“Museum für Ur- und Ortsgeschichte Arno Heinrich” – DKP beantragt für die Sitzung des Kulturausschusses am 09.12.2011 den Tagesordnungspunkt neue Namensgebung

“Die DKP beantragt:

Bei der Neueröffnung im Jahre 2012 erhält das Museum für Ur- und Ortsgeschichte den Zusatz Arno Heinrich. Der künftige Name des Museums lautet:

“Museum für Ur- und Ortsgeschichte Arno Heinrich”

Begründung:

Arno Heinrich, 1929 in Stettin geboren, fand 1951 eine neue Heimat in Bottrop. Er arbeitete zunächst im Bergbau auf Prosper und Rheinbaben. Geologische Neigung und Begabung führten zu einer ersten Gesteinssammlung; die Geologie wurde seine Passion. 1955 als Hauer von Rheinbaben abgekehrt, fand er eine erste Anstellung bei der Stadtverwaltung als Hausmeister an der Körnerschule. Damals hatte er bereits den Auftrag, das im Krieg zerstörte Heimatmuseum wieder aufzubauen. Nach seiner Eröffnung im Jahre 1961 in der alten Bürgermeistervilla im Stadtgarten wurde Heinrich zum Museumsleiter ernannt. Bekannt wurde der Autodidakt, der 1992 in den Ruhestand trat, durch seine umfangreichen Ausgrabungen. Stadt, Land, sowie viele wissenschaftliche Gesellschaften würdigten seine Verdienste mit zahlreichen Auszeichnungen.

Arno Heinrichs Lebenswerk ist vielseitig. Zunächst galt sein Interesse den Mineralien, dann kamen die eiszeitlichen Funde hinzu, und in den letzten Lebensjahren nahm die Geschichte des Bergbaus als Gegenstand der Forschung immer größeren Raum ein. Unter seiner Leitung sind zwischen 1956 und 1975 rund 10000 eiszeitliche Tierfunde im Emschertal bei Bottrop geborgen worden. Unterstützt von ehrenamtlichen Helfern, darunter auch Schülern, beobachtete Heinrich viele Baustellen im Stadtgebiet, vor allem am Rhein-Herne-Kanal, und brachte wertvolle Funde in Sicherheit. Die so gewonnenen Materialien bildeten zusammen mit seiner eigenen Sammlung und den wenigen über den Krieg geretteten Objekten des zerstörten Museums die Grundlage für den Neubau. In jenen Jahren zeigte Arno Heinrich seine archäologische Befähigung – konsequente Fortentwicklung des Geologen. Mit seinem Werk „Geologie und Vorgeschichte Bottrops”, 1987 herausgegeben von der Historischen Gesellschaft Bottrop e.V., bestätigte sich der Rang des in der wissenschaftlichen Fachwelt weit über die Grenzen Bottrops hinaus anerkannte Autodidakten, der sich durch Selbststudium erhebliche Qualifikationen aneignete. Internationale und wissenschaftliche Kontakte, die weit über Europa hinaus bis nach Neuseeland, Amerika und in die Sowjetunion reichten, waren beredtes Zeugnis für die Autorität Arno Heinrichs, der vor allem auch auf dem Gebiet der eiszeitlichen Fauna in der Fachwelt bekannt wurde. Arno Heinrich war 1979 Mitbegründer der Historischen Gesellschaft (HG), die ihm vor einigen Jahren die Ehrenvorstands-Mitgliedschaft antrug. Zahlreiche Veröffentlichungen sowie die Mitarbeit an einer Vielzahl von Publikationen im Rahmen der HG-Schriftenreihe „Beiträge zur Bottroper Geschichte” markieren seine ehrenamtliche Tätigkeit in der Gesellschaft, die ihm 1989 für seine Verdienste um die Aufbereitung der Stadtgeschichte Bottrops mit ihrem Förderpreis, dem Willy-Jaeger-Preis, öffentlich Dank und ihre Anerkennung aussprach. Von seiner Krankheit gezeichnet, widmete sich Arno Heinrich in den letzten Jahren intensiv der Aufbereitung der Bottroper Bergbaugeschichte. Solange es ihm möglich war, arbeitete er an der systematischen Dokumentation der HG-Materialsammlung im Archiv des Malakoffturms auf der Schachtanlage Prosper II.

