Archiv für den Monat: Juli 2011

Die 21-Uhr-Geschichte (5): Wie die Untoten zurückkehrten

Hand in Hand fuhren wir die Kaufland-Rolltreppe hoch, sie auf der rechten Spur, ich auf der mittleren. Auf der linken kamen uns, einer gepresst hinter dem anderen, Menschen entgegen. Ausschließlich Bottroper, wie ich sofort erkannte.

Der Bottroper an sich wirkt, wenn er sich nicht gerade für einen Besuch außerhalb seines Planeten fein macht oder “stylt”, wie manche Leute zu sagen pflegen, also der Bottroper wirkt eher … unorthodox, hat also seinen ganz eigenen Stil. Nicht, dass alle Bottroper, wie es böse Medien streuen, ausschließlich in ballonseidenen Anzügen einherliefen. Aber es ist nun einmal so, dass sich der Bottroper in seiner Stadt zu Hause fühlt und sich – logischerweise – so kleidet, als ob er zu Hause wäre. Bottroper, die in Pantoffeln angetroffen werden, sind zwar nicht die Regel, aber auch keine Ausnahme, wohingegen das ungebügelte Hemd, mit dem der männlichen Bottroper auszugehen pflegt, eine gefestigte Tradition hat und somit der Fremde, also der Nicht-Bottroper, am gebügelten Hemd vor Ort leicht identifiziert werden kann.

Bottroperinnen lassen sich von der Farbenlehre des größten Stadtsohnes, des Malers Josef Albers, bei der Zusammenstellung ihrer Kleidung wenig beeindrucken. Grell, schrill und haut voll rein überwiegen. Das Dezente wird strikt vernachlässigt. Was auch für die Bedeckung der Gesichtshaut gildet.

Ein Paar, das mir von oben entgegenrollte, stach aus der Menge hervor. Beide groß, weit über die Einsachtzig. Beide im Partnerlook: schwarze, eng anliegende Trainingsanzüge mit drei Außenstreifen. Er mit einer lückenhaften 70er-Jahre-Matte, sie rechts gescheitelt, links rasiert, bemalt im Apachenlook. Im Einkaufswagen eingeklemmt vor ihnen ein etwa Dreijähriger, dem Vater aus dem Gesicht geschnitten, mit der Frisur der Mutter, Trainingsanzug in grellem Rot. Als das Trio an mir vorbeiglitt, knipse ich dem Kleinen Äugschen. Woraufhin Vater und Sohn in gleichzeitiger Harmonie die Mittelfinger hoben. Die Mutter zog eine Grimasse, welche mich sofort an eine Szene (auf dem Trailer in 0.40) aus dem Film “Die Rückkehr der Untoten” erinnerte. Sie zischte zu mir rüber: “Arschgesicht!”

Die 21-Uhr-Geschichte (4): Wie ich auf den Zeppelin stieg

Erst kurz vor der Rolltreppe gelang mir mit Mühe die Vollbremsung. – Ich brauchte mich nicht umzuschauen. Ich wusste, wer mich da so unsanft ins Kaufland befördert hatte: Die ältere Dame von “plus”, wo sie das das Toilettenpapier wohl doch nicht gekauft hatte, denn sie rollte freier Sicht auf mich zu. “Na, junger Mann, wie is? Muss Sie bedanken.”

Ich versuchte mich zu sortieren, verstand nicht, worauf sie hinauswollte.

“Wie Sie erwähnen Kaufland, mir is eingefallen, dass hier heute Sonderangebote alles für Klo. Kommem Sie, junger Mann, wir gehen gucken mein Papier und Ihre Hellbraune. Aber zuerst zeige Sie Lebensmittelhimmel.” Sie lächelte – irgendwie süß.

