20. Februar 2009 – 14:00 von Bjoern
Im zweiten Teil unserer Interview-Reihe (Teil 1) mit Bottroper Unternehmern geht es diesmal um den IVY Verlag, der SINNliche und überSINNliche Kinderbücher vertreibt. Gründerin des Verlags ist Daniela Rühl, die auch selber unter dem Namen Minna McMaster Bücher verfasst.
Der Willy vom Bottblog: Was muss man sich unter deinem Verlag vorstellen? Was macht den IVY Verlag anders als andere Verlage?
Daniela: Unser Verlag ist eine Alternative zu den großen Verlagsprogrammen für besondere Bücher. Unser Programm besteht aus SINNlichen und überSINNlichen Büchern.
SINNlich meint dabei Bücher, welche die Wahrnehmung fördern. Damit ist aber keine Holzhammerpädagogik gemeint, der Spaß steht dabei im Vordergrund. Konkret sind das z.B. Massagebilderbücher, also Bilderbücher mit Massageanleitungen, d.h. die Geschichten werden auf dem Rücken erzählt (siehe auch das Foto von der Lesung). Das fördert die sozialen und taktilen Fähigkeiten der Kinder.
Und überSINNlich steht für fantastische Geschichten, z.B. über Werwölf, Engel oder Vampire, die jeweils Parabeln zu wirklichen Leben sind.

Minna McMaster
Für das Bilderbuch ’Im Dunkeln’, das Kindern die Angst vorm Dunkeln nehmen soll, haben wir erst kürzlich den Buchpreis der Stiftung Buchkunst bekommen.
Willy: Wie bist du auf die Idee mit dem Verlag gekommen?
Daniela: Ich habe vor einiger Zeit unter dem Namen Minna McMaster zusammen mit Joachim Friedrich ein Massagebilderbuch geschrieben, das anderen Verlagen aber entweder zu speziell oder zu pädagogisch war.
Daher kam die Idee, diese Bücher in einem eigenen Verlag zu veröffentlichen.
Darüber hinaus bin ich gelernte Entspannungspädagogin, daher gibt es gewisse Überschneidungen zum Konzept des Verlags.
Willy: Welche anderen Autoren verlegt ihr sonst noch?
Daniela: Da ist z.B. Julia Dürr, die Illustratorin von ‘Im Dunkeln’ oder Fritzi Bender, die demnächst bei uns ein Buch mit dem Titel ‘Balduin bleibt grün’ über ein Chamäleon veröffentlicht, das die Farbe nicht wechseln will
Willy: Seit wann besteht der IVY Verlag?
Daniela: Den IVY Verlag gibt es seit Oktober 2006.
Willy: Und wie läuft es so? Besteht für so spezielle Bücher ein ausreichender Bedarf?
Daniela: Zuerst habe ich auch ein bisschen gezweifelt, aber im Prinzip hängt alles vom Bekanntheitsgrad ab. Je mehr Leute über unser Programm Bescheid wissen, desto mehr Leute kaufen auch bei uns. Der Bedarf ist also auf jeden Fall da.
Deswegen versuche ich momentan auch, besonders viel Öffentlichkeitsarbeit zu machen, z.B. über Zeitungs- oder hoffentlich bald auch Fernsehberichte.

Lesung
Willy: Wie bist du selber zum Schreiben gekommen?
Daniela: Ich schreibe eigene Geschichten seit ich schreiben kann. Ich habe mir als Kind meine eigenen Gute-Nacht-Geschichten geschrieben.
Willy: Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen?
Daniela: Ich hatte im Jahr 2003 schon einmal unter meinem echten Namen veröffentlicht, aber da andere Mitglieder meiner Familie auch schreiben, kam es zu Verwechselungen.
Daher habe ich mich entschlossen, den Namen meiner Großtante anzunehmen, die einen schottischen Major geheiratet hat.
Sie war die erste in meiner Familie, die geschrieben hat Dabei fand ich es passend, ihren Namen anzunehmen, um sie zu ehren und mich gleichzeitig von anderen Familienmitgliedern beruflich abzugrenzen.
Willy: Wie kam es dazu, dass du den IVY Verlag in Bottrop gegründet hast?
Daniela: Ich bin hier aufgewachsen und habe bis auf kurze Unterbrechungen immer hier gelebt. Und ich mag die Stadt einfach. Daher lag das irgendwie nah.
Willy: Was macht die Stadt Bottrop deiner Meinung nach liebenswert?
Daniela: Bottrop ist meine Heimatstadt im besten Sinne. Hier sind meine Familie und meine Freunde. Auf dem Land ist es zwar idyllischer oder in einer Großstadt aufregender, aber ich mag den Menschenschlag hier einfach.

Im Dunkeln
Willy: Gab es besondere Probleme bei der Gründung?
Daniela: Ich kann mich so konkret an keine erinnern. Anfangs wurde mir zwar gesagt, dass in Bottrop nicht die richtige Zielgruppe für so etwas wie den IVY Verlag vorhanden ist, aber dem ist bestimmt nicht so. Ich habe hier schon so eine kleine Fangemeinde.
