Den Ruhri ihn seine Kollummne, Ausgabe 13.05.09

13. Mai 2009 – 19:07 von Ruhri

Ey hömma!

Getz is doch die Grillsehsong so lampsam am Anfangen. Ich bin ja ein Fenn von diese leckeren Würstkes und Stehks odder mainzwegen auch Schweinebäuche, diehe im Schweiße von dein Angesicht übber die glühende Kohle am brutzeln biss. Dat is noch ein Jopp für echte Männer! Oder kannze dir ne Frau an Grill vorstellen?? Na also!

Hömma, wie wir Vorfahren dammals im Neandertal gebrutzelt ham, dat is irnzwie auch heute noch in unsere männliche Gene drinne. Wir sind ebent die gebornen Jäger, Sammler und Feuerkenmacher. Ich war ja schon als Kröte immer gerne am rumzündeln. Und weil wir keine Stehks hatten, ham wir (natürlich geklaute!) Katoffeln inne Asche kokeln lassen. Warn zwar voll schwatt, aber total lecker! Dat fand meine Mudder abber getz damals gaanich so gut, weil ich von den ganzen Qualm immer am stinken war wie son Puma. Und eima is auch die Feuerwehr mit ein ganzen Zuch angebrettert gekommen, wat ich getz hier aber nich vertiefen will, weil ich erstens dammals unerkannt durch den ganzen Rauchvorhang abhaun konnte und ich zweitens nich weiß, ob diesen Großflächenbrand und die Ewakuierunk von dat Stadtviertel heute schon verjährt sind. Gab abber keine Tote odder Verletzte, sons hättat inne Zeitung gestanden …

Abber ich merk schon, ich kwassel mich hier widder um Kopp und Kragen …

Also um zu dat Grillen zurück zu kommen: Schwager Manni rief mich letzte Tage an. Er hätte sein Gartenhäusken getz fettich – mit Grillplatz und allen PiPaPo. Nu mussich dazu sagen, dat der da schon seit Mai im letzten Jahr dran am rummachen is. Der hättsich ja einfach bei Fockenberg son Fertigteil für 1500 Teuronen kaufen können und gut wär gewesen. Sogar schon in den letzten Sommer …

Abber neee, der wollte ja allet sälps machen. Wat ihm irnzwie nach ein ganzet langet Jahr ja auch getz gelungen is. Hat ihn bis heute dreieinhalp Mille gekostet – plus Nerven plus Schwazzarbeit plus watweißich. Ganz nach den Motto: “Ich machet mir sälps!”.

Strom hatter dann “provisorisch” inne letzte Woche gelecht, also allet klar für unsern ersten Grillabend dieset Jahr am Samstach. Schnell noch bei Jaeger inne Zitti  lecker Fleisch und Würstkes eingekauft, reichlich Bier bein ALDI, dann die zwei weiblichen Restmitglieder von meine Familie in mein Auto verstaut und app nach den Manni.

Wir kommen also da an vor den seine Gartenhütte – allet piekfein! Mit Herzkes inne Türe und ausse  Fensterläden rausgesägt und mit richtige Tischdeckskes auffe Tische. Sogar sonne Holzterasse hatter davor gebaut. Grill stand schon breit für zum Grillen. Wir machen uns dat also bequem und Manni und ich gleich die erste Pulle auf. “Dat perlt abber!” würd der Dittsche in Fernseh sagen. Ruckzuck war die zweite Pulle am Hals. Schwager und ich hatten uns getz richtich auf dat Biertrinken versteift und aintlich kein Bock mehr, sälps den Grill anzuschmeißen. Dat ham unsere beiden Ischen auch gleich gemerkt. “Bleibt ma da sitzen und pichelt weiter, WIR machen dat!”.

Dat sollte sich allerdings kurze Zeit drauf noch als ziemlich unkuhle Idee rausstellen …

Schwager und ich heftich weiter am Verköstigen, die Weiber wollten Feuerken ausse Grillkohle machen.

Getz ging die dat abber nich schnell genuch. Weisse, wat die da gemacht haben?

Genau!!!

Nache erste Stichflamme mit eine gewaltige Verpuffung und als sich die schwatte Qualmwolke bisken verzogen hatte, wurden wir gewahr, dat die Holzterrasse vore Hütte voll am kokeln war. Wir son bisken halbherzich mit dat kostbare Bier zu löschen versucht. Willi, den Manni sein Nachbar, der immer allet übern Zaun am beobachten is, war getz abber dafür verantwortlich, dat auf eima der Löschzuch in Garten stand und mit seine Tätigkeit am anfangen war. Die ham dat auch schnell unter Kontrolle gekricht, nur der Manni muß getz diese Terasse komplett runderneuern.

manni

Ganz am Schluß kommt auf eima der Älteste von diese Feuerwehrmänner auf mich zu. Mit sein grauen Bart unter den sein Helm hätte der aintlich schon längs  inne Rente sein müssen, so alt war der wohl. Der baut sich vor euern Ruhri auf, kuckt mich mit so ein komischen Blick inne Augen an, überlecht pa Sekunden und fracht dann so schneidend und hinterhältich:

“Kenn wir beide uns nich von früher? Ich mein, von GANZ früher?!”

Ich mit meine Kanne Bier noch inne Hand dreckt app in mein Auto gedüst und wech! Ich happ ers nach fünf Minuten widder dat erste Mal vorsichtich im Rückspiegel gekuckt, da hattich die wohl alle abgehängt, jedenfalls war kein hinter mich her. Frau und Tochter happich dann ers am Abend von den Manni abgeholt, als et schon dunkel und die Luft widder rein war.

Bis die Tage, man liest sich! Und kokelt nich so viel!
Euern Feuerteufel Ruhri

  1. 2 Reaktionen auf “Den Ruhri ihn seine Kollummne, Ausgabe 13.05.09”

  2. Wat du allet so erlebs, Ruhri! Dat is ja echt sensationell!!!

    Abber trotz dieset Abenteuer bei dein Schwager Manni sein Gaatenhäusken, lass dir die Steaks un Würstkes inne Grillsaison gut schmecken!!!

    Von Angelika am Mai 14, 2009

  3. @ Angelika

    Die “Kunst” is datt, watte erlebst, bisken zu dramatisieren und aus zwei, drei Geschichten eine einzige zu machen. Muß abber immer real passiert sein mit deine Person, sons ist dat unglaubwürdich …

    Außerdem is dat Fotto in den Bericht schwerstens übbertrieben. SO hat dat nie gebrannt! Dann würd ich heut wohl nich mehr hier Unsinn schreiben können … ;-)

    Abber dat mitti Fraun am Grill is bittere Wahrheit! ;-)

    Und dat mitti brennende Wiese in meine Jugend ist wahr :-) Ich hab dieset Trauma, dat mich seit meine Kindheit verfolcht, getz in diesen Bericht verarbeitet. Da war wirklich dat ganze Feld zwischen die ******- und *****straße voll in Flammen aufgegangen. Ich sach getz auch nix mehr ohne mein Anwalt!

    Von Ruhri am Mai 14, 2009

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