Als Bottroper kannte ich Rolltreppen bisher nur von Karstadt. Dort führt eine hoch und auf der gegenüberliegenden Seite eine runter. Hier bei Kaufland gab es drei Rolltreppen, und zwar nebeneinander. Die linke fuhr runter, die mittlere und die rechte fuhren hoch. Und wenn viele Leute den Laden verließen, könnte man die mittlere umstellen. Genialer Einfall! – Hinter mir hörte ich leises Grummeln. Da standen drei, vier Dutzend Leute, denen wir den Weg nach oben versperrten.

Die nette Dame streckte mir ihre offene Hand entgegen. “Stairway To Lebensmittelheaven“, sagte ich und schlug ein. (Fortsetzung morgen um 21 Uhr)

Gefragt aufen Markt: Bottrop repräsentativ

Die Samstagsfrage aufen Markt: Bottrop hat sich aufgrund der Initiative einzelner hervorragender Persönlichkeiten in den letzten Jahren zu einer schönen Stadt mit einem schönen Image entwickelt. Wikipedia definiert Image als “das innere Gesamt- und Stimmungsbild bzw. den Gesamteindruck, den eine Mehrzahl von Menschen von einem Meinungsgegenstand hat. … Ein Image entsteht vor allem affektiv auf der Gefühlsebene und reflektiert positive sowie negative Assoziationen, wobei Informationen oder Wahrnehmungen anderer den Gesamteindruck mitprägen können.” KLICK
Welche hervorragende Persönlichkeit hat in den letzten Jahren am meisten für das neue Image unserer schönen Stadt Bottrop getan?

Ergebnis der repräsentativen Umfrage auf dem Bottroper Markt am 30. Juli 2011:

Platz 10: Bodo Buschmann von Brabus
Platz 9: Reinhard Thater, DBG-Kreisverbandsvorsitzender
Platz 8: Bernhardine Lützenburg, Vorsitzende der Kunstgemeinschaft Bottrop
Platz 7: Werner Bartelt-Brüggemeier vom Puppentheater “Sonstwo”
Platz 6: Reinhard Kamps vom Briefmarkenverein BSV 1930 Bottrop
Platz 5: Andreas Kind von der städtischen Kulturwerkstatt
Platz 4: BOT-SPD
Platz 3: Oberbürgermeister Bernd Tischler
Platz 2: Oberbürgermeister Bernd Tischler
Platz 1: Oberbürgermeister Bernd Tischler

Die 21-Uhr-Geschichte (3): Wie ich in den Verrat gestoßen wurde

Da stand ich nun vor dem Riesenbau und dachte an meinen Schwur: Nie im Leben innet Kaufland, dat mein Hallenbad aufen Gewissen hat.

Allerdings bemerkte ich, wie mir die Spucke im Mund zusammenlief, konnte mich nicht dagegen wehren, bekam die Hellbraune nicht aussem Kopp. Und in der Magengegend – so ein komisches Flattern. Was war das gleich noch? – Fast vergessen:  Schmetterlinge im Bauch. Ein Magengeschwür würde auf jeden Fall nicht so höflich anklopfen.

Und ein Sprichwort fiel mir ein. Wohl von Brecht. Welches Stück? Auch fast vergessen: Dreigroschenoper. “Erst kommt das Fressen, dann die Moral.” Bei mir müsste es ganz exakt heißen: “Erst kommt die Cola light ganz ohne Coffein mit dem hellbraunen Verschluss, dann lange nix und dann die Moral.”

Eigentlich stand ich gerade neben mir, war nicht ich selbst, sah, wie ich willenlos einen Euro in den Schlitz steckte, den Einkaufswagen herausbugsierte,  vor einem hüfthohen Drehkreuz stoppte, vor letzten Barriere.  Rechts von mir die Kaufland-Infotheke. Zwei junge, durchaus hübsche Damen winkten mir zu. Was tat ich hier? Wie konnte ich nur! Meine Ideale verkaufen für ein paar lumpige Schlucke Brausewasser Zuckerwasser ohne Zucker. [Dank an raullix]

