnermeister, der seit 1967 in Grafenwald lebt, wo seine Eltern eine Gärtnerei betrieben.

Wir züchteten damals hauptsächlich Nelken und Elatior-Begonien für unser Center in Schmachtendorf. Alles lief zunächst recht gut,“ verriet Wilp, der 1985 seine Meisterprüfung ablegte und zehn Jahre später den elterlichen Betrieb übernahm.

Doch dann warf ihn die tückische Krankeit Polyneuropathie zurück, fesselte den Naturliebhaber an den Rollstuhl, er wurde frühzeitig Rentner.

Auch bei einer schweren Krankheit sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken.  Es gibt immer wieder eine Tür, durch die man gehen kann,“ unterstreicht der 53-Jährige, der in den vergangenen Jahren zu einem überzeugten Veganer geworden ist. „Seitdem ich so bewusst lebe, geht es mir auch etwas besser. Nur, man sollte schon recht früh damit beginnen, auf seine Gesundheit zu achten,“ meinte der Vielseitige, der per Internet auch Kontakt zu zwei US-Amerikanern hat, die in Todeszellen sitzen. Soziale Kontakte sind dem Grafenwälder sehr wichtig, dabei ist er aber auf die Hilfe von Freunden und Bekannten angewiesen. 

Manchmal lässt er sich sich durchs Revier fahren, vor allem nach Bochum, Mülheim oder Gelsenkirchen-Bismarck, dort wo im Schatten der ehemaligen Zeche Consol noch Verwandte leben, fotografiert er gerne. Aber wenn es darauf ankommt, dann nimmt der Rollstuhlfahrer auch schon mal an einer Demo teil, vor allem dann, wenn es um den Tierschutz geht.

“Bäume des Jahres” an der Parkstraße – Keine Bäume an der Osterfelder Straße

15. April 2014. Stadt Bottrop
“”Der Baum des Jahres 2014 ist die Traubeneiche. Oberbürgermeister Bernd Tischler hat ein Exemplar des Baums gemeinsam mit dem Bezirksbürgermeister Klaus Kalthoff an der Parkstraße gepflanzt. „Ziel der Ausrufung ist es, auf seltene Baumarten oder Probleme einer Baumart hinzuweisen sowie die Schönheit, den Wert und die positiven Wirkungen von Bäumen bewusster zu machen“, sagte Bernd Tischler. Der erfolg gibt der Kampagne recht. So seien in den vergangenen Jahren seltene Baumarten wie Eibe, Speierling und Schwarzpappel  häufiger gepflanzt worden. Die Bekämpfung von Krankheiten, wie beispielsweise die Miniermotte bei der Rosskastanie, hat zu nachhaltigem Erfolg geführt.

Im vergangenen Jahr wurde der Wildapfel zum Baum des Jahres ernannt. Die seit 1989 laufende Aktion wurde damit zum 25. Mal durchgeführt. Das Jubiläum war zum Anlass, am Kirchschemmsbach eine Reihe mit allen Bäumen des Jahres zu pflanzen. Ähnlich ist der städtische   Fachbereich Umwelt und Grün auch in diesem Jahr vorgegangen. Auf der Suche nach einer geeigneten Fläche für eine Baumgruppe, wurde man neben dem Hallenbad am Sportpark fündig. „Recht zentral und zudem gut wahrnehmbar können wir nun an der Parkstraße im direkten Einzugsbereich unseres Stadtparks die Anpflanzung der Bäume des Jahres vornehmen“, so Oberbürgermeister Bernd Tischler. Mit dem gut zugänglichen Standort, rücke die Artenvielfalt der Bäume stärker ins Bewusstsein der Menschen, so der Oberbürgermeister.”

Männer aussem Revier (32)

bramkamp, helmut 1965

Helmut Bramkamp in den 1950er-Jahren an seinem Essener Arbeitsplatz

Wurzel im Essener Bergbau

 

Heinrich Bramkamp schuftete auf der Zeche Deimelberg in Essen-Steele. Seine Söhne Günter, Kurt und Helmut sollten eigentlich „nich auf Zeche“, sondern andere Berufe erlernen. Aber irgendwie waren die Bramkamps zeitweise den Pütts in Essen und um Essen herum sehr verbunden. Kurt malochte für einige Zeit auf der Zeche Wohlverwahrt und Helmut der 1930 geboren wurde, begann zunächst nach dem Schulbesuch eine Elektriker-Lehre bei Siemens. Als Pimpf erlebte der junge Essener das Kriegsende in der Tscheschlowakei. Und als er bei Siemens seine „erste Schicht verfuhr,“  lag hier alles noch in Trümmer. „Wir mussten die ganzen Werkstätten erst einmal vom Schutt befreien“, erinnert sich der Mann aus Steele. Daher bestanden die ersten Ausbildungsmonate für Helmut Bramkamp und seine Kollegen aus täglich acht Stunden Steine und Mörtel beseitigen. Das Essener Werk  glich damals nämlich einem großen Trümmerberg.

