Archiv für den Monat: März 2009

Hau wech den Sch***

Alt? Gründerzeit-Bauten? Von 1910 bzw. 1911?
Wech damit! Paßt nich anne Emscher! Deshalb werden diese zwei wunderschönen alten Relikte eben plattgemacht. Heute am 28.03.09 gesehen an der Essener Straße 55 und 57.
Macht aber nix, denn wir kriegen dafür einen knappen Kilometer weiter an der Post einen wunderschönen viereckigen Klotz, der uns mindestens 100 Jahre bereichern wird.
Na dann …

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Stand am 31.03.09:

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1. April 2009: Leider kein Aprilscherz …

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2.4.2009 …

deinTor.de: Garagentore einmal anders

Im mittlerweile fünften Teil (Teil 1Teil 2Teil 3, Teil 4) unserer Reihe über Bottroper Unternehmer haben wir uns mit Julian Nöll von deinTor.de unterhalten.

Der Willy vom Bottblog: Vielleicht kannst du dich und was du bisher so gemacht hast am Anfang zunächst kurz vorstellen?

Julian: Julian Nöll, am 7.6.1991 in Oberhausen geboren, in Bottrop aufgewachsen. Kurz nach meinem Realschulabschluss kam ich auf die Idee, mein eigenes Unternehmen zu gründen. Das war im Sommer 2007, seitdem bin ich gemeinsam mit Philipp Benninghoff Jungunternehmer.

Willy: Worum geht es bei deinem Unternehmen deinTor.de?

Julian: DeinTor.de liefert individuell bedruckte Folien für Garagentore. Der Kunde kann aus vielen Motiven wählen oder sein eigenes Foto hochladen. Für die richtige Größe der Folie gibt es Standardmaße, oder der Kunde bestellt genau in der passenden Größe für sein Garagentor.

Willy: Seit wann gibt es deinTor.de?
Julian: DeinTor.de wurde im August 2008 in Bottrop gegründet und verkauft seit diesem Jahr die Folien.

Willy: Was ist dein persönlicher Hintergrund? Also, wie bist du auf die Idee mit deinTor.de gekommen? Was hast du davor gemacht?

Julian Nöll - deinTor.de

Julian Nöll - deinTor.de

Julian: Für mich ist deinTor.de die Chance viele neue Dinge zu lernen, Berufserfahrung zu sammeln und eine Menge interessante Leute kennen zu lernen Natürlich möchten wir mit deinTor.de auch Geld verdienen, doch das steht bei uns beiden zuerst nicht im Vordergrund. Die Idee zu deinTor.de entstand bei einem Besuch von Philipp und mir bei einem gemeinsamen Bekannten. Auf dessen Garagentor konnte man eine Malerei aus den 80er Jahren bestaunen. Das ganze sah durch fast 30 Jahre Sonneneinstrahlung und einige Macken nicht mehr allzu schön aus. Da haben wir uns gedacht, da muss was Neues her. Das war im Sommer 08. Danach folgte viel Planung und Entwicklungsarbeit für das richtige Material, die Befestigung und viele andere Dinge. Auch das Online Portal war sehr aufwendig. Ich persönlich habe vor der Gründung bereits mit Philipp zusammengearbeitet. Wir haben zum Beispiel die Internetseite der August-Everding-Realschule aufgebaut die wir noch bis heute verwalten.

Willy: Was hat euch dazu bewogen, euer Unternehmen in Bottrop zu eröffnen?

Julian: Der Hauptgrund für die Gründung im „Ruhrmetropölchen anne Emscher“ ist natürlich unser Wohnsitz. Außerdem gehen wir ja beide hier zur Schule. Ein anderer Grund ist die Atmosphäre, ich glaube die Menschen in Bottrop und im Ruhrgebiet sind offen für neue Ideen und junge Unternehmen, dass unsere ersten Bestellungen aus dem Ruhrgebiet kamen bestätigt mich in meiner Annahme.

Willy: Was siehst du für Probleme speziell für Unternehmen in Bottrop?

Julian: Das ist eine schwierige Frage, wir stehen ja noch ganz am Anfang. Ich glaube aber nicht, dass wir mit unserem Unternehmen einen Standortnachteil in Bottrop haben.

Willy: Was hältst du generell vom geschäftlichen und kulturellen Angebot in Bottrop?

Julian: Da bin ich ehrlich. Wenn ich ins Kino möchte, dann fahre ich meistens nach Essen und einkaufen gehe ich in Oberhausen. Natürlich hat Bottrop auch einige Cafés und Geschäfte, aber insgesamt ist das Angebot überschaubar. Immerhin haben wir einige außergewöhnliche Angebote, ich denke an den MoviePark und die Skihalle, aber die besucht man eben nicht jede Woche.

Willy: Wie geht es bei euch weiter?

Julian: Wir möchten natürlich, dass deinTor.de wächst. Darauf liegt zunächst unser Hauptaugenmerk. Dabei geht es darum, unser Portal zu verbessern und unser Angebot bekannt zu machen. Im nächsten Schritt haben wir dann neue Ideen für weitere Produkte und Innovationen.

