Ey hömma!
Ich war ja getz wech. Also nich so richtig, abber aussen Dunstkreis von anne Emscher. Dat kleine freche Mädken, den Schwager (Jau! Den mitti abgekokelte Grillhütte!) und euern Ruhri hattet auf historische Pfade verschlagen. Wir alle drei im Auto vom Schwager und app im Süden. Getz nich ganz so weit wie nach Malle (is ja auch schlecht mitte Karre, haha!), sondern in eine urdeutsche tüpische Gegend: das deutsche Heimatland entlang die Hänge vonne Mosel!

Also ich kann dat schomma vorwechnehm: dat war richtig töffte! Und dat Wetter hat fleicht sowat von mitgespielt! Der Schwager war dauernd von “Kaiserwetter” am erzählen dran. Ich weiß getz nich, ob der mit den Kaiser den Franz oder den mitten Bart gemeint hat. Abber egal, die Sonne hattat die ganze Zeit gut mit uns gemeint.
Nur mit dat kleine freche Mädken lief dat nich ganz so geschmeidig. Die war dat immer “sooo laaaaaangweilig!“. Mipm Boot auffe Mosel am tuckern: “Boar Pappa, is dat laaaaangweilig!”. Durch dat dichte Unterholz auf diese Ritterburg Elz am anschleichen: “Laaaaangweilig!”. Mipm Sessellift auffe Bergspitze: “Mir is sooo laaaangweilig!”. Schwager und ich dieset ganze uralte historische Embi-Ente vonne uralte Kaiserstadt Trier mit alle Sinne am aufsaugen: “Ich will an meine Plehstehschen! Mir is sooo laaaangweilig!”. Ey, da bisse an diese geschichtsschwangere Stelle in unsere alte germanische Vergangenheit – und dieset verwöhnte Blaach is NUR am nörgeln!
Na gut, so als eine 10jährige mit zwei so alte Knackers übber fuffzich inne Welt rumgurken, is wohl für son Blaach nicht dat geilste wattet gippt. Abber da musste die durch! Und so kam dat kwasi auch, dat meine Tochter dafür Schuld war, dattich abends in meine Verzweifelung immer diese örtliche Spezinalitäten am verköstigen war. Also diesen Rebensaft.
Jau, und je mehr ich dem am verköstigen war, umso besser ging mich dat. Ich am verköstigen und verköstigen und verköstigen … Bin auch deshalb morgens immer als Letzter wachgeworden. Abber Opfer müssen ebent gebracht werden!
Abends in eine von diese Weinstuben wurd eine Holländerin euern Ruhri gewahr. Da unten laufen diese Holländer ja echt in ganze Mannschaftsstärke auf. Mipm Mopped, mipm Bus, mipm Auto und ganz viele mit so eine Karawane … also so ein rollendet Haus. Also ich bin da in dieset Lokal am rumsitzen und leidenschaftlich am Verköstigen, da setzt sich diese holländische Blondine in die besten Jahre an mein Tisch. Die mit ihre blauen Äugskes am Rumklimpern und mich auf Holländisch am Zuschwallen, aber ich happ dat nich geschnallt. Ich happ zwar von meine Mutter ihre Seite holländische Vorfahrn, abber ich bin diese kehlköpfige Sprache nich so mächtig.
Abber einet happich sofott kapiert: diese Dame war wohl bisken angeheitert und wollte euern Ruhri anne Wäsche!!! Getz wollte ICH mich abber nich anne Wäsche gehn lassen, weil dat Verköstigen mich richtich Spaß gemacht hatte. Die am Rumradebrechen, dattse zu mir auffe Stube mit wollte. Ich sach sie, datta ein kleinet bösartiget Mädken und noch ein Kamerad mit auffe Stube wär, die dat wohl übberhauptnich gut finden würden und dattat kleine Mädken wohl diese Sache spätestens nach meine Rückkehr die ihre Mutter -also meine Frau- verklickern würde.
Da meinte die, dat wär doch übberhaupt kein Problem, wir könnten doch nach DIE ihre Bude gehn! Da wär auch kein Kind oder ein andern Mann drinne, da könnte man sich dat so richtig muggelich machen. Boar, ich am Schwitzen, dat glaubsse nich! Ich hatt ja auch kein Bock dafür! Wat tun?!
Ey hömma, ich in ein Geistesblitz zu die gesacht: “Ey Sekunde ma bitte, ich mußma aum Klo!” und sone entsprechende Handbewegung gemacht. Ich mich also da in diese Kabine eingeschlossen und Schwager mit mein Händi ausse Nachtruhe gerissen! Ich sach zu ihn: “Hömma Schwager, ich bin in eine hochnotpeinliche Lage! Hier is so eine hormongesteuerte Käsköppin, die mich anne Wäsche will! Ruf mich in fünf Minuten ma aum Händi an und sach, et wär irnzwie wat ganz Schlimmet passiert!”.
Ich setz mich wieder bei die Olle und bin am Warten. Händi klingelt, Schwager is dran. Um dat getz richtich glaubwürdich zu machen, stell ich auf diese laute Mithöreinrichtung, dat alle im Umkreis dat auch gewahr werden konnten. *Klick* Und der Schwager legt richtich los und gippt Gas!:
“Ey Ruhri, hier is wat ganz Furchtbaret passiert! Kurz nach diesen plötzlichen Meteoriten-Einschlach neben unsere Ferienwohnung hat dat kleine Mädken aus Versehn Salzsäure ausse Pulle getrunken! Ich renn runner nach mein Auto wegen den Verbandskasten, da is die Kiste schon voll am Brennen wegen diesen Einschlach! Du muß un-be-dingt getz sofott nahause komm!”
Ich wollt mich noch triumfierend zu diese holländische Blondine zuwenden, abber da war die schon wech.
So, dat war getz die Geschichte, wie euern Ruhri im Urlaub den Deibel vonne Schüppe gesprungen is!
Bis die Tage ma widder!
Ey hömma! Ich war ja getz wech. Also nich so richtig, abber aussen Dunstkreis von anne Emscher. Dat kleine freche Mädken, den Schwager (Jau! Den mitti abgekokelte Grillhütte!) und euern...