Die hübschen Damen winkten energischer. Wie die … wie hießen die trällernden Fischtanten damals bei dem Odysseus noch? Jau, wie die Sirenen. Doch ich stand wie angeklebt. Ein Leben lang hatte ich – zumeist – guten Gewissens in den Spiegel schauen können. Und jetzt? Ich war gerade dabei, zum Verräter zu werden. Verrat an all dem, was mir Jahrzehnte lang teuer und lieb gewesen war; Verrat an den Leitlinien, die …

Plötzlich bekam ich einen Stoß in den Rücken, einen Bodycheck, der in der Eishockey-Bundesliga garantiert mit einer Zwei-Minuten-Strafe wegen rohen Spiels geahndet worden wäre. Ich hob leicht ab, drückte wuchtig meinen Einkaufswagen vorwärts, das Drehkreuz öffnete sich, und die beiden hübschen Damen winkten mit einem Kundenlächeln mein Gefährt und mich durch.

Erst kurz vor der Rolltreppe gelang mir mit Mühe die Vollbremsung. – Ich brauchte mich nicht umzuschauen. Ich wusste, wer mich da so unsanft ins Kaufland befördert hatte. (Fortsetzung morgen um 21 Uhr)

Die 21-Uhr-Geschichte (2): Wie mich der Teufel nach Kaufland ritt

Eine halbe Stunde nach dem Krankenbesuch war ich bei “plus”, stellte mich in die Schlange und fragte, als ich dran war, die Kassiererin höflich, ob es denn möglich wäre, die Hellbraune ins Sortiment aufzunehmen. Ich würde mich – gerne auch schriftlich – verpflichten, mindestens 60 Liter im Monat abzunehmen.

Die Antwort, die ich erhielt, ließ mich stutzen: “Nee!”

Ich führte der Dame daraufhin plastisch das Magenleiden meines Freundes vor, versuchte die wohligen Gefühle zu umschreiben, die die Hellbraune in meinem Rachenraum ausgelöst hatte, als ich plötzlich einen Stoß in den Rücken bekam, einen Bodycheck, der in der Eishockey-Bundesliga garantiert mit einer Zwei-Minuten-Strafe wegen rohen Spiels geahndet worden wäre.

Ich taumelte Richtung große Außenscheibe, vollführte im letzten Moment eine Drehung, riss gleichzeitig beide Arme hoch und krachte in die angeketteten Einkaufswagen. – Stille bei “plus”. Schweigen hinter mir an der Kasse. Dann zögernder Applaus, unterbrochen von der Stimme der Kassiererin: “Ham sich wat getan?”

Nach zehn Sekunden des Abtastens und Dehnens wusste ich: Alles heile.

Langsam drehte ich mich um. Die Schlange starrte mich mit großen Augen an, an deren Spitze eine ältere Dame, die ihren Rollator bis weit über Kopfhöhe mit Toilettenpapier bepackt hatte. Meine Bodycheckerin!

Ich versuchte die Gunst der Sekunde zu nutzen, sank vor der Kassiererin auf die Knie. “Bitte, bitte, die Hellbraune!” Die Antwort kannte ich schon. Diesmal kam sie allerdings im Chor von der Schlange: “Nee!”

Ich weiß bis heute nicht, welcher Teufel mich ritt, aber ich zischte zurück: “Dann geh ich eben nach Kaufland – und zwar sofort!” (Fortsetzung morgen um 21 Uhr)

Revierpassagen: Das Leben der Anderen

(27.07.2011. Revierpassagen) “”Da lungert man schon seit geraumer Zeit bei Facebook herum und hat noch nichts darüber geschrieben. Das geht nicht an!
Zumal Facebook ansonsten das meistbekakelte Ding in der Medienlandschaft sein dürfte. Wir haben hier also das unoriginellste aller Themen. Das mutmaßliche Interesse ist in etwa so breit gestreut wie früher bei TV-”Straßenfegern”. Millionen können mitreden oder glauben dies jedenfalls. Wo gibt es das sonst noch – außer vielleicht beim Fußball.
Nein, hier wird keine schneidige oder geschmeidige Analyse geliefert, sondern nur die schlichte Beschreibung von ein paar Phänomenen und Phantomen.”"
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Pottblog: “Video: Gedenkfeier ein Jahr nach dem Loveparade-Unglück in Duisburg”

