Abflug der Aliens von Bottroper Bürger dokumentiert – Wie sich das mit der Ausweisung verhielt
26. April 2009 – 20:36
Ehliens
Die Duldung der Ehliens ist ja bekanntlich ausgelaufen. Da hatten sich doch einfach ein paar unerwünschte extraterrestrisch-stämmige Mitbürger unter dem Tetraeder eingenistet. Mehrere Jahre fristeten sie dort ein ungestörtes und anfangs auch recht unbemerktes Leben. Irgendwann wurde ihre Anwesenheit publik und es musste etwas getan werden. Aber was? Diejenigen mit Hausgewalt am Tetraeder haben befunden: Die Zecken müssen weg. Kann ja auch gar nicht sein, dass kurz vor Beginn des Jahres der Kulturhauptstadt 2010 einfach irgendwelche Kreaturen den künstlerisch geplanten Tetraeder verschandeln.
So sind dann letztendlich die gemobbten auch abgerückt. Besser gesagt sie haben sich bei Nacht und Nebel verdrückt oder aus dem Staub, bisweilen Kies gemacht.

Abflug
Übrig liessen sie zunächst ein Statement an die Bottroper Bürger gerichtet, ja quasi auf sie hinweisend.
Scheinbar muss es seitens der Ehliens einen phallischen Kult geben. War es eine Absage an die Bottroper und ihren Tetraeder – quasi ein etxtraterrestrischer Stinkefinger? Glaubt man dort etwa an die Kraft von Fruchtbarkeitssymbolen? War das Ornament etwa ein ritueller Fluch?

Phallus
Man weiss es nicht.
Glücklicherweise wurde das Abrücken der Besucher per Kamera dokumentiert, so dass sich ja evtl. ein Fachmann findet, der näheres über Verbleib und Geschichte der Ehliens weiss und die Bedeutung ihrer Anwesenheit und Vertreibung aus Bottrop deuten kann. Man will ja nichts verkehrt machen im Umgang mit fremden Kulturen. Es kann ja sein, dass nun ein Abwehrzauber nötig ist, damit das Jahr der Kulturhauptstadt nicht vollends den Bach runtergeht? Oder hat man diese Chance nun endgültig verpasst?
Und die wichtigsten Fragen sollten auch noch geklärt werden:
Was passiert mit diesen Hinterlassenschaften der Aliens?

Kunst am Tetraeder

Kunst am Tetraeder

Kunst am Tetraeder
Muss man diese immer noch erkennbaren Spuren der Alienation jetzt auch tilgen? Und wenn ja auf wessen Rechnung? Kann man die Spuren vielleicht als historische Dokumente des Gastspiels der Aliens sichern?
Vielen Dank für diesen Beitrag und die Bilder an Jan