Er war einer der bedeutendsten Bottroper der Nachkriegsjahrzehnte. In der örtlichen Öffentlichkeit wurde er aber nie so wahrgenommen. Das lag nicht nur an der ihm eigenen Bescheidenheit. Als Arno Heinrich starb, wurden die wenigen öffentlich wahrnehmbaren Würdigungen dem Schaffen dieses Mannes in keiner Weise gerecht. So endete, von der breiten Öffentlichkeit kaum bemerkt, mit dem Tod von Arno Heinrich eine Epoche in der Bottroper Stadtgeschichte. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn der Archäologe, Geologe, Pädagoge, Museumsleiter, Autor, und schrieb Zeit seines Lebens fast ständig an der Bottroper Geschichte mit.”"

7 Gedanken zu ““Museum für Ur- und Ortsgeschichte Arno Heinrich” – DKP beantragt für die Sitzung des Kulturausschusses am 09.12.2011 den Tagesordnungspunkt neue Namensgebung

  1. Gargoyle

    Kurz nach dem 50. Jahrestag des Heimatmuseums traf ich Herrn Dr. Liesbrock im Quadrat. Ich war dort um mir die sagenumwobene “Latte” anzuschauen. Ich war ziemlich enttäuscht, daß die Stadt Bottrop, diesen Jahrestag in keiner Weise gewürdigt hat. Dieses teilte ich dem Herrn Museumsleiter mit. Seine Antwort darauf war: “Tatsächlich??? Dieses wusste ich ja gar nicht! Dann hätten Sie uns doch als Bottroper Bürger eine Information zukommen lassen können. Aber tut mir leid, ich habe es eilig und kann diese Tatsache jetzt nicht mit Ihnen erörtern.” Und weg war er.Ich habe wunderschöne Kindheitserinnerungen in Bezug auf das Heimatmuseum. Aber wie will man das einem Nicht-Bottroper erklären…..

  2. Ruhri

    Als Kind war das Heimatmuseum einer meiner Lieblingsorte.

    !973 durfte ich als Student mit Arno Heinrich Teile des Urnenfriedhofs auf dem Donnerberg ausgraben. Ein engagierter und kenntnisreichen Mann, ruhig und sympathisch.

    Dass die “Verantwortlichen” bei und nach seinem Tod nicht an ihn erinnerten, ist eine Schande.

  3. libelle

    Arno Heinrich war ein ganz lieber Mensch, an den ich mich gerne erinnere. Wunderschön auch das große Gästebuch, in das ich mich jedes Mal eingetragen habe, wenn ich nach einem Stadtgartenrundgang mit meinen Eltern in die “Geschichtsvilla” (so nannte sie mein Vater) ging.

  4. Sahin Aydin

    Von Stadtverwaltung, Kulturamtlseitung, Kulturausschuß und Herrn Dr. Liesbruck besteht keinen Interese den Museum für Ur-und Ortsgsgeschichte zur erhalten oder weiterführen.
    Die haben ganze Sache verfremdet nach den konsept wird keine Ur-und Ortsgeschickte.
    Den Interessiert den Geschichte der Bottroper Stadt nicht.

  5. andreas engelen

    so geht eine stadt mit einem honorigen bürger um, dem sie viel zu verdanken hat. pfui!

  6. Kümmerling

    Die Arbeit und das Wirken von Arno Heinrich ist zu ehren – keine Frage -, die Einbeziehung seines Namens in den Namen des Museuems ist doch wohl etwas viel. Denn man muss immer daran denken, dass es schon das Josef-Albers-Museum Quadrat” ist, was dann auch noch mit dem Museuem für “Ur- und Ortsgeschichte Arno Heinrich” unter einem Dach wäre.

    Irgendwann werden Namen einfach zu lang.

    Und Arno Heinrich ist sicherlich bedeutend, aber doch in keinster Weise vergleichbar mit anderen Namensgebern, die international bekannt sind (wie Josef Albers). Ich denke, dass eine kleine Tafel oder eine Plakette ausreicht, um Arno Heinrich zu ehren.

    Abgesehen davon wär es schön wenn die Politker (hier wohl vor allem die DKP) mehr über die Inhalte und das Konzept nachdenken würden als über Titel

  7. P Reimann

    Wenn jemand eine ehrenvolle Vermeldung verdient,
    dann ist es wohl Arno Heinrich.
    Er hat aus dem “Heimatmuseum” erst gemacht was es heute ist.

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