(27.07.2011. Pottblog) “Nach der unverständlichen Absage des WDR kümmerte sich die nordrhein-westfälische Staatskanzlei, die auch auf Wunsch der Angehörigen der Opfer der Loveparade die gesamte Feier organisierte, um einen Internet-Stream1. Inzwischen ist auch die Aufzeichnung der insgesamt fast zweistündigen Veranstaltung online verfügbar …” Den gesamten Artikel lesen KLICK

Die 21-Uhr-Geschichte (1): Wie ich die Hellbraune entdeckte

Nachdem ich auf dem Berliner Platz den Abriss des Hallenbades mit angeschauen musste, schwor ich mir: Diesen Laden, den die hier hinbauen, werde ich nie betreten. Habe ich dann auch nicht. Bin treu zu “netto”, das ich nostalgisch  “plus” nannte, getapert, habe mich darüber geärgert,  dass mein Stammkäse eines Tages ohne Vorankündigung unauffindbar verschwunden war, darüber, dass die Schlange vor der Kasse täglich länger wurde und die Abkassiererin  immer so einen arg argwöhnischen Blick in meinen – ich bin Stammkunde! – Einkaufswagen  warf, wo ich – als grundehrlicher Stammkunde! – doch pedantisch alle  Waren aufs Band gelegt hatte … egal: nur nicht Kaufland!

Ich blieb meinem Schwur treu, bis – ja, bis ich meine Cola-Marke wechselte.

Ich bin seit Jahrzehnten Light-Junkie, lasse für mein Lieblingsgetränk Milch, Kaffee und Bier ganz weit links liegen, packte mir nach jedem “plus”-Einkauf zwei der Anderthalbliterflaschen mit dem Silberdeckel in meinen Rucksack, bis – ja, bis ich die andere entdeckte: bei einem Freund, ebenfalls Light-Junkie, der mit Magengeschwür im Krankenhaus lag und zwangsweise auf koffeinfreie Light umgestiegen war. Auf die mit dem hellbrauen Deckel. Als wir auf seine rasche Genesung anstießen, war es für mich Liebe auf den ersten Schluck.

Eine halbe Stunde nach dem Krankenbesuch war ich bei “plus”, stellte mich in die Schlange und fragte , als ich dran war, die Dame an der Kasse höflich, ob es denn möglich wäre, die Hellbraune ins Sortiment aufzunehmen. Ich würde mich – gerne auch schriftlich – verpflichten, mindestens 60 Liter im Monat abzunehmen. Die Antwort, die ich erhielt … (Fortsetzung morgen um 21 Uhr)

Saarbrücker Zeitung: “Mit Wehmut nach Bottrop”

(25.07.2011. Saarbrücker Zeitung) “”Mit dem Ende der Kohleförderung an der Saar endet auch die Geschichte der RAG-Zentralwerkstatt in Hirschbach. Anfang des nächsten Jahres werden erste Teile aus dem Sulzbachtal nach Bottrop umziehen. … ”Am 30. Juni nächsten Jahres werden die Werkstätten leer geräumt und besenrein an die RAG Montan Immobilien zur weiteren Verwaltung übergeben”, kündigt Bereichsleiter Petto das Ende der Einrichtung an. Bereits Anfang 2012 werden die ersten Mitarbeiter mit einem Teil der zu erledigenden Arbeiten nach Bottrop verlegt. Andere Beschäftigte werden sich um Restarbeiten in Ensdorf kümmern.
Was fühlt ein Mann wie der Saarländer Petto, der sich von der Pike auf in den Zentralwerkstätten hochgearbeitet hat und der heute als Chef alle Mitarbeiter kennt, wenn er an das nahe Ende seines Arbeitsplatzes denkt? Die Antwort kommt spontan: “Ich werde mit ein wenig Wehmut nach Bottrop gehen, aber ich stelle mich der neuen Herausforderung. Meine Familie und ich müssen genauso mit der Situation leben, wie die übrigen Kollegen, die von der Saar an die Ruhr wechseln”. …”"
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Bei Saturn (und Media-Markt) fallen 3000 Stellen weg. Konzern setzt aufs Internet. Doch Saturn soll als Hauptmieter das Hansa-Zentrum retten.