14 Reaktionen auf “Abflug der Aliens von Bottroper Bürger dokumentiert – Wie sich das mit der Ausweisung verhielt”
Hervorragende Dokumentation! Danke, Jan!
Von Ruhri am Apr 26, 2009
Schöner Beitrag, der auch die Kontroverse aufgreift: Wo hört Kunst auf und fängt Vandalismus an? Waren die Aliens künstlerisch wertvoller als ein Graffiti am Betonsockel? Bedeutet die Duldung des einen (Aliens) Vorschub für das andere (Graffiti)? Muss man da eine klare rote Linie ziehen, Null Toleranz quasi?
Der RVR sagte nicht ganz zu unrecht, dass die Aliens weg müssen, weil der Urheber des Gesamtkunstwerks dagegen Einspruch eingelegt hatte. Ich argumentiere gegen diese Vorbringung gerne mit einer kleinen Anekdote von der Ruhr-Universität in Bochum. Die war ursprünglich mal ganz grau in grau, ohne die farbigen Außenanstriche an den Balkonen. Nachdem die Uni Anfang der 1990er Jahren wegen Selbstmorden und Depressionsproblemen unter Studenten und Mitarbeitern in der Presse in Verruf geraten war entschied sich das Rektorat das Lern- und Arbeitsumfeld mit besagten bunten Anstrich etwas erträglicher zu gestalten. Daraufhin wurde die Ruhr-Uni vom Architekten angegangen, der auch hier sein Gesamtkunstwerk zerstört sah. Aber die Universität konnte sich mit der Argumentation durchsetzten, dass es sich hier mitnichten um eine künstlerische Weiterentwicklung oder ähnliches handele, sondern ganz einfach und simpel um ein Koordinationssystem zur Leitung der Menschenströme, da die farbige Kodierung (Gelb/Grün/Rot/Blau) den jeweiligen Fachbereichen entspreche.
Die kleine Anekdote sagt mir zwei Dinge: Erstens: Die meisten „kulturschaffenden“ Architekten sind doch ziemlich weit von der Realität und Lebenswelt der meisten anderen Menschen abgekoppelt. Zweitens: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.
Von petschbot am Apr 27, 2009
> Die meisten „kulturschaffenden“ Architekten sind doch ziemlich weit von der Realität und Lebenswelt der meisten anderen Menschen abgekoppelt.
Wie war das nochmal? Laut Architekt stellen die Gebäude der Ruhr-Uni Schiffe dar, die in den Hafen des Wissens einlaufen. Ja ne, is klar.
Von Bjoern am Apr 27, 2009
“…Laut Architekt stellen die Gebäude der Ruhr-Uni Schiffe dar, die in den Hafen des Wissens einlaufen…”
“…einlaufen…”?
Wat is los?
Ich habb gedacht, von sonne Uni aus, da sticht man in See. Volle Segel! Un dann los! …
Von Angelika am Apr 27, 2009
“…Es kann ja sein, dass nun ein Abwehrzauber nötig ist, damit das Jahr der Kulturhauptstadt nicht vollends den Bach runtergeht?…”
Sonn kleiner Abwehrzauber könnt nich schaden, Jan (bei all den Schlamassel in Ruhrpott …).
Von Angelika am Apr 27, 2009
Muß nur en Preisschild dranmachen, dann isdat Kunst! Der Beyus hat son Kwadrat aus Klibber im Museum gestellt, Preisschild dran – zack, fättich, Kunst!
So läuft dat.
Von Ruhri am Apr 27, 2009
Als Exil-Bottroper (wohne am Nordrand Kirchhellens in Ekel) bekomme ich Gottlob nicht immer alles mit, was in Bottrop schief läuft
Von Jan am Apr 28, 2009
Bottrop Ekel, das ist echt der geilste Stadtteilname von allen
Von Bjoern am Apr 28, 2009
Kuckt ma, wat übber BOT-Ekel in net zu finden gibt:
http://www.wetterbote.de/Bottrop-Ekel-Gesundheitswetter-Angina_Pectoris-Birke.html
Von Angelika am Apr 28, 2009
Boah, dat is ja ma hart. Ich hab heut schon wieder Angina Pectoris, dat Wetter is so mies?! Ich dacht bisher damit rennt man zum Kaa… Kardo.. ähm Herzdockter und nich zum Mete… Metro… zum Wetterfrosch halt.
Von Bjoern am Apr 28, 2009
gucksu hier… infos zu ekel…
http://www.bottrop.de/tourismus/stadtportrait/stadtteile/060901_ekelhardinghausen.php
Von Jan am Apr 28, 2009
Komm du ma in meine Jahre, Björn, dann tut dir au da un dort wat weh … Abber ich kann noch 50 (fünfzig!) Kniebeugen – un dat locker! Dat is ja wohl wat! …
Danke für den link, Jan!
War gerade da und hab gelesen.
“…Der Name Ekel setzt sich zusammen aus dem Wort Eke, also Eiche und Loh, was lichter Wald heißt…” Interessant! (Ich habbet sonn bisken mit Namen, Geschichte un so).
Von Angelika am Apr 28, 2009
Habe zuvor schon mit Jan über die Widersprüch-
lichkeit gesprochen, dass die Aliens verschwinden mußten, während wir alle, zeitgleich aufgefordert wurden, kreativ mit eigenen Vorschlägen, Ideen und Aktionen an dem Gelingen der “Kulturhauptstadt2010″ teilzunehmen.
Da ist eine solche überflüssige Aktion nicht gerade motivierend.
Übrigens, die Bilder konnte ich beitragen, wenn es auch in der Dankesformel unter dem Beitrag anders vermerkt wurde.
Von Bernhard am Mai 7, 2010