 

Nach Beendigung der Lehrzeit lockte der Bergbau mit seinen Vergünstigungen. Helmut schlug den Rat und die Warnungen seines Vaters in den Wind und legte zunächst auf Joachim, danach auf Katharina an. Acht Jahre lang arbeitete Bramkamp auf den Pütts in seiner Heimatstadt, dann entschloss er sich, die Abendschule zu besuchen. Er wurde Techniker. Bramkamp hatte genug von Kohle und Kumpels und wechselte in den Turbinenbau. Hier war er zunächst Mädchen für alles, und dank seines Fleißes. Könnens und Wissens stieg er schnell in der Hierachie auf. Bald war er ein gefragter Spezialist, der in den Arbeitsfeldern Beratung, Abnahme und Vorträge eingesetzt wurde. In vielen europäischen Ländern und in Deutschland war der Rat des Esseners gefragt. Auch in Peking betreute Techniker Bramkamp für seine Firma einst ein großes Projekt. Ihm gefiel es im Reich der Mitte aber so gut, dass er 1988, als er in den Ruhestand ging, zusammen mit seiner Frau nochmals nach China flog.

 

Computer, Rechner und Fernseher faszinieren den Technikfan seit Jahren. So baute er sich bereits 1965 den ersten elektronischen Rechner und 1980 wagte er sich an den ersten Computer Made by Bramkamp. Damit Helmut Bramkamp auch Programme schreiben konnte, lernte er so nebenbei die Programmiersprache Basic. Reisen, Schreiben und das Herstellen von Metallskulpturen sind die Hobby des agilen Pensionärs, der schon viele Geschichten veröffentlich hat.

Wer ihn in der Essener Siedlung besucht, in der er zusammen mit seiner Frau seit 1954 wohnt, wird sofort erkennen, woran das Herz des ehemaligen Technikers in Wirklichkeit hängt. Mehrere Bergbaumotive zieren nämlich Hauswände und Umfeld.

Als Helmut Bramkamp in die Siedlung „Am Broch“ zog, fand gerade in der Schweiz die Fußball-WM statt. So kaufte sich der damalige Bergmann einen Fernseher, der während der Übertragungen auf der Terasse stand, und als Helmut Rahn, der Essener Jung, die Deutschen damals zum Sieg schoss, lagen sich auf Bramkamps-Terasse rund 50 Freunde und Nachbarn vor Freude in den Armen. 

 

 

 

 

 

Bottroper Kicker (17)

bernd thiele und Dieter Herzog

Dieter “Dia” Herzog (links) trug lange das Trikot des ehemaligen Erstligisten Fortuna Düsseldorf. In seinen Begegnung gegen S04 hatte es der gebürtige Oberhausener, der auch für den VfB kickte, sehr oft mit dem Verteidiger Bernd (“Blut”)Thiele zu tun, der auch verwandtschaftliche Verbindungen nach Bottrop hatte.

 

Dia“ vom Dicken Stein: Dieter Herzog

 

Seinen „Spitznamen“ erhielt Dieter Herzog am „Dicken Stein“, dort wo er von 1954 bis 1965 kickte: Bei der Spielvereinigung 06/07 in Oberhausen-Sterkrade. 1965 wechselte „Dia“, wie der blonde Stürmer auch heute noch von Fans gerufen wird, vom Platz am Dicken Stein an der Dorstener Straße in die Regionaliga West, zum VfB Bottrop ins dortige Jahnstadion. Zur Mannschaft das Schwarzweißen aus der Nachbarstadt gehörte damals auch der spätere Bundesliga-Torhüter Fred Bockholt (Rot-Weiß Essen).

Für den VfB ablsolvierte „Dia“ Herzog innerhalb von zwei Jahren 31 Spiele (6 Tore), stieg mit dem Verein ab und wieder auf, um dann 1967 zum Hamborner SV zu wechseln. Für den Duisburger Traditionsverein schoss der gebürtige Oberhausener danach in 96 Begegnungen 27 Tore.

1970 erfolgte jedoch ein Wechsel zum Regionalligisten in die Landeshauptstadt Düsseldorf. Dort hatte es auch einen Wechsel auf dem Trainerstuhl gegeben. Unter dem neuen Coach Heinz Lucas begann für Dieter Herzog und die Fortuna eine neue Zeitrechnung. Bereits 1971 gelang den Rotweißen bereits der Bundesligaaufstieg. Der quirlige Linksaußen bildete nun zusammen mit Reiner Geye auf der rechten Mittelfeldseite eine starke Flügelzange. Der wendige Ex-Sterkader war aber nicht nur als Torvorbereiter stark, sondern kam auch selbst häufig zum Abschluss: In sechs Fortunenjahren war in 201 Spielen 63mal erfolgreich.

Bundestrainer Helmut Schön wurde nun auf ihn aufmerksam und nominierte den Fortunen Herzog 1974 für die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land. Seinen Einstand feierte der gebürtige Oberhausener bei zwei Freundschaftsspielen im Frühjahr des WM-Jahres 74. „Ohne meine Düsseldorfer Mannschaft wäre ich nie soweit gekommen”, unterstreicht „Dia“ Herzog.

Seine WM-Premiere folgte dann am 26. Juni im ersten Spiel der 2. Finalrunde beim 2:0-Erfolg über Jugoslawien. Dieses Match fand sogar  in seinem “Wohnzimmer” -  im Düsseldorfer Rheinstadion – vor über 67 000 Zuschauern statt.