„Schlechte Stimmung bei den Elektro-Ketten: Die Metro-Tochter macht hohe Verluste – und streicht 3000 Stellen. Um aus der Misere zu kommen, drängen Saturn und Media Markt jetzt massiv ins Internetgeschäft“, das berichtet heute Nachmittag die „Süddeutsche Zeitung“. Nach einem massiven Gewinneinbruch bei den Elektronikketten, die beide zum Metro-Konzern gehören, stellt sich in Bottrop eine Frage: Hat das Auswirkungen auf die Zukunft des Hansa-Zentrums?
Zur Erinnerung: Anfang Juni 2011 berichtete laut WAZ ein „freudig gestimmter“ Oberbürgermeister gemeinsam mit Oliver Herrmann aus der Geschäftsführung des Hansa-Zentrum-Eigentümers, der Redos Real Estate GmbH, Saturn kommt als größter Mieter ins Hansa-Zentrum. Danach sollten im Herbst die Bauarbeiten beginnen und neue Zentrum im Frühjahr 2013 eröffnet werden

“… von mir aus auch Bottrop.”

(25.07.2011. Spiegel online) “Sie hat alles versucht, sich deutsch zu fühlen und alles Russische hinter sich zu lassen. Doch jetzt erkundet die 24-jährige Wlada Kolosowa das Land, in dem sie aufwuchs – den Warnungen ihres Vater zum Trotz. … Als ich nach Deutschland kam, tat ich alles, um zu vergessen, wo ich herkomme. Mit zwölf macht es keinen Spaß, anders zu sein. Ich hätte die rechte Hand für einen Nachnamen gegeben, den ich nicht bei jeder Gelegenheit fünfmal buchstabieren muss, und die linke für irgendeine deutsche Stadt als Geburtsort, egal welche, von mir aus auch Bottrop.”
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Video-Beobachtung am Parkhaus Böckenhoffstraße

(25.07.2011. Stadt Bottrop) “”Mit Hilfe von Videoaufnahmen werden Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes am Mittwoch, dem 27. Juli, Fußgängerströme sowie Park- und Liefervorgänge im Bereich der Böckenhoffstraße zwischen der „Volksbank-Passage“ bzw. der „Altmarkt-Passage“ und dem Zugang zum Kulturzentrum festhalten und anschließend auswerten.  Hintergrund der Untersuchungen sind Überlegungen der Stadt, den Bereich zwischen Volksbank und Parkhaus städtebaulich aufzuwerten und für Fußgänger attraktiver und sicherer zu gestalten.
Bei den Aufnahmen werden nach Mitteilung der Stadtverwaltung Personen und Fahrzeuge nur schemenhaft zu erkennen sein, um den Datenschutz zu gewährleisten. Ein Identifizieren von Gesichtern oder Autokennzeichen sei ausgeschlossen. Das Filmmaterial wird nach der statistischen Auswertung vernichtet.”"

