Archiv für den Monat: April 2008

Innovation auf Bottropisch

Es gehört ja zum guten Ton für jede Stadt, mit den jeweiligen Standortvorteilen zu werben. Das wirkt manchmal ein bisschen gestelzt und aufgesetzt, zumal wenn wie im Ruhrpott üblich, ständig der allgegenwärtige Strukturwandel beschworen werden.

Peinlich wird es aber dann, wenn man ständig das Wort Innovation in den Mund nimmt, durch die eigene Darstellung aber deutlich macht, dass die örtliche Wirtschaft scheinbar alles andere als das ist, was man gemeinhin unter ‘innovativ’ versteht. So geschehen in der Serie ‘Firmen im Fokus’ der Stadt Bottrop, in der Unternehmen dargestellt werden sollen, ‘die sich durch Innovation und Entwicklung auszeichnen’.

Also mal schauen, was wir da unter anderem so an ‘innovativen’ Unternehmen haben:

- Baupart: Eine Eisenwarenhandelskette
- Deichmann-Zentrallager: Schuhe…
- Firma Artur Küpper: Hersteller von Förderbandrollen
- Nadler: Mayo und Co.
- Bergwerk Prosper-Haniel: Dürfte bekannt sein
- Kokerei Prosper: Ebenfalls
- Sparkasse Bottrop: Dito

Das interessanteste Unternehmen aus dieser Serie ist noch “Fräulein Pfefferstielzchen”, bezeichnenderweise ein kleines Unternehmen, von denen es sonst offensichtlich in Bottrop nicht allzu viele gibt.

Irgendetwas scheint an dieser Stelle also falsch zu laufen. Entweder gibt es keine jungen, innovativen Unternehmen in Bottrop oder beim Stadtmarketing hält man es nicht für nötig, diese zu erwähnen.

Vielleicht sollten sich aber auch mal wichtige Leute wie MdB Grasedieck eher um tatsächlichen Strukturwandel für Bottrop bemühen, als sich Fantastereien über Sockelbergbau und Zukunft der Kohle hinzugeben.

Bottrop anne Emscher International Airport

Bei den Ruhrbaronen findet sich der folgende Artikel: http://www.ruhrbarone.de/volksherrschaft-in-bottrop-ach-sch-drauf/.

Die Bottroper Stadtverwaltung hat sich ja schon seit längerem in den Kopf gesetzt, das Flugfeld Schwarze Heide auszubauen, um sich der Illusion einer Großstadt mit internationalem Flughafen hingeben zu können. Dass das Ganze wirtschaftlich höchst zweifelhaft ist, ficht die Stadtverwaltung dabei selbstverständlich nicht an. Hauptsache, man kann auf die unglaublichen 3,5 Geschäftspiloten pro Jahr verweisen, die mit ihren einmotorigen Maschinen das Bottroper Tor zur Welt heimsuchen.

Das könnte man jetzt einfach unter ganz normalem Beamtenschwachsinn (lat.: Debilitas burokratiensis) verbuchen. Besonders interessant wird die ganze Geschichte allerdings dadurch, dass sich die Stadtverwaltung scheinbar nicht nur vollkommen beratungsresistent zeigt, sondern auch noch lustige Spielchen mit dem Stadtrat (also den gewählten Vertretern) treibt, indem sie vor Entscheidungen zum Haushalt relevante Informationen zurückhält. Schließlich wissen die weisen Herren in der Verwaltung immer noch am besten weiß, was gut für Bottrop ist und was nicht.

Fazit der Ruhrbarone: “Der Rat bleibt dumm”. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Außer, vielleicht…irgendwie musste ich gerade an die Geschichte vom seligen Alois Hingerl denken, vielleicht sitzt ja im Bottroper Brauhaus auch ein grantiger himmlischer Dienstbote mit göttlichen Eingebungen für Bottroper Rat und Stadtverwaltung, nötig scheinen sie es jedenfalls zu haben…

Jagdsaison eröffnet

Laut einem Bericht von Radio Emscher Lippe sollen in dieser Woche unter anderem im Bottroper Stadtgebiet verstärkte Geschwindigkeitskontrollen anstehen. Ziel der Aktion ist laut Polizei, “flächendeckend Unfälle zu vermeiden”.

Mögliche Interpretation dieser etwas seltsamen Aussage: Die Stadt braucht Geld und an den bekannten Blitzerstandorten fahren die Autofahrer mittlerweile dreisterweise zu vorsichtig, um noch nennenswerte Einnahmen zu liefern.

Quelle: http://www.relmeinradio.de/lokalnachrichten.html

Bottrop-Kirchhellen

Dank penetranter Fernsehwerbung vor einiger Zeit hat sich der Name Bottrop-Kirchhellen in die Köpfe zahlreicher Menschen gebrannt. Manchmal habe ich den Eindruck, dass einige Zeitgenossen meinen unsere kleine Stadt heißt tatsächlich genau so – also nicht Bottrop, sondern Bottrop-Kirchhellen. Doppelnamen kommen in der Städtewelt schließlich öfter vor – siehe Garmisch-Partenkirchen, Villingen-Schwenningen oder Neukirchen-Vluyn. Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

Römersiedlung am Berliner Platz entdeckt [April, April]

Im Zuge der Bauarbeiten am Berliner Platz (wir erinnern uns, Kaufland und Parkhaus und so…) wurden Überreste einer alten römischen Siedlung entdeckt, unter anderem die Ruinen einer römischen Therme. Nähere Informationen finden sich auf der Website der Stadt Bottrop.

Scheinbar hat also am Berliner Platz früher schonmal so etwas ähnliches wie ein Hallenbad gestanden. Die Bauarbeiten am Berliner Platz wurden jedenfalls erstmal gestoppt, um einer archäologischen Untersuchung Platz zu machen.