Kohlesubventionen: Die unbequeme Wahrheit

22. November 2009 – 17:17

Die Ruhrbarone haben heute einen brisanten Artikel zum Thema Kohlesubventionen mit dem bezeichnenden Titel Ran Ans Geld!.

Was dort beschrieben wird, ist ein ausgeklügeltes Bereicherungssystem auf Kosten des Steuerzahlers. Allein die Tatsache, dass die RAG Eigentümer gleichzeitig deren Kunden sind und sich offensichtlich ihre Preise nach Gutdünken festlegen, stinkt zum Himmel. Mittels gefühlsdusseliger Kumpelromantik werden so den Bürgern Jahr für Jahr Milliarden aus der Tasche gezogen, damit die RAG Anteilseigner mit diesem Geld ihre Bilanzen aufhübschen können.

Die Kohlesubventionen sind also nicht nur wirtschaftlich völliger Unsinn, sondern wenn man der Darstellung der Ruhrbarone folgt, sogar hochgradig betrügerisch.

Und das Schlimmste daran: Alle machen mit! Der Konsens zu den Kohlesubventionen zieht sich quer durch alle Parteien, Gewerkschaften und Konzerne. Und die so genannte ‘vierte Gewalt im Staate’ steht daneben und hält den Mund! Wer hier denn Finger dennoch in die Wunde legt, wird sofort von allen Seiten aufs Übelste beschimpft und diskreditiert, weswegen das Thema in der Öffentlichkeit totgeschwiegen wird.

Soviel auch zur praktisch gelebten Pressefreiheit. Hier wird auch wieder deutlich, dass die klassische Presse eben genau das nicht ist, was sie immer vorgibt zu sein: Seriös und professionell. Da muss schon eins dieser Blogger-Schmuddelkinder daher kommen und der Holzpresse zeigen, wie echter Journalismus geht.

  1. 7 Reaktionen auf “Kohlesubventionen: Die unbequeme Wahrheit”

  2. Kleiner Hinweis auf die große Presse – Welt am Sonntag:
    http://www.welt.de/wirtschaft/article5285813/Die-ganze-Wahrheit-ueber-die-Steinkohle-Abzocke.html?page=1#article_readcomments

    Von Invisible am Nov 22, 2009

  3. Naja wer über die Kohlesubventionen schimpft sollte sich mal die Subventionen der Bauern und restlichen Agrarwirtschft angucken, die bekommen zum einen deutlich mehr und zum anderen haben wir schon genung Michseen, Butterberge…

    Von pannaskopp am Nov 22, 2009

  4. @Invisible: Immerhin etwas zur Ehrenrettung der großen Presse.

    @pannaskopp: Jau, Recht hasse, nur macht dat die Sache mit der Kohle nich besser.

    Von Bjoern am Nov 22, 2009

  5. Nochmal zur Welt am Sonntag: Die Autoren des Artikels sind auch die Autoren bei den Ruhrbaronen, was unter anderem an dem teilweise gleichen Text zu erkennen ist.

    Von Bjoern am Nov 22, 2009

  6. Das ist doch nun wirklich keine neue Erkenntnis. Subventionen aller Art (ob nun Agrar-, Kohle- oder für erneuerbare Energien oder sonst was) erzeugen Fehlallokationen, das ist nichts anderes als Klientelpolitik – mal abgesehen davon, dass der Staat sich diesen Luxus gar nicht leisten kann. Der Staat soll sich gefälligst aus der Wirtschaft heraushalten, es werden immer wieder die gleichen Fehler gemacht – auch jetzt mit einer vermeintlich bürgerlichen Regierung. Der Staat ist auch im Strukturwandel nicht die Lösung, der Staat ist das Problem. Wir würden heute noch Postkutsche fahren, wenn man sie nur ausreichend subventioniert hätte. Die Subventionspolitik dient ausschließlich der Stimmenmaximierung (siehe Arbeiterführer Rüttgers), ökonomisch ist das völliger Schwachsinn!

    Und dass die sog. Qualitätsmedien solche Erkenntnisse zumeist verschweigen, ist ebenfalls keine Überraschung. Glücklicherweise kann man sich im Internet wesentlich aktueller, objektiver und abseits des Mainstreams sehr gut informieren. Ich wünsche mir mehr solcher Beiträge gegen die Volksverdummung auch in Bottroper Blogs.

    Von Jürgen am Nov 24, 2009

  7. @Jürgen: Vollständig einverstanden, sehe ich ganz genauso.

    Allerdings glaube ich, dass die Angelegenheit mit der Kohle noch einmal eine ganze Ecke dreister ist als man es von Subventionen im Allgemeinen schon gewohnt ist.

    Vielleicht sind diese Vorgänge im Endeffekt wenigstens gut dazu, um ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was für einen Wahnsinn wir uns Jahr für Jahr mit unseren Subventionen leisten.

    Deutschland ist nämlich eigentlich ein sehr sehr reiches Land. Wenn wir uns diesen ganzen Subventionswahnsinn und noch so einige andere Späße (Schonmal überlegt, wofür wir eigentlich hunderte gesetzliche Krankenkassen benötigen? Genau, damit wir uns hunderte nichtsnutzige Krankenkassenvorstände leisten können!) nicht leisten würden, hätten wir eigentlich gar keine Probleme mehr.

    Wär vielleicht auch nach ner Zeit nen bisschen langweilig, aber immerhin mal was Neues.

    Von Bjoern am Nov 24, 2009

  1. 1 Trackback(s)

  2. Jan 23, 2010: Bottrop - Blog - 22 Nov 2009

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