Zoom – Das Sauerland und mehr: PPP und PKSP – Von Akronymen, Zeitgeist-Floskeln und Meinungsmache rund um das Oversum Winterberg

“”Das Kürzel ‘PPP’ für Private Public Partnership Program wird im Sauerland gemeinhin mit dem „Leuchtturmprojekt“ Oversum in Winterberg verknüpft. Das Konzept vom privaten Investor und dem kommunalen Auftraggeber war eine Herzensangelegenheit der Britischen Regierung unter Toni Blair in den ersten Jahren dieses Jahrtausends. Oversum in Winterberg, dessen Form weniger an einen Leuchtturm als an ein dickes Ei erinnert, ist ein solches PPP.”"
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Blog “Bottroper Geschichte – ganz frisch” – Bottrop stöhnt unter Hitzewelle – im Juli 1911.

“Es regnet in Strömen. Der 24. Juli 2011 begegnet den Bottropern morgens um neun Uhr mit mickerigen 12,4 Grad Celsius. Pullover sind angesagt, Regenjacke und Regenschirm. Wer die Wohnung nicht verlassen muss, bleibt drinnen und schaut am ersten Ferienwochenende betrübt aus dem Fenster.
Ganz anders vor genau hundert Jahren. Ganz Bottrop stöhnt unter einer lang anhaltenden Hitzewelle. Der Juli 1911 beschert Bottrop und halb Europa ständig Temperaturen über 30 Grad Celsius. Berlin meldet 34,6 Grad … Den gesamten Artikel lesen KLICK

Gespräch mit Rüdiger Lehr (SPD) über den Ausbau der Osterfelder


“In der Zeit von 11:00 Uhr bis 13:00 Uhr [am 23. Juli 2011] stehen Ratsfrau Meike Schöps und der Sprecher der SPD im Bau- und Verkehrsausschuss, Rüdiger Lehr, interessierten Bürgern im Ernst-Wilczok-Haus, Osterfelder Str. 23, für Informationen und die Beantwortung von Fragen zur Verfügung. Es besteht auch die Möglichkeit sich durch einen Einblick in die Umbaupläne einen Überblick über das gesamte Projekt zu verschaffen.” Quelle BOT-SPD KLICK

Gefragt aufen Markt: Bottroper repräsentativ

Die Samstagsfrage aufen Markt: Bottrop wird von Männern regiert, die in der ortsansässigen Bevölkerung beliebt und bekannt sind. Von Männern, mit intellektuellem und optischem Charisma. Wer ist der Mann auf dem Foto hier untendrunner? (Quelle: flickr)

Ergebnis der repräsentativen Umfrage auf dem Bottroper Markt am 23. Juli 2011:

Platz 10: Unser OB Bernd Tischler
Platz 9: Kurt Kraiczek von der Tannenstraße
Platz 8: Machine Gun Kelly
Platz 7: Paul Ketzer, unser Rechtsderzenent
Platz 6: Der junge Clark Gable
Platz 5: Unser Kulturdezernent Diether Wollek
Platz 4: Horst Lichter
Platz 3: “Magnum” Tom Selleck
Platz 2: Der Vater von Kurt Krömer
Platz 1: Onkel Martin aus der Serie “Mein Onkel vom Mars”

Beschluss des Bauausschusses zur Osterfelder gestoppt

(22.07.2011. DKP Bottrop) “Mit dem Einspruch gegen die Entscheidung des Bau- und Verkehrsausschusses zum Ausbau der Osterfelder Straße durch vier Mitglieder des Ausschusses von Grüne, ÖDP, DKP und Linke kann der Beschluss zunächst nicht umgesetzt werden. Dies bestätigte gestern auf Anfrage der DKP Walter Hermann vom Amt für Ratsangelegenheiten. Über den Ausbau der Osterfelder Straße und die Fällung von Bäumen muss jetzt der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung am 4. Oktober entscheiden. Bis dahin ruhen zunächst alle weiteren Maßnahmen. DKP-Ratsherr Ulrich Kunold und Mitunterzeichner des Einspruches: „Mit dem Einspruch der kleinen Fraktionen haben wir auf die Arroganz der Verwaltung reagiert, die Unterlagen zur Osterfelder Straße den Mitgliedern des Ausschusses erst 1 – 2 Tage vor der Sitzung per Boten zukommen zu lassen und auch die 1758 gesammelten Unterschriften für den Erhalt der Bäume an der Osterfelder Straße dem Ausschuss nicht zur Kenntnis zu geben.“”

