18.05.2012. HuNie
Eine Sauna für Kinder in der Kita „Löwenzahn“: Das hat 56 Mitglieder des AWO-Kreisverbandes Bottrop bei einem Besuch in Berlin beeindruckt. Dort trafen sie sich partnerschaftlich mit Vertretern des AWO-Kreisverbandes Berlin-Mitte. Seit Jahrzehnten bestand bereits eine Partnerschaft zwischen Bottrop und dem Berliner Bezirk Wedding. Seit im Jahr 2000 im Rahmen einer Kommunalreform die 24 Bezirke Berlins neu zugeschnitten, vergrößert und auf zwölf reduziert wurden, heißt der Berliner Partnerbezirk heute Berlin-Mitte und hat 310 000 Einwohner. Vergrößert wurde auch der ehemalige AWO-Bezirk Wedding. Auch er firmiert heute unter Berlin-Mitte. Erweitert wurde er um die Bezirke Prenzlauer Berg, Weißensee und Pankow.
Die Kindertagesstätte „Löwenzahn“ liegt jedoch im alten Wedding. Träger ist, wie für weitere zehn Kitas in Mitte, die Arbeiter-Wohlfahrt. Die Kita arbeitet nach einem Natur-Konzept. Es gibt kein Plastikspielzeug, nur Spielzeug aus natürlichen Materialien. Außerdem gehören Kleintiere zu den ständigen Gästen, mit denen die Kinder auch spielen dürfen. Star ist eine Echse aus Südamerika, die sich vergnügt auf der Schulter des einen oder anderen Kindes tummelt.
Zum Naturkonzept der Kita gehört auch eine gesunde Ernährung sowie die Möglichkeit für die Kinder, die eigens für sie eingerichtete Sauna zu besuchen. „Dabei bestimmen die Kinder selbst, wie lange sie in dem auf etwa 50 Grad eingestellte Schwitzbad verbleiben“, erläutert die Leiterin Florian. Besucht wird diese Kindersauna auch von der Europa-Kita, die nur wenige 100 Meter weiter liegt. „Auch sie ist in unserer Trägerschaft erläutert AWO-Bezirks-Vorsitzender Manfred Nowak. Er begleitete die Bottroper Gäste – unter ihnen ehrenamtliche Helfer aus den verschiedenen Bottroper AWO-Ortsvereinen – auf einer Stadtrundfahrt und erläuterte als gebürtiger Berliner mit viel Sachverstand und Wissen, wie sich der Bereich Berlin-Mitte nach dem Mauerfall verändert hat. Als ehemaliger Partnerschafts-Sachbearbeiter freute sich der Urberliner, dass er den Partnern aus Bottrop seinen Heimatbezirk vorstellen konnte.
Gemeinsam mit Egon Kutzera, Berliner Vorsitzender des Freundeskreises für Städtepartnerschaften, führte Nowak die Bottroper Gäste auch am ersten Tag durch das inzwischen viel besuchte Berliner Nikolaiviertel. Ihm überreichte die stellvertretende Vorsitzende des AWO-Kreisverbandes Bottrop Gerda Sittek als Geschenk eine Grubenlampe. Empfangen wurden die Bottroper AWO-Mitglieder auch vom Berliner AWO-Landesvorsitzenden Hans Nisblé.
Sowohl Nisblé wie auch Manfred Nowak stellten die vielfachen Aktivitäten der AWO in Berlin vor. Dazu zählt eine Einrichtung in der junge Frauen eine Geldstrafe abarbeiten, zu der sie verurteilt wurden. Vielfach können sie die Strafe nicht zahlen. Doch statt ersatzweise hinter Gitter zu wandern, haben sie die Möglichkeit in der AWO-Einrichtung Näharbeiten für einen sozialen Zweck auszuführen.
Betreut wurden die Bottroper während der Fahrt sowie während ihres viertägigen Besuchs in Berlin von Rolf Halfer, Mitbegründer des „Freundeskreises zur Förderung der Städtepartnerschaften der Stadt Bottrop e.V.“ Er überreichte den Berliner Vertretern der Arbeiter-Wohlfahrt sowie Egon Kutzera jeweils einen Bildband aus Bottrop.
Eine kurze Visite beim Bundestagsabgeordneten Michael Gerdes im Reichstag sowie ein paar Stunden Aufenthalt in Potsdam rundeten das Programm ab. Auf der Rückfahrt sammelte Gerda Sittek für einen guten Zweck. 150 Euro spendeten die AWO-Mitglieder für eine Bottroper AWO-Kindertagesstätte.

Die Bottroper AWO-Gruppe vor der historischen Nikolaikirche in Berlin-Mitte.
Rolf Halfar (Mitte) überreicht an Manfred Nowak (rechts) und Egon Kutzera einen Bottroper Bildband.
Auch den Bundesetagsabgeordneten Michael Gerdes (zweiter von rechts) besuchten die Bottroper.