Den 12. Juni 1976 vergisst Dieter Herzog, der in Düsseldorf immer ein Trkot mit der Nummer 18 trug, nie. In seinem letzten Spiel für die Rotweißen am 33. Spieltag gelang ihm nämlich ein lupenreinen Hattrick. Die Fortuna gewann schließlich im Rheinstadion 5:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern und sicherte sich damit den vorzeitigen Klassenerhalt. Für „Dia“ stand aber schon lange fest: „Ich wechsele zum Zweitligisten Bayer Leverkusen“. Mit dem Werksclub vom Rhein kehrte er Jahre später in die Fußball-Bundesliga und somit auch ins Rheinstadion zurück. Zuvor hatte der 1946 geborene Linksaußen aber sechs aufregende und erfolgreiche Jahre in Landeshauptstadt erlebt. Für Leverkusen absolvierte der fünfmalige Nationalspieler bis zum 12. Mai 1983 193 Spiele, in denen er 26 Tore schoss. Nach seiner aktiven Zeit bei Bayer fungierte „Dia“ Herzog lange Zeit für das Pillenstädter-Team als Kundenbetreuer und Scout.

Der Fußballer aus Sterkrade, der auf eine erfolgreiche Karriere zurückblicken kann, hortet im Keller seinen Hauses zwei Kostbarkeiten: Zwei Trikots. Ein Rotweißes mit der Nummer 18, das er für die Düsseldorfer Fortuna einst trug, und ein weißes Leibchen mit dem Bundesadler. Es ist das1974-Endspiel-Trikot seines Freundes Jürgen Grabowski (Eintracht Frankfurt), mit dem er sich während der Länderspiele von 1972 bis 1974 immer das Zimmer teilte.

Ab 1. Mai: Fahreignungs-Bewertungssystem ersetzt Verkehrszentralregister

14. April 2014. Stadt Bottrop
“”Zum Stichtag 1. Mai startet in Flensburg das neue Fahreignungsregister und löst das bis dahin geltende Verkehrszentralregister ab. Das städtische Straßenverkehrsamt erklärt nachfolgend, wie die neue Datei geführt wird und welche Regeln künftig gelten.

Oberstes Ziel der Umstellung ist es, die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Das neue System soll dabei einfacher, gerechter und transparenter werden. Deshalb ändern sich sowohl die Berechnung der Punktestände samt Tilgungsfristen als auch die Punktebewertung der einzelnen Verstöße. Gibt es derzeit noch sieben Kategorien der Punktebewertung, so wird es zukünftig nur noch drei Kategorien geben. Unterteilt werden diese in schwere und besonders schwere Verstöße mit einer Bewertung von einem und zwei Punkten. Straftaten, die direkt zur Entziehung der Fahrerlaubnis führen, werden mit drei Punkten bewertet. Eine Eintragung von Punkten erfolgt ab einem Bußgeld von 60 Euro.

Sind acht Punkte (bisher 18 Punkte) erreicht, so wird die Fahrerlaubnis entzogen. Diese kann danach frühestens nach einer Sperre von sechs Monaten und Beibringung eines positiven medizinisch-psychologischen Gutachtens neu erteilt werden.

Neu sind auch die einzelnen Maßnahmenstufen. Bei einem Punktestand von einem bis drei Punkte erfolgt eine Vormerkung beim Kraftfahrt-Bundesamt (KBA). Wer vier bis fünf Punkte erreicht, erhält eine schriftliche Ermahnung. Durch freiwillige Teilnahme an einem Fahreignungsseminar kann ein Punkt abgebaut werden. Werden sechs bis sieben Punkte erreicht, erfolgt eine schriftliche Verwarnung. Auch hier kann ein freiwilliges Fahreignungsseminar besucht werden, jedoch ohne Punkteabzug. Das Erreichen von acht Punkten führt zwingend zur Entziehung der Fahrerlaubnis. Die bisherigen Aufbauseminare und verkehrspsychologischen Beratungen bleiben nur noch im Rahmen der Fahrerlaubnis auf Probe bestehen.

Fahrerlaubnisinhaber, die heute mit Punkten im Verkehrszentralregister erfasst sind und bereits eine schriftliche Verwarnung oder Anordnung zur Teilnahme an einem Aufbauseminar erhalten haben, werden ab dem 1. Mai nicht zusätzlich informiert. Ihre Punktestände werden automatisch beim KBA umgerechnet. Erst bei erneuten Auffälligkeiten im Straßenverkehr, die zu Eintragungen von Punkten sowie zum Erreichen einer der neuen Maßnahmenstufen führen, erfolgt eine schriftliche Mitteilung.

Eine generelle Löschung der bisher eingetragenen Punkte erfolgt nicht. Wer seinen aktuellen Punktestand erfahren möchte, kann auf der Internetseite des KBA den erforderlichen Vordruck ausfüllen. Mit diesem kann eine Anfrage gestartet werden. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter “www.kba.de”.

Ferner steht die Führerscheinstelle des städtischen Straßenverkehrsamtes unter den Rufnummern 70–4121, 70-4122, 70–4124 und 70-41 34 als Ansprechpartner zur Verfügung.””

Fundstücke

MdB Grasedieck am schacht

Bundestagswahlkampf am Schacht: Dieter Grasedieck (2.v.l.) besuchte in den 1990er- Jahren während eines Wahlkampfes auch den Schacht 4 in Grafenwald. Von 1994 bis 2009 gehörte der Genosse aus der Boy dem Bundestagtag an.

Männer aussem Revier (31)

frank baier

Poet und Barde aus dem Revier

 

Das Revier hat ihn geprägt, doch verbogen hat es ihn nie. Im Gegenteil, Frank Baier, der Revierbarde, der Revierpoet, drückt der Region seit fast 50 Jahren mit seinen Liedern und Texten seinen Stempel auf.