Willy: Und was hältst du vom übrigen kulturellen Leben in Bottrop?
Daniela: Was Kneipen, Discos oder Kino angeht, ist es eher mau. In der Aula des Josef-Albers-Gymnasiums sind allerdings regelmäßig gute Theaterstücke zu sehen.
Schön fände ich noch ein bisschen mehr Kleinkunst.
Generell mangelt es eigentlich nicht am kulturellen Angebot, Bottrop wird teilweise sogar von außerhalb gelobt (Anm.: ‘Hört, hört!’), z.B. wenn man in ähnlich große Städte in Schleswig Holstein oder Baden-Württemberg kommt.
Bottrop hat halt auch den Vorteil – wie jede Ruhrgebietsstadt – dass man Angebote der anderen Städte nutzen kann. Das ist zwar für die Organisatoren solcher Veranstaltungen hart, aber für mich als Konsumentin natürlich toll.
Als Verlegerin habe ich eher wenig Konkurrenz. Man nimmt sich im regionalen Bereich nichts weg, da der deutschsprachige Markt sowieso einfach so groß ist.
Willy: Hättest du Wünsche für das kulturelle und geschäftliche Angebot von Bottrop?
Daniela: Ein Kino wäre fantastisch. Und es wäre schön, wenn es mehr kleinere Läden und Geschäfte mit ganz speziellen Angeboten gäbe.
Im zweiten Teil unserer Interview-Reihe (Teil 1) mit Bottroper Unternehmern geht es diesmal um den IVY Verlag, der SINNliche und überSINNliche Kinderbücher vertreibt. Gründerin des Verlags ist Daniela Rühl, die auch selber unter dem Namen Minna McMaster Bücher verfasst.
Der Willy vom Bottblog: Was muss man sich unter deinem Verlag vorstellen? Was macht den IVY Verlag anders als andere Verlage?
Daniela: Unser Verlag ist eine Alternative zu den großen Verlagsprogrammen für besondere Bücher. Unser Programm besteht aus SINNlichen und überSINNlichen Büchern.
SINNlich meint dabei Bücher, welche die Wahrnehmung fördern. Damit ist aber keine Holzhammerpädagogik gemeint, der Spaß steht dabei im Vordergrund. Konkret sind das z.B. Massagebilderbücher, also Bilderbücher mit Massageanleitungen, d.h. die Geschichten werden auf dem Rücken erzählt (siehe auch das Foto von der Lesung). Das fördert die sozialen und taktilen Fähigkeiten der Kinder.
Und überSINNlich steht für fantastische Geschichten, z.B. über Werwölf, Engel oder Vampire, die jeweils Parabeln zu wirklichen Leben sind.
[caption id="attachment_1355" align="alignright" width="318" caption="Minna McMaster"][/caption]
Für das Bilderbuch 'Im Dunkeln', das Kindern die Angst vorm Dunkeln nehmen soll, haben wir erst kürzlich den Buchpreis der Stiftung Buchkunst bekommen.
Willy: Wie bist du auf die Idee mit dem Verlag gekommen?
Daniela: Ich habe vor einiger Zeit unter dem Namen Minna McMaster zusammen mit Joachim Friedrich ein Massagebilderbuch geschrieben, das anderen Verlagen aber entweder zu speziell oder zu pädagogisch war.
Daher kam die Idee, diese Bücher in einem eigenen Verlag zu veröffentlichen.
Darüber hinaus bin ich gelernte Entspannungspädagogin, daher gibt es gewisse Überschneidungen zum Konzept des Verlags.
Willy: Welche anderen Autoren verlegt ihr sonst noch?
Daniela: Da ist z.B. Julia Dürr, die Illustratorin von 'Im Dunkeln' oder Fritzi Bender, die demnächst bei uns ein Buch mit dem Titel 'Balduin bleibt grün' über ein Chamäleon veröffentlicht, das die Farbe nicht wechseln will
Willy: Seit wann besteht der IVY Verlag?
Daniela: Den IVY Verlag gibt es seit Oktober 2006.
Willy: Und wie läuft es so? Besteht für so spezielle Bücher ein ausreichender Bedarf?
Daniela: Zuerst habe ich auch ein bisschen gezweifelt, aber im Prinzip hängt alles vom Bekanntheitsgrad ab. Je mehr Leute über unser Programm Bescheid wissen, desto mehr Leute kaufen auch bei uns. Der Bedarf ist also auf jeden Fall da.
Deswegen versuche ich momentan auch, besonders viel Öffentlichkeitsarbeit zu machen, z.B. über Zeitungs- oder hoffentlich bald auch Fernsehberichte.
[caption id="attachment_1319" align="aligncenter" width="480" caption="Lesung"][/caption]
Willy: Wie bist du selber zum Schreiben gekommen?
Daniela: Ich schreibe eigene Geschichten seit ich schreiben kann. Ich habe mir als Kind meine eigenen Gute-Nacht-Geschichten geschrieben.
Willy: Wie bist du auf dein Pseudonym gekommen?
Daniela: Ich hatte im Jahr 2003 schon einmal unter meinem echten Namen veröffentlicht, aber da andere Mitglieder meiner Familie auch schreiben, kam es zu Verwechselungen.
Daher habe ich mich entschlossen, den Namen meiner Großtante anzunehmen, die einen schottischen Major geheiratet hat.
Sie war die erste in meiner Familie, die geschrieben hat Dabei fand ich es passend, ihren Namen anzunehmen, um sie zu ehren und mich gleichzeitig von anderen Familienmitgliedern beruflich abzugrenzen.
Willy: Wie kam es dazu, dass du den IVY Verlag in Bottrop gegründet hast?
Daniela: Ich bin hier aufgewachsen und habe bis auf kurze Unterbrechungen immer hier gelebt. Und ich mag die Stadt einfach. Daher lag das irgendwie nah.
Willy: Was macht die Stadt Bottrop deiner Meinung nach liebenswert?
Daniela: Bottrop ist meine Heimatstadt im besten Sinne. Hier sind meine Familie und meine Freunde. Auf dem Land ist es zwar idyllischer oder in einer Großstadt aufregender, aber ich mag den Menschenschlag hier einfach.
[caption id="attachment_1318" align="alignleft" width="224" caption="Im Dunkeln"][/caption]
Willy: Gab es besondere Probleme bei der Gründung?
Daniela: Ich kann mich so konkret an keine erinnern. Anfangs wurde mir zwar gesagt, dass in Bottrop nicht die richtige Zielgruppe für so etwas wie den IVY Verlag vorhanden ist, aber dem ist bestimmt nicht so. Ich habe hier schon so eine kleine Fangemeinde.
Willy: Und was hältst du vom übrigen kulturellen Leben in Bottrop?
Daniela: Was Kneipen, Discos oder Kino angeht, ist es eher mau. In der Aula des Josef-Albers-Gymnasiums sind allerdings regelmäßig gute Theaterstücke zu sehen.
Schön fände ich noch ein bisschen mehr Kleinkunst.
Generell mangelt es eigentlich nicht am kulturellen Angebot, Bottrop wird teilweise sogar von außerhalb gelobt (Anm.: 'Hört, hört!'), z.B. wenn man in ähnlich große Städte in Schleswig Holstein oder Baden-Württemberg kommt.
Bottrop hat halt auch den Vorteil - wie jede Ruhrgebietsstadt - dass man Angebote der anderen Städte nutzen kann. Das ist zwar für die Organisatoren solcher Veranstaltungen hart, aber für mich als Konsumentin natürlich toll.
Als Verlegerin habe ich eher wenig Konkurrenz. Man nimmt sich im regionalen Bereich nichts weg, da der deutschsprachige Markt sowieso einfach so groß ist.
Willy: Hättest du Wünsche für das kulturelle und geschäftliche Angebot von Bottrop?
Daniela: Ein Kino wäre fantastisch. Und es wäre schön, wenn es mehr kleinere Läden und Geschäfte mit ganz speziellen Angeboten gäbe.
7 Reaktionen auf “SINNliches und überSINNliches aus dem IVY Verlag”
Interessant! Schön, dass so schöne Bücher aus Bottrop kommen. Die Seiten des Verlages im Internet sind charmant!
Von Bernd aus dem Eigen am Feb 20, 2009
Süßes Mädchen!
Aber zu jung für mich …
Von Ruhri am Feb 20, 2009
Mein Onkel hat immer gesacht, fahr mal nach Bottrop – nee- nich watt ihr meint mit den Kopp, nee, der hat gesagt, in Bottrop da gibbt et nette Mädkens, naja Freuleins, so wie früher bei Maus, Strauß und wie die ollen Schuppen früher noch hießen, alse in Stadt anne Emscher noch einen auf dicke Hose machen konntest. Iss abba lange her. Abba die Mädkens, na Freuleins – sin immer noch so hübsch wie damals, als mein sein Schätzken schon mal mit kräftigen Saitenhipp verteidigen musste. Woll.
Von Einer, der anne Emscher leben tut am Feb 20, 2009
Die Bottroper Mädels haben mich einen Großteil meines Lebens begleitet. Und wie!!!
Zu etlichen meiner damaligen “Flammen” habe ich ab und an immer noch Kontakt.
“Kommze nach Bottrop, liechse auf Frau dropp!”
Das ist recht unrespektierlich, ich weiß … und ich schäm mich auch … ein ganz klein bisken …
Leider hat meine Gattin niemals nicht die Weihen einer geborenen Bottroperin erlangen können. Die kommt von sehr weit weg …
Aber an Claudia, Angelika, Elke, Marion, Monika, Rita, Iris undwiesealleheißen denk ich immer noch mit viel guten Gefühlen!
Monika hat mir übrigens Ende der 60er die “drei Stufen der Partybeleuchtung” anhand des “grünen Auges” ihres Röhrenradios demonstriert …
Ach ja …
Daß Mann im Alter auch immer alles so verklären muß …
Von Ruhri am Feb 20, 2009