Berliner Platz: Der Deckel ist drauf

Auf der Tiefgarage am Berliner Platz ist jetzt der Deckel drauf. Seit einigen Tagen wird an der künftigen Oberfläche des Berliner Platzes gewerkelt. Es wird an der Brunnenanlage gearbeitet und auf dem Garagendach wird Schotter verteilt. Außerdem werden nach Mitteilung der Stadt in den kommenden Monaten die Anschlussbereiche der Paß-, der Brauer- und der Poststraße mit dem neuen Berliner Platz neu gestaltet. Rund um den Platz sei mit erheblichen Verkehrsbehinderungen zu rechnen.
Also Leute, geht zu Fuß. Das geht noch.

Gastblock von Jan: Klar wie Kläranlage

Schon Opa sachte immer: ,,Räum die Plörren wech.”

So war dat eigentlich immer. Hasse wat benutzt, räumse die Plörren wech. Dat war im Berchbau nich anders. Da waret wichtich, dat dat Werkzeuch nicht der nächsten Schicht im Wech lach. – Jetz is Schicht im Schacht und der Berchbau lässt sein Werkzeuch rumliegen – besser gesacht allet stehen. Also die Anlagen jetz.

Auch in Bottrop is dat so. Förderturm wird Denkmal statt Altstahl. Kauen werden Kulturzentren (früher warn da die dreckichen Kumpel und die Plörren von die drinn, jetz sind se Knappschaftrentner und gehn da zur Soiree), die Abraum- und Bergehalden sind ja längs schon Haldenerlebnisse – und da erlebse wat, dat is klar.
Geschickt eingefädelt hat dat der Bergbau. Kantse alles stehen lassen und zu Kunst und Kultur erklären. Leuchtesse nachts noch an, dat dat jeder sieht. Dat hat Stil.
Und alle Löcher vonne Berchsenkungen machen se zu Biotopen, dat hat wat mit Natur zu tun und dat is ja sowieso gut. Ma sehen, wieviel Störche davon kommen.
Und weil bei uns schon imma einer vom anderen apgekuckt hat, kann dat jetz auch die Emschergenossenschaft (sind dat echt Genossen von Bottrop anne Emscher?). Der tolle Plan sieht so aus: Bei der ollen Kläranlage anne Berne (nem Zufluss zur Emscher) is Schicht im Schacht und die müsste wech. Aber die kann man doch den Bottroper Ruhris als Kunst verkaufen. Willse Kulturhauptstadt sein, brauchse auch wat zum zeigen. Also – zack, die Kläranlage zu nem Theater gemacht. Klappt doch auffe Halde Haniel auch. Und bevor se da nen Hotel hinklotzen, kannse besser beides in Ebel machen. Da tun et auch die Gullyrohre als Zimmer/Betten. Toller Plan.
Die Stadt hat nochen Beitrag zu de Kulturhauptstadt, die Emschergenossen können ihre plörren liegen lassen und Fördergelder gibbet auch noch. Klasse.
Irgendwie muss ich meinem Schätzeken noch erklären, dat meine Klamotten, die da im Wech liegen, Kunst sind. Und ich die Mülltonnen nicht mehr brauch, weil wir den Müll besser als Kulturgeschichtliche Installation liegen lassen sollten. So wäret allen geholfen. Und dat is doch dat Beste.
Glück auf, Jan 

spendino: Einsatz für die gute Sache

1Im vierten Teil (Teil 1, Teil 2, Teil 3) unserer Reihe über Bottroper Unternehmer haben wir uns mit Florian Nöll von spendino unterhalten.

Der Willy vom Bottblog: Vielleicht kannst du dich und was du bisher so gemacht hast am Anfang zunächst kurz vorstellen?

Florian: Florian Nöll (25), geboren und aufgewachsen in Bottrop. Als Schüler habe ich in Bottrop mein erstes Unternehmen gegründet. Nach dem Abitur und Zivildienst bin ich zum Studium nach Berlin gezogen, wo ich wahrscheinlich der einzige Autofahrer mit einem Bottroper Kennzeichen bin.

Willy: Worum geht es bei deinem Unternehmen spendino genau?

Florianspendino ist das einzige Unternehmen in Deutschland, das sich auf den Einsatz von Mobilfunktechnologien für soziale Zwecke spezialisiert hat. Das bedeutet, wir ermöglichen Mobile Marketing Kampagnen für gemeinnützige Organisationen und Stiftungen, machen insbesondere aber jedes Handy zur modernen Spendendose.

Willy: Was ist dein persönlicher Hintergrund? Also, wie bist du auf die Idee mit spendino gekommen? Was hast du davor gemacht?

Florian: Ich bin seit 10 Jahren als Unternehmer, mit einer betriebswirtschaftlichen Grundausbildung, in der IT-Branche unterwegs. Initialzündung für die Idee zu spendino (www.spendino.de) war ein Plakat mit einem Spendenaufruf. Auf dem Plakat war eine Kontonummer aufgedruckt. “Das muss doch einfacher gehen”, war der erste Gedanke. Diese Initialzündung ist mehr als 1 Jahr her, jetzt starten unsere ersten Kampagnen.

