SPD Fraktion – Sparvorschläge mit “schwerem Herzen”

22. Januar 2010 – 13:07

“Zusätzliche Einnahmen wolle die SPD mit der Ausweisung neuer Wohnbauflächen erzeugen, etwa an der Sportanlage Rhenania, der Horster-/Bremer Straße, der Brentanostraße in Kirchhellen oder der Jörgensmannswiese.”

Vor über 50 Jahren verkaufte meine Großmutter diese Grundstücke “Jörgensmannswiese” – den vorderen Sport- und Festplatz und den hinteren Teil, der jetzt für die Wohnbebauung veräußert werden soll – an die Stadt.
In all den Jahren danach, gab es keine Veranlassung, diese Fläche zu verkaufen – bis die CDU 2004 und nun die SPD Fraktion diese Fläche in den Blick genommen hat.

Gibt es keine anderen Möglichkeiten Geld zu sparen oder zu erlösen, als in den Jahren, in denen die Einwohnerzahl deutlich sinkt und es viele leer stehende Wohnungen in unserem Stadtteil gibt, weitere Wohnflächen zu erschließen?

Mich stört an diesen Erwägungen besonders, dass in dieser Zeit, in der Umweltzonen eingerichtet werden um Feinstäube zu senken, solche natürlichen und unbelasteten Freiflächen aufgegeben werden, die eine wertvolle Frischluftschneise bilden und sicher mehr der Feinstäube binden, als durch die Schaffung der Umweltzonen vermieden werden.

Wenn man an einem Sommerabend über diese Fläche wandert, ist die positive Wirkung auf das Klima deutlich spürbar. Ob nach einer Bebauung sich weiterhin Singdrosseln, Grünspecht in dieser Zahl einfinden ist zu bezweifeln.

Auch Hundebesitzer – die nach Überlegungen der SPD mit einer weiteren Anhebung der Hundesteuer rechnen müssen – wissen diese Fläche zu schätzen, auf der sie sich bewegen können ohne zurechtgewiesen oder angefeindet zu werden.

Weiter befürchte ich, dass ein großer Teil des zu- und abfließenden Verkehrs dieses neuen Wohnbereiches durch die schmale Wrangelstraße fließt, obgleich sie eine Anliegerstraße ist. Dies ist schon jetzt in Bezug auf die Neubausiedlung “An der Gräfte” zu beobachten.

Mit mir wären viele Batenbrocker Bürger dankbar, wenn diese ökologisch bedeutenden Fläche erhalten werden könnte. So können auch innerstädtisch Bereiche eine gewisse Wohn- und Lebensqualität behalten.

Danke an Bernhard für den Gastbeitrag.

  1. 12 Reaktionen auf “SPD Fraktion – Sparvorschläge mit “schwerem Herzen””

  2. Die Sachzwänge, die Sachzwänge!

    Oder kennt die SPD schon die Entwickler dieser Flächen?

    Neubauten lassen sich viel besser und vor allem schneller als “erfolgreiche Politik der Stadtentwicklung” verkaufen, als leerstehende Wohnungen mit Mietern zu belegen. Und trotz Umweltzonen sthet der Schutz solcher Grünflächen wie oben beschrieben immer noch nicht auf der Agenda der meisten Stadtväter.

    Denn es gilt auch, dass an der “Inwertsetzung” von Grünflächen deutlich mehr verdienen können als durch einen Schutz derselben bzw. als wenn man nur die leerstehenden Wohnungen wieder belegt.

    Die SPD-Fraktion scheint nichts kapiert zu haben.

    Vielen Dank, ein schöner Text.

    Von Jürgen am Jan 22, 2010

  3. Ein ganz hervorragender Beitrag!

    Wo genau liegt denn dieses Areal? Danke für die Info!

    Von Ruhri am Jan 22, 2010

  4. @ ruhri: gibsu dat

    51°32’1.86″, 6°56’44.97″

    bei kugelerde ein, landeste auffe Wiese um die et geht…
    Anders gesagt, die Wiese liegt zwischen Scharnhölz-, Funke-, Düppel-, Wrangelstrasse und Förenkamp…

    Von Janny the Jan am Jan 22, 2010

  5. Da wo immer Zirkus war + dahinter?

    Von Pepo am Jan 22, 2010

  6. Pepo, genau dort.

    Von Bernhard am Jan 22, 2010

  7. Ein herrliches Stück Land! Wirklich ein “Sahnestückchen”!

    Da kann man viele, viele, viele Einheiten bauen und teuer verkaufen! :-( Die Natur spielt keine Rolle – wir ham ja reichlich …

    Von Ruhri am Jan 23, 2010

  8. Also wir spielen da öfters im Sommer Fussball und wenn da jetzt wieder gebaut wird dann geht der Ärger wieder los.
    Seid nicht so laut spielt doch wo anders und das ganze zeug wieder :-{

    Von Heiko am Jan 24, 2010

  9. “Gibt es keine anderen Möglichkeiten Geld zu sparen oder zu erlösen, als in den Jahren, in denen die Einwohnerzahl deutlich sinkt und es viele leer stehende Wohnungen in unserem Stadtteil gibt, weitere Wohnflächen zu erschließen?” (s.o.)