Dabei begann alles ganz normal im Revier: Aufgewachsen nach eigenen Angaben zwischen  zwischen Püttrologen und Kruppianern, bleibt dem 1943 zufällig in Braunschweig geborenen Schüler Frank Baier nicht anderes übrig, als den Spuren seiner Vorfahren zu folgen. Und die malochten für Krupp. Frank Baiers Großvater und sein Vater waren alte Kruppianer, da wurde der Junge ohne zu fragen, ebenfalls in die große Werksfamilie aufgenommen. So begann Frank Baier 1960 eine Ausbildung zum Werkstoffprüfer in einer Kruppschen Gießerei. Später folgte noch ein Studium der Verfahrenstechnik. Aber der junge Mann aus Essen-Frohnhausen merkte – das ist eigentlich nicht meine Welt. Da half die Musik weiter.

Zunächst tummelte sich der Essener mit seiner Ukulele in der heimischen Skiffle-Szene, es folgten eigene Texte und Lieder. Bei einem Festival auf Burg Waldeck stellt sich Frank Baier 1966 erstmals einem größeren Publikum und seine Songs kommen an. Anschließend produziert er seine erste Langspielplatte und tourt mit verschiedenen Gruppen durch das „Kohlengräberland“.

 

1976 startete Frank Baier dann als Solist. Er singt Lieder aus dem Ruhrgebiet, die Texte stammen von Heinrich Kämpchen, Liselotte Rauner, Ernst Hugo Käufer und Richard Limpert. Drei Jahre später beteiligt sich der engagierte Liedermacher und Autor  am Kampf um den Erhalt der Rheinpreußen-Siedlung in Duisburg. Und er wagt den Absprung, er zieht von Essen in die einst bedrohte Bergarbeitersiedlung, wo er auch heute noch lebt und arbeitet. Es folgt eine Konzertreise nach Madagaskar und als er zurückkommt baut sich der bekannte Ruhrgebietsbarde ein Instrument: Eine Harfe.

Mittlerweile ist Baier im Revier so bekannt, dass er 2003 zum „Bürger des Ruhrgebietes“ vorgeschlagen wird. Leider  unterlieg er nur knapp einem anderen „Revierpromi“, dem damaligen Schalke-Manager Rudi Assauer. Baier nimmt´s  mit dem typischen Ruhrgebietshumor und bereitet weitere Auftritte vor, die ihn 2006 an historische Ort der Märzkämpfe von 1920 führen. Er singt unter anderem vor dem alten Rathaus in Hamborn, auf der Zeche Radbrod in Hamm und vor dem Magazin der ehemaligen Zeche Lothringen in Bochum.

Für seine Arbeiten wurde der unermüdliche Frank Baier im Laufe seiner künstlerischen Lebens schon mehrfach geehrt. So widmet sich der Hamborner seit Jahren unter anderem unermüdlich dem Erhalt von historischen und zeitgenössischen Liedern aus dem „Kohlengräberland“. Und weil sich der Poet und Barde des Revier als Mittler zwischen den Kulturen und Generationen zieht, nahm er sogar einen Rapp auf. Hier stand er zusammen mit der Wittener Gruppe „Sons of Gastarbeita“ im Studio und auf der Bühne. Weitere Baier-Überraschungen sind nicht ausgeschlossen und daher zu erwarten.

 

 

Bottroper Kicker (16)

piero Lussu 1

Piero Lussu (rechts) absolvierte einst 68 Zweitligaspiele für Wattenscheid und Oberhausen

Spiele in der zweiten Liga: Piero Lussu

Piero Lussu hat viele Freunde, aber einer ist dem gebürtigen Italiener besonders wichtig: Hans-Günter Bruns, der ehemaligen Bundesligakicker (S04/Mönchengladbach). Der 1950 geborene Lussu und der drei Jahre jüngere Bruns können auch auf einige gemeinsame Fußballjahre zurückblicken. In der Saison 1976/77 kickten sie zusammen für Zweitligisten SG Wattenscheid 09. Als Piero Lussu, der mit seiner Familie seit vielen Jahren in Bottrop lebt, von 1981 bis 1985 das Oberligateam von Adler Osterfeld angehörte, sammelte hier Ex-Nationalspieler Hans-Günter Bruns nach der Beendigung der Profi-Karriere erste Trainer-Erfahrungen. Der blonde Mülheimer coachte zwischenzeitlich auch das Team des Wuppertaler SV, trotzdem kreuzten sich die Wege der beiden Kicker noch sehr oft.