(22.07.2011. Die Grünen) “Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler (SPD) hat dem bündnisgrünen Ratsherrn Ulrich Schnirch schriftlich den Eingang des Einspruchs für den Erhalt einer 130 Jahre alten Lindenallee in der Bottroper Innenstadt bestätigt. Schnirch hatte persönlich und mit einem zweiseitigen Schreiben beim Stadtoberhaupt von InnovationCity Bottrop den Protest über den städtischen Umgang mit 1.758 Unterschriften für den Erhalt möglichst vieler Bäume (und gegen 56 Baumstümpfe) vorgetragen. Unterstützt wird Schnirchs Einspruch-Initiative von den Bottroper Bauausschussmitgliedern Willi Urban (ödp), Dieter Polz (Linke) und Ulrich Kunold (DKP). Der Bau- und Verkehrsausschuss der Stadt Bottrop hatte am 1. Juli 2011 – unter bündnisgrünem Protest – die Fällung von 56 geschützten Allee-Bäumen im Zuge des Ausbaus der Osterfelder Straße beschlossen.Zum Beschluss äußert Grünen-Vertreter Ulrich Schnirch: “Für SPD, CDU und FDP ist es offenbar innovativ, beim Ausbau der Osterfelder Straße die Lindenallee von 95 auf 39 geschützte Bäume zu reduzieren und dafür im Bottroper InnovationCity-Projektgebiet mehr Parkplätze zu schaffen.”
Im Schreiben des Bottroper Oberbürgermeisters an Ratsherrn Schnirch, der auch stellvertretender Vorsitzender des Bau- und Verkehrsausschusses ist, heißt es: “Die Entscheidung über Ihren Einspruch wird gemäß § 57 Abs. 4 GO NRW durch den Rat der Stadt getroffen. Die materielle Begründetheit des Einspruchs wird zurzeit durch die Verwaltung geprüft.” …  Aus gewöhnlich gut informierten Kreisen ist daneben zu hören, der Verwaltungsvorstand der Stadt Bottrop habe bereits am 12. Juli 2011 über Schnirchs Einspruch beraten. …
Zum Hintergrund: In § 28 Absatz. 7 Satz 1 der Geschäftsordnung der Stadt Bottrop heißt es, Beschlüsse von Ausschüssen mit Entscheidungsbefugnis können erst durchgeführt werden, wenn innerhalb von sieben Kalendertagen weder vom Oberbürgermeister noch von mindestens einem Fünftel der Ausschussmitglieder schriftlich beim Oberbürgermeister Einspruch eingelegt worden ist. Diese Einspruchsmöglichkeit hat der Grüne Ratsherr Ulrich Schnirch frist- und formgerecht beim Bottroper Oberbürgermeister Tischler genutzt …”"

Alles über die “Historische Fehlentscheidung” um die Osterfelder nachzulesen im Blog “Bottroper Geschichte – ganz frisch” KLICK

Offene Sonntage: Handelsverband ist der Verlierer. Oberbürgermeister präsentiert sich als Superman

Auch wenn sich die Initiatoren des Bürgerbegehrens und der Einzelhandelsverband jetzt plötzlich auf einen Kompromiss in Sachen verkaufsoffene Sonntage geeinigt haben, so gibt es doch einen Verlierer: Das Ansehen des Einzelhandelsverbandes (EHV) ist durch die Äußerungen seines Vorsitzenden vom 8. Juli 2011 in der WAZ nachhaltig beschädigt.