    Genau das habe ich mich in OB auch schon gefragt. Wohnungen stehen leer, Häuser suchen Käufer und es werden neue Flächen erschlossen, entstehen Neubaugebiete. Das ein Bedarf dafür da ist, sehe ich nicht.

    Von Angelika am Jan 27, 2010

  10. Nö, Bedarf ist nicht da. Neubauten werden aber gefördert, lohnen sich also trotzdem. Planwirtschaft at its best. Mit den bekannten Effekten …

    Von Bjoern am Jan 27, 2010

  11. Wieder einmal versucht die SPD sich aus der Verantwortung zu ziehen.

    Die vorgelegten 95 Punkte Sparvorschläge der SPD – die schon mit der CDU Ratsfraktion abgestimmt sind – betreffen nur den Sozialenbereich und Erhöhungen in den Kommunalen Steuern und Abgaben.

    Wenn der Rat der Stadt Bottrop Einsparungen vornehmen will, gibt es auf Anhieb eine Menge Möglichkeiten:

    Der Ausbau Schwarze Heide – Rollbahn und Gewerbegebiet, ohne die vom RP geforderte Infrastruktur auf dem Flugplatz – soll lt. Aussage der Verwaltung rund 12, 5 Mio. € betragen. Hier werden dann Einnahmen von max. 7 Mio. € – 100 %iger Verkauf der Gewerbefläche – Die tatsächlichen Kosten werden für Bottrop bei mindestens 25 Mio. betragen.

    Das schon im Rat beschlossene Projekt Bottroper Lichter – hier sagt man das es Geld kostet, aber nicht wie hoch sich Anschaffungs-, Bau-, Betriebs- und Instandhaltungskosten sich belaufen-

    Das neu geplante Parkhaus in der Rheinstahlstraße, auf dem Gelände des Brauhauses, mit 260 Stellplätzen. Bottrop leistet sich ein 600 Stellplätze großes Parkhaus, dass zu max. 1/3 ausgelastet ist und nebenbei jährlich mit rund 200.000 € bezuschusst werden muss. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, da die Vorgaben des RP Münster nicht erfüllt werden, die gesamte Förderung, zuzüglich Zinsen zurück gezahlt werden müssen.

    Das gesamte Projekt Parkautobahn bringt außer Kosten überhaupt keinen Nutzen und erspart Steuergelder von rund 2,5 Mio. €

    Was den Sparvorschlägen die Krone aufsetzt, sind die in 2008 2009 durchgeführten Gehaltserhöhungen innerhalb der Stadtverwaltung, Alleine die Anhebungen in den Gruppen A12 bis A 16 betragen rund 2,5 Mio. €.

    Von gegen-Korruption am Feb 6, 2010

  12. war die spd je anders ? was in berlin gescheitert ist,klappt in bottrop schon seit jahrzenten problemlos.eine hand deckt die andere.

    Von botti am Feb 6, 2010

  13. ….. leider, leider …. früher dort jahrelang fussball gespielt …. fast alles sieht noch aus wie in den 60′s, wenn man obige fotos betrachtet, glaubt man doch nicht in bottrop batenbrock zu sein ….. tja, da hat man ein schönes stück natur in der feinstaubzone ( oder ist dort keine ?? ich vermute schon ), und man muss kein nostalgiker sein, um das erhaltenswert zu finden – ohne neubebauung …. aber unsere meinung hier interessiert eh keinen … sieht man an der innenstadt … kaufland bahnhof, spielhallen, dönerbuden, handyshops, kiks & co .. und die letzten häuser mit ” charme, charisma ” werden “attraktiven bebauungen” weichen ( das kleine haus gegenüber dem rathausplatz … )….. hoffen wir, dass passmanns bleibt , waere sonst bestimmt auch n fall fuer besagte ” attraktive eigentumswohnungen in stadtgartennähe ” schade, schade ..

    Von juergen am Feb 19, 2010

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