Piero Lussu: „Es gibt Spiele, die man nicht vergisst.“ Er kramte daher in fußballerischen Nostalgiekiste. Und er ist fündig geworden. Von den großen Spielen im Jahre 1984 der VfB-Landesligamannschaft gegen die Bundesligisten Hamburger SV als Europacupsieger, Borussia Mönchengladbach und FC Schalke 04 schwärmt der heutige VfB-Oldie noch heute. Harald Beughold, zu der damaligen Zeit Geschäftsführer im VfB-Vorstand, verfügt noch über Original-Spielberichte der Begegnungen gegen den Hamburger SV und FC Schalke 04 sowie über den Vertrag für das Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Mit Jürgen Sekula, Piero Lussu und Friedel Schloms waren damals auch drei VfB-Spieler dabei, die heute noch bei den Alten Herren kicken. Unvergessen für viele Fans das Spiel gegen den Hamburger SV am 4. März 1984, als Günter Netzer als Manager mit dem HSV ins Jahnstadion kam, HSV-Trainer Ernst Happel grantelte, anschleßend jegliche Kommentare verweigerte, und HSV-Kapitän Felix Magath mit dem damaligen VfB-Spielführer Piero Lussu die Wimpel tauschte. Über 5000 Zuschauer waren gekommen. Beim Hamburger SV kamen bis auf Horst Hrubesch fast alle Stars zum Einsatz.
Die Hanseaten spielten damals mit Stein, Kaltz, Wehmeyer, Schröder, Jakobs, Hansen, Hieronymus, Rolff, Brefort, Wuttke, Groh, Hartwig, Milewski, Magath, Schatzschneider und van Heesen. Für den VfB liefen Verwaayen, Neumann, Kania, Schoffer, Zantop, Faßbender, Hesterkamp, Wittebrock, Sekula, Gralik, Mandrisch, Stabla, Schloms, Lussu, Leopold und Hauner auf.
Lussu, der 68 Zweitligaspiele für Rot-Weiß Oberhausen und Wattenscheid 09 absolvierte, und seit fast 30 Jahren als Trainer bei Reviervereinen tätig ist, erinnert sich. „Der HSV war damals Europacupsieger, wir haben uns bei der 0:3-Niederlage wacker geschlagen”.
50 000 Mark Garantiesumme erhielten die Hamburger. „Auch für den VfB ist noch etwas übrig geblieben”, so weiß Lussu. Der damalige Stadt-Sportbund-Vorsitzende Wolfhard Brüggemann war bei der Geldübergabe an den HSV dabei. “Als Hauptkassierer der Volksbank habe ich die Scheine aus unserem Tresor geholt. Manager Günter Netzer bekam einen Beutel mit 50 Tausendmarkscheinen überreicht”, erinnert sich Brüggemann. Auf die Frage, ob er nicht nachzählen wolle, habe Netzer abgewinkt.
“Unter Bankleuten herrscht Vertrauen, ich habe selbst einmal bei einer Bank gearbeitet”, meinte der frühere Nationalspieler. Etwas günstiger war das Gastspiel von Borussia Mönchengladbach am 23. April 1984. 27 500 Mark hatten damals der VfB und Gladbachs Manager Helmut Grasshoff vereinbart. Auch hier bot der VfB vor rund 5000 Zuschauern im Jahnstadion eine gute Partie trotz einer knappen 2:3-Niederlage. Wittebrock und Gralik trafen für den VfB. Frank Mill, Kurt Pinkall und Lothar Matthäus waren die Gladbacher Torschützen. MG-Coach Jupp Heynckes lobte anschließend die Leistung des heimischen Landesligisten.
Es sind Geschichten, an die sich Piero Lussu, der Bottroper, der immer noch gerne das schwarzweiße VfB-Trikot überstreift, gerne im Kreis von Freunden und Bekannten erinnert und sich darüber mit „seinem Spezi“ aus alten Fußballtagen, Hans-Günther Bruns, gerne unterhält.

Grundschule Vonderort: “Keith Harding- Kunstausstellung”

“Keith Haring- Kunstausstellung”
von Schülerin der Grundschule Vonderort des Klasse 4b
10. April 2014
Um 14:30 – 16:00 Uhr
Grundschule Vonderort, Raum 12

Programm:
Eröffnung der Ausstellung mit einer Whiteboard
Präsentation über den Künstler “Keith Haring”
Führungen durch die Kunstausstellung
Möglichkeit zum Bilderkauf

 

Fotos: Sahin Aydin

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“Die Verfassungsschüler”

“… Auf den Stimmzetteln aller  27 Kommunalwahlbezirken stehen SPD, CDU, ÖDP, Grüne, DKP, FDP, Die Linke und Piraten zur Wahl. Die Alternative für Deutschland (AfD) tritt in elf und die Wählergemeinschaft Die Verfassungsschüler (VS) in 13 Kommunalwahlbezirken an.”

“”Einladung zur Gründungsversammlung
„Die Verfassungsschüler“
Hallo liebe Freunde,

wie in den vergangenen Wochen mehrfach besprochen, wollen wir uns am 02.04.2014 in der Gladbecker Straße 68, Bottrop
treffen, um die unabhängige Wählergemeinschaft
„Die Verfassungsschüler“ zu gründen.

Zu diesem Zweck treffen wir uns im Cafe Laviva, Anschrift s.o., ab 18:00 Uhr.
Damit über die Satzung in der Gründungsversammlung abschließend entschieden werden kann, ist dieser Einladung ein Satzungsmuster beigefügt.
Als Tagesordnung für die Gründungsversammlung ist nachfolgender Ablauf vorgesehen:

1. Begrüßung der Anwesenden und Feststellung der Anzahl der stimmberechtigten Teilnehmer
2. Bestellung eines Protokollführers für die Gründungsversammlung
3. Genehmigung der Tagesordnung
4. Aussprache über die Gründung der unabhängigen Wählergemeinschaft
„Die Verfassungsschüler“
5. Beschlussfassung über die Gründung der unabhängigen Wählergemeinschaft „Die Verfassungs-schüler“
6. Beschlussfassung über die Vereinssatzung
7. Wahl des Vorstandsvorsitzenden
8. Wahl der übrigen Vorstandsmitglieder
9. Wahl der Kassenprüfer
10. Verschiedenes

Sollte ich von Euch keine Änderungs- bzw. Ergänzungswünsche erhalten, gehe ich davon aus, dass Ihr mit dieser Tagesordnung einverstanden seid.
Aus zeitlichen Gründen ist es zwingend erforderlich, direkt im Anschluss an die Gründungsversammlung die erste Mitgliederversammlung durchzuführen. Auch zu dieser lade ich Euch hiermit herzlich ein. In der Mitgliederversammlung wird die Liste aufgestellt, mit der wir uns als unabhängige Wählergemein-schaft zur Wahl stellen werden.
Diese Einladung ist nicht nur für Euch persönlich gedacht. Bitte gebt sie auch weiter an Freunde, Ver-wandte und Bekannte, die Interesse haben, sich auf der Grundlage einer unabhängigen Organisation in Bottrop für Bottrop einzusetzen.

Mit freundlichen Grüßen

Hüdaverdi Güngör””
Quelle:  http://www.actioner.de/veranstaltungen-archiv/528618/grundungsversammlung-die-verfassungsschuler

ÖDP: “Mit vielen neuen Gesichtern für die Bezirksvertretungen”

10. April 2014. ÖDP Bottrop

“”Die Mitglieder der ÖDP haben auf ihrer Wahlversammlung neue Gesichter auf die vorderen Plätze der Listen für die Bezirksvertreterwahl gesetzt.

Markus Stamm (43, Informatiker) ist als Spitzenkandidat für die Bezirksvertretung Mitte bereits seit zwei Jahren Bezirksvertreter; mit Sebastian Stöber (45, Apotheker) auf dem zweiten und dem ehemaligen BDKJ-Stadtvorsitzenden Jan Traeder (28, Jugendhilfeplaner) auf dem dritten Listenplatz sind zwei gremienerfahrene Quereinsteiger dabei.

Für die Bezirksvertretung Süd wird erstmalig Ramazan Korkmaz (39, Busfahrer) antreten, der bereits erste Politikerfahrungen als Mitglied des Integrationsrats sammeln konnte. Das Spitzentrio wird komplettiert mit Mona Dominas (29, Kommunikationsassistentin) und Reinhard Glowka (60, Industriekaufmann).

In Kirchhellen wird Volker Fockenberg (49, Dipl. Geograph) die ÖDP-Liste anführen, gefolgt von Dr. Jürgen Lapsien (56, Oralchirug) und Lisa Promino (22, Studentin).

Die ÖDP ist seit 1999 in jeder Bezirksvertretung mit je einem Mandatsträger vertreten. „Die Bezirksvertretungen sind die bürgernahsten Ansprechstellen, die wir haben. Hier geht es konkret um die kleinen Probleme in den Stadtteilen. Die ÖDP will die Bezirksvertretungen daher stärken und auch personell stark besetzen“ so der aktuelle Bezirksvertreter Markus Stamm.””

Sieben auf einen Streich

10. April 2014. Stadt Bottrop
“”Neun Parteien und eine Wählergemeinschaft wollen dem künftigen Rat angehören. Für das Amt des Oberbürgermeisters  stellen sich sieben Kandidaten zur Wahl.  Dies hat der Kommunalwahlausschuss am Donnerstag, 10. April,  bei der Entscheidung über die Zulassung der eingereichten Wahlvorschläge beschlossen.

Neben dem Amtsinhalter Bernd Tischler (SPD) treten zur Wahl des Oberbürgermeisters Michael Pricking (CDU), Johannes Bombeck (ÖDP), Andrea Swoboda (Grüne), Michael Gerber (DKP), Günter Blocks (Die Linke) und Nils Feldeisen (Piraten) an. Erhält keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang am 25. Mai mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen, kommt es zur Stichwahl. Die Entscheidung fällt dann am Sonntag, 15. Juni, zwischen den beiden Bewerbern mit den höchsten Stimmenanteilen.

Auf den Stimmzetteln aller  27 Kommunalwahlbezirken stehen SPD, CDU, ÖDP, Grüne, DKP, FDP, Die Linke und Piraten zur Wahl. Die Alternative für Deutschland (AfD) tritt in elf und die Wählergemeinschaft Die Verfassungsschüler (VS) in 13 Kommunalwahlbezirken an.

Für die Wahl der Vertretungen der Stadtbezirke treten in allen Stadtbezirken (Bottrop-Mitte,  -Süd und -Kirchhellen) die SPD, CDU, Grüne, DKP, ÖDP, FDP, Die Linke und Piraten an. Die AfD kandidiert nur im Stadtbezirk Bottrop-Mitte.

Für die Integrationsratswahl wurden insgesamt sechs Parteien und Wählergemeinschaften zugelassen. Neben den Parteilisten der SPD und DIE LINKE sind es die Listenverbindungen Einheit-Birlik, Defne, Migranten und Özbirlik.””

Männer aussem Revier (30)

22 - Werner Jelinek 1

Künstler und Pädagoge

 

Der in Wanne-Eickel geborene Künstler und Pädagoge Werner Jelinek ist längst ein Kirchhellener geworden. In den 1960er.Jahren verschlug es den 1937 geborenen Maler ins „Dorf“. In seinen Arbeiten setzt sich der engagierte Künstler meist mit Gegenwartsthemen auseinander.

Aber vor Jahren befasste er sich in einem Zyklus mit dem „Phänomen Stonehenge“, der englischen Kultstätte der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit. Im Gegensatz dazu standen aber auch Еmscherbilder, die die harte Realität der Abwasserbeseitigung zum Thema hatten. Schon seit 1965 gehört Jelinek dem Ruhrländischen Künstlerbund Essen und der Arbeitsgemeinschaft Oberhausener Künstler an.

Als Gymnasiallehrer war Werner Jelinek nach dem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf und an der Universität Köln bis 1999 als Pädagoge in Moers, Oberhausen und Mülheim tätig. 1979 gehörte er in der neuen Stadt Bottrop zu den Gründungsmitgliedern des Künstlerbundes.

Die Arbeiten von Werner Jelinek sind seit 1965 bei Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im In- und Ausland zu sehen. In Kirchhellen beteiligte sich Werner Jelinek 1991 unter anderem an der Aktion „КunstRaumKirche“ und an „Holzweg von Ekel bis Ebel“. Daneben präsentierte er seine vielfältigen Werke in mehrere Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen im Kirchhellener Kulturzentrum Hof Jünger. Besonders mit der Emscher, dem Abwasserkanal des Reviers, befasste sich der Kirchhellener im Laufe seines künstlerischen Lebens jedoch mehrfach, vermutlich weil er einst am Ufer dieses „Flusses“, der demnächst wieder nur klares Wasser führen soll, geboren wurde. 

 

Männer aussem Revier (29)

D Hermann schypulla2

Vielseitiger Burgführer 

Entspannt, mit einer Zigarette in der Hand, blickt Hermann Schypulla aus dem Fenster der rund 35 Quadratmeter großen, rustikalen Werkstatt. Dicke Backsteinmauern schlucken jedes Außengeräusch, denn der gebürtige Bottroper geht einem außergewöhnlichen Hobby, an einem besonderen Ort nach. In der ehemaligen Wachstube der Burg Vondern, in der Nähe der stark befahrenen Autobahn 42, restauriert der 59-Jährige alte Schätze wie Truhen oder Engel.

Der Vermessungstechniker ist auf der historischen Anlage in dem Oberhausener Vorort  zugleich „Mädchen für alles“. Er fungiert als Ausgräber, Restaurator, Burgführer oder Event-Manager. Hermann Schypulla gehört nämlich seit vielen Jahren dem Förderkreis der Burg, die zwischen der A 42 und dem riesigen Osterfelder Verschiebebahnhof liegt, an.

In der früheren Wachstube, der sogenannten Vorburg, standen vor Jahren einmal Kühe und Schweine. Als hier Schypulla seine Werkstatt einrichten wollte, gab es für den begeisterten Hobbyarchäologen viel Arbeit. Mit einigen echten, alten Ziegeln, die irgendwie beim Abbruch von nicht verwendbaren Teilen der Burg im Tal der Emscher anfielen, gab er so dem Raum fast sein altes Aussehen mit Kamin und einem derben Steinboden zurück. Oberhalb der Werkstatt hat der Förderverein, der 1982 gegründet wurde, ebenfalls mehrere kleinere Räume restauriert. Hier gibt es inzwischen Ausstellungen zur langen Burggeschichte.

An der Aufarbeitung der Burggeschichte und der Restaurierung der Anlage in Vonderort, die aus einer sogenannten „Motte“ (Kleine Wehranlage) hervorging, haben neben Hermann Schypulla auch die Bottroper Dieter Kusenberg und Hans Rebel wesentlichen Anteil.

In der langen Geschichte gab es viele Besitzer, bis zuletzt in den 1980er-Jahren das gesamte Anwesen als landwirtschaftlicher Betrieb zweckentfremdet wurde. Dann tauchten andere Pläne auf: Verlängerung der Autobahn A31 mit Anschluss an die A 42. Und die Burg sollte Ratsstätte werden. Doch man wehrte sich und auch die Kosten für die Verlängerung der Autobahn wurden auf einmal zu hoch. Nun gab es eine weiter Hiobsbotschaft: Abriss des historischen Anwesens. Nun kümmerten sich plötzlich einige Bürger, die im „Schatten“ der Burg lebten, mit viel Elan, Ergeiz und Energie im den Backsteinbau.1985/85 erfolgte der erste Ausbau. Zeitweise waren hier sogar 40 Arbeitbeschaffungsmaßnahmenkräfte unter der Leitung von Denkmalschützern tätig.

In mehreren Schritten und mit finanzieller Hilfe der Stadt, des Landes und des Bundes konnte die Anlage schließlich erhalten und umgestaltet werden. Die einstige Remise der Burg ist längst verschwunden. Hier gibt es inzwischen ein modernes Tagungs-und Veranstaltungsszentrum, in dem 80 Personen Platz finden. Schypulla ist sich der gemeinsamen (Stadt)Geschichte bewusst, denn einst war die Burg auch Sitz von Rentmeister Josef Ernst, der von hier aus die kommunalen Geschicke Osterfelds und Bottrops lenkte.

Männer aussem Revier

jendral, egon

Begegnung auf dem beschwerlichen Weg nach Bagdad: Egon Jendral aus Kirchhellen im Gespräch mit einem türkischen Dorfpolizisten

 

Rund um das Mittelmeer

Nach einem erfrischenden Tee setzte der Abenteurer seine Fahrt fort und hatte endlich wieder Asphalt unter den Rädern. Endlich war das Ziel Bagdad erreicht. Hier gab es viel zu sehen: Basare, Paläste und die märchenhaften Moscheen. Nicht weit von Ur, bekannt durch seine Ruinen, lernte Egon Jendral den Iraker Ziad kennen. Der schenkte ihm zum Abschied ein Buch mit arabischer Grammatik, das heute einen Ehrenplatz in der Buchsammlung von Jendral hat.

Doch als noch wichtiger erwies sich später die Adresse eines Freundes in Bagdad, die er erhielt. Erneut in der sagenhaften Metropole, genoss der Radler aus dem Revier die Gastfreundschaft von Murat, einem Freund seines neuen Bekannten Ziad.

In der Familie von Murat wurde ich regelrecht herumgereicht“, lacht Jendral, wenn er sich an die Episoden in Bagdad erinnert. Aber nun hießes Abschiednehmen und wieder in Richtung Westen radeln. Auf der 900 Kilometer langen Strecke bis Amman in Jordanien hatte Jendral drei Reifenpannen. Aber das konnte den erfahrenen Radler nicht mehr schrecken. Gepäckträgerbruch und Stürze wurden ebenfalls gemeistert. In Cafe, in dem der Kirchhellener einmal Pause machte, wurde ihm sogar im Tausch für sein arg lädiertes Rad ein Esel angeboten.

 

Doch Jendral lehnte dankend ab und wurde mit einem Stück Käse belohnt. An der Grenze ging diesmal alles schneller, denn der Zöllner erkannte den Deutschen wieder und lud ihn nun zu einem Tee ein und ließenden müden Radler im Zollgebäude übernachten. Zum Abschied gab es eine kostenlose, erfrischende Rasur. Über Amman, radelte Egon Jendral weiter durch Syrien, Libanon, Ägypten und Libyen.

Als er nach der Fahrt, die ihn fast rund um das Mittelmeer und ins sagenhafte Bagdad geführt hatte, waren 13 Monate vergangen. Auch heute noch, wenn Egon Jendral mit Freunden im Ruhrgebiet mit dem Fahrrad unterwegs ist, erzählt er gerne Episoden von der über 13 000 Kilometer langen Reise, die ihn einst bis ins sagenhafte Bagdad, der “Stadt von 1001 Nacht”, führte.

 

 

 

 

 

Männer aussem Revier (28)

11 - Bagdadradler Egon Jendral verlässt die Stadt

Mit dem Fahrrad bis nach Bagdad

Nach Bagdad fahren. Heute und auch vor über 50 Jahren ein Abenteuer, auf das sich der gebürtige Gelsenkirchener Egon Jendral in den 1960er-Jahren einließ. Aber nicht mit dem Auto, sondern mit dem Fahrrad machte sich der damals 20-Jährige auf den Weg in den Vorderen Orient. 13 Monate sollte die 18 000 Kilometer lange Reise dauern. Als östlichsten Punkt des langen, beschwerlichen Tripps hatte sich der junge Mann aus dem Ruhrgebiet die Stadt Harun al Raschid auserkoren. Noch immer erinnerte sich der langjährige Feuerwehrmann aus der ehemaligen Stadt der 1000 Feuer, gerne an die abenteuerliche Fahrt.
„Mein großes Interesse galt und gilt immer noch der Archäologie“, betont Jendral, der in seiner umfangreichen Bibliothek viele Erinnerungsstücke, darunter Karten und Bücher zum Teil in arabischer Schrift, aufbewahrt.

Ab Aleppo in Syrien begann damals das eigentliche Reiseabenteuer des radelnden Feuerwehrmannes. Von der mächtigen Zitadelle der Stadt blickte Egon Jendral hinaus in die unendliche Wüste. Nach weiteren 90 Kilometern dann ein unangenehmes Geräusch: Das Vorradlager war zerstört und kein Ersatzteil in Sicht. In dem kleinen Ort Maaret een Naamane fand er Hilfe. Yussuf, der dort eine kleine Werkstatt betrieb, besorgte ein Ersatzlager. „Noch heute steht mein Name vermutlich in einem dicken Buch, das in der dortigen Moschee liegt. Meinen Dank schrieb ich in diesem Buch nieder“. Aber Yussuf warnte den Mann aus dem Ruhrgebiet aber vor der Weiterfahrt vor den Gefahren der Wüste.
och er radelte weiter, bis er ein einsames Haus erreichte. Nach der üblichen arabischen Begrüßungszermonie bat ihn der Gastgaber ins Haus. Nach einem kühlen Trunk schlief der Radler erschöpft ein. Als er wieder wach wurde, saß sein Gastgeber neben ihm und schwenkte geduldig einen Fliegenwedel über seinem Gesicht. Natürlich wollte der Gastgeber auch wissen, woher Jendral denn kam. „Aber der Lehmboden in der kleinen Hütte reichte nicht aus, um alle Karten dort auszubreiten“, lacht der Bagdadradler.

Immer wieder wurde Jendral, der inzwischen seit Jahrzehnten in Kirchhellen lebt, von den Einheimischen vor den Gefahren der Wüste gewarnt und so verbrachte der Feuerwehrmann eine weitere unruhige Nacht in seinem Zelt. Bald traf der Radler auf Wüstennomaden. Und ein Scheich lud den Gast aus Deutschland sogar in seinen Zelt zu einem üppigen Mahl ein. Wenig später tauchte eine motorisierte Patrouille auf, die dem Deutschen anboten, mitzufahren. Leider fuhren sie in eine andere Richtung. So stieg Jendral wieder auf den Drahtesel und wurde zum Abschied noch mit reichlich Datteln beschenkt. Nach weiteren Kilometern durch die glühendheiße Wüste erreichte Egon Jendral schließlich die irakische Grenze, wo sein Pass weitere Stempel erhielt.
(wird fortgesetzt)