Da wurde indirekt angezweifelt, dass die KAB als treibende Kraft hinter dem Bürgerbegehren zu diesem demokratischen Instrument der Meinungsäußerung überhaupt berechtigt sei. Der EHV hielt die Sammlung von Stimmen durch die KAB für „nicht repräsentativ, weil das Durchschnittsalter ihrer Mitglieder über 60 Jahre liege“. Welch ein Unsinn! Wo steht denn, das nur eine „repräsentative“ Bürgerschicht (was immer das sein soll) ein Bürgerbegehren in die Wege leiten darf?

Und sind die Unterschriften von über 60-Jährigen weniger wert als die von jüngeren Menschen? Warum der Einzelhandelsverband so massiv auf die über 60-Jährigen losging, bleibt schleierhaft. Als Kunden in den Geschäften (besonders auch in Apotheken) sind sie doch stets gern gesehen. Oder?

Die Behauptung des Einzelhandelsverbandes, dass mit dem Bürgerbegehren „eine einzelne Bevölkerungsgruppe den gewählten Ratsvertretern die Fähigkeit zur verantwortlichen Entscheidung für städtische Belange“ abspreche, zeugt von einem recht seltsamen Demokratieverständnis. Aus Sicht des Einzelhandelsverbandes sind Bürgerbegehren also gefährlich, weil gestandene Ratsmitglieder dadurch zu Politiker-Darstellern würden?

Damit steht eine interessante Frage im Raum: Sind tatsächlich alle Mitglieder des Einzelhandelsverbandes der gleichen Meinung wie ihre Verbandsspitze? Besonders alle über 60-Jährigen und alle KAB-Mitglieder sollten vor dem nächsten Einkauf den Bottroper Händler ihres bisherigen Vertrauens einmal fragen, wie er denn zu der massiven Kundenschelte des Einzelhandelsverbandes steht.

Aber auch ein Gewinner steht dank des Rückzugs der KAB fest: Oberbürgermeister Tischler kann sich als Bottroper Superman, als der Retter des Handelsstandortes Bottrop präsentieren. Er hat den Konflikt zwischen KAB und EHV geschickt genutzt, um sein Eigen-Marketing zu stärken. Doch die Formulierung, dass er bei der nächsten Ratssitzung Anfang Oktober „mit all seiner Kraft“ für weniger verkaufsoffene Sonntage kämpfen wird, ist allenfalls nur Show. Sein SPD-Fraktionschef Ludes hat bereits vor Monaten angekündigt, dass die SPD für das nächste Jahr diese Sonntage zusammenstreichen will.

Blog “Bottroper Geschichte ganz frisch”: Von Postkutschen-Überfällen im Bottroper „Wilden Westen“ bis zum letzten Landpostbriefträger von Kirchhellen

“”Nicht nur im legendären „Wilden Westen“ werden vor rund 150 Jahren Postkutschen überfallen. Auch im Bottroper Westen geht es zu der Zeit immer mal wieder räuberisch zu: In Grafenwald rauben böse Buben schon mal die Postkutsche aus. Und dann fallen den Räubern meist Briefe, Geld und sonstige Postsendungen in die Hände. Mitreisende verlieren Geldbörse und Reisegepäck. Das alles spielt sich auf dem „Alten Postweg“ ab. Das schreit geradezu nach einer Zeitreise. Also steigen Sie ein …” Den gesamten Artikel lesen KLICK

Zoom – Das Sauerland und mehr: Nächtliche Abschiebung einer Roma-Familie – Antwort des HSK auf die SBL-Anfrage kam nach zwei Monate

“In der Nacht vom 18. zum 19. Mai 2011 schob der Hochsauerlandkreis eine Roma-Familie aus Meschede in den Kosovo ab. Die Sauerländer Bürgerliste (SBL) stellte daraufhin am 24. Mai 2011 der Kreisverwaltung etliche Fragen zum Abschiebevorgang und den Gründen für die behördliche Maßnahme und wartete und wartete und wartete … auf die Antwort … Den gesamten Artikel lesen KLICK