Innovation auf Bottropisch
24. April 2008 – 00:57 von BjoernEs gehört ja zum guten Ton für jede Stadt, mit den jeweiligen Standortvorteilen zu werben. Das wirkt manchmal ein bisschen gestelzt und aufgesetzt, zumal wenn wie im Ruhrpott üblich, ständig der allgegenwärtige Strukturwandel beschworen werden.
Peinlich wird es aber dann, wenn man ständig das Wort Innovation in den Mund nimmt, durch die eigene Darstellung aber deutlich macht, dass die örtliche Wirtschaft scheinbar alles andere als das ist, was man gemeinhin unter ‘innovativ’ versteht. So geschehen in der Serie ‘Firmen im Fokus’ der Stadt Bottrop, in der Unternehmen dargestellt werden sollen, ‘die sich durch Innovation und Entwicklung auszeichnen’.
Also mal schauen, was wir da unter anderem so an ‘innovativen’ Unternehmen haben:
- Baupart: Eine Eisenwarenhandelskette
- Deichmann-Zentrallager: Schuhe…
- Firma Artur Küpper: Hersteller von Förderbandrollen
- Nadler: Mayo und Co.
- Bergwerk Prosper-Haniel: Dürfte bekannt sein
- Kokerei Prosper: Ebenfalls
- Sparkasse Bottrop: Dito
Das interessanteste Unternehmen aus dieser Serie ist noch “Fräulein Pfefferstielzchen”, bezeichnenderweise ein kleines Unternehmen, von denen es sonst offensichtlich in Bottrop nicht allzu viele gibt.
Irgendetwas scheint an dieser Stelle also falsch zu laufen. Entweder gibt es keine jungen, innovativen Unternehmen in Bottrop oder beim Stadtmarketing hält man es nicht für nötig, diese zu erwähnen.
Vielleicht sollten sich aber auch mal wichtige Leute wie MdB Grasedieck eher um tatsächlichen Strukturwandel für Bottrop bemühen, als sich Fantastereien über Sockelbergbau und Zukunft der Kohle hinzugeben.