Willy: Wie hat es dich genau nach Berlin verschlagen?

Florian: Ich war im Jahr 2000 zum ersten Mal in Berlin und es hat mir sehr gut gefallen. Nach dem Abitur hatte ich den Drang zur Veränderung und die Entscheidung war schnell gefallen. Das Studium war zudem das perfekte Alibi für einen Umzug.

Willy: Was hat euch dazu bewogen, euer Unternehmen in Berlin zu eröffnen?

Florian: Vorneweg: mein erstes Unternehmen (www.workalog.de) habe ich in Bottrop gegründet und dort ist es immer noch ansässig. Gerade unterstütze ich meinen Bruder, der mit seinem Schulfreund in Bottrop deinTor.de (www.deintor.de) gegründet hat, was übrigens in der nächsten Woche im WDR zu sehen ist.

Aber zu Berlin: Im Studium lernt man viele Leute kennen, meine Mitgründer kommen aus Hessen und Gelsenkirchen. Unsere ersten Mitarbeiter aus Bayern und Brandenburg. In Berlin gibt es sehr viele Unternehmen aus dem Internetumfeld und hundertausende Studenten und damit auch viele qualifizierte Mitarbeiter. Tatsächlich haben wir uns die Standortfrage vor der Gründung gestellt. Das viele unserer zukünftigen Kunden, d.h. Wohlfahrtsverbände und Stiftungen ihren Sitz in Berlin haben, war zuletzt ein wichtiger Grund.

Willy: Als Exil-Bottroper: Wo siehst du die größten Unterschiede zwischen Bottrop (bzw. dem Ruhrpott) und Berlin? Was ist jeweils positiv, was negativ?

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Florian: Wir Ruhrgebiet´ler denken immer sehr stark in Stadtgrenzen, obwohl wir in einer der größten Metropolen Europas leben. Berlin verfügt über ein exzellentes öffentliches Nahverkehrsnetz und das formt die verschiedenen Bezirke zu einer großen Stadt. Vom Bottroper ZOB bis zum Centro sind es 6km. Mit dem ÖPNV fahre ich mehr als 20 Minuten (Abfahrt alle 25 Minuten), für die gleiche Strecke in Berlin benötige ich 3 Minuten (Abfahrt alle 3-6 Minuten). Im Ruhrgebiet gefällt mir die Mentalität gut, hier versteht man sich. Ich habe den Eindruck, die Leute packen die Sachen hier anders an und blicken trotz der besonderen Probleme meistens positiv in die Zukunft. Auch sind wir stolz auf unser Ruhrgebiet. Der echte Berliner meckert eigentlich immer nur über seine Stadt. Aber das wichtigste ist, wir haben die bessere Currywurst.

Willy: Glaubst du, dass es spezielle Gründe gibt, warum es in Bottrop eher  wenige innovative Unternehmen wie deines gibt?

Florian: Ein paar innovative Unternehmen haben wir auch in Bottrop. Aber innovative Unternehmen werden häufig von Studenten und Absolventen gegründet, und eine Hochschule fehlt uns bislang. Selbstverständlich leben in Bottrop auch Akademiker, aber ich stelle mir vor, dass die Gründung dann häufig am Hochschulort stattfindet, z.B. weil sich dort ein Gründerteam aus verschiedenen Städten vereint.

Willy: Meinst du, daran könnte sich in den nächsten Jahren noch etwas ändern?  Oder sind Berlin, Hamburg und Co. in der Hinsicht dem Ruhrpott mittlerweile uneinholbar davongeeilt?

Florian: Aus meiner Sicht ist die Standortkonkurrenz “direkt” vor der Haustür. Köln ist ein beliebter Standort. Da ist der Blick nach Berlin oder Hamburg vielleicht schon zu weit. Bottrop erhält mit der Fachhochschule eine Chance. Generell sollten wir, ich hatte es ja schon gesagt, nicht zu provinzell denken. Das Ruhrgebiet hat Potenzial um es mit Berlin und Co. aufzunehmen. Dortmund hat bereits eine aktive Gründerlandschaft und die Uni Duisburg-Essen einen der renommiertesten Gründungslehrstühle in Deutschland. Berlin ist vielleicht “sexy”, aber das Ruhrgebiet hat auch Know-How und Erfahrung zu bieten, die es anderswo nicht gibt.

Willy: Deine Tipps für Bottroper in Berlin?

Florian: Die Berliner Metro hat Bratwürste von Mengede im Sortiment und bei vielen Supermärkten stehen Nadler Salate im Regal. Der Imbiss am Bahnhof Friedrichstraße bietet (auf Nachfrage) auch eine Currywurst an, die dem, was wir kennen, näher kommt. Wer sich verlaufen hat, findet neben dem Rathaus in Berlin-Wedding einen Wegweiser nach Bottrop.