Karstadt-Elektro-Abteilung

Am vergangenen Samstag war ich bei Karstadt. Nach längerer Zeit mal wieder. Ich fuhr die Rolltreppe runter ins Untergeschoss, in dem ganz früher einmal die Lebensmittelabteilung untergebracht war – und bis vor nicht allzu langer Zeit die Elektro-Abteilung.

Die Kasse findet sich noch am gleichen Standort, ich sah zwischen den Verkaufstischen und -regalen einige bekannte Gesichter, es gab ein paar Meter heruntergesetzte CDs und DVDs – ansonsten ein luftig aufgestelltes Sortiment unter der Betitelung “Back to school” (obwohl doch die Schulferien gerade erst begonnen haben). Das Ganze wirkte irgendwie hilflos; als ob man versucht hätte, den Raum so zu füllen, dass es nicht auffällt, dass Karstadt keine Elektro-Abteilung mehr hat und die Frage nach dem “Warum” nicht beantwortet werden muss. Ist es die vorweggenommene Flucht vor Saturn, das ins “revitalisierte” Hansa-Zentrum kommen soll? Ist es ein Signal fürs gesamte Karstadt-Haus? Ich habe mich nicht getraut, die bekannten Gesichter darauf anzusprechen.

Die Karstadt-Elektro-Abteilung und die Osterfelder-Straße-Allee – eine seltsame Zusammenstellung, obwohl kaum 500 Meter voneinander entfernt. Die erste ist verschwunden, die zweite wird verschwinden. Beide gehören zu dem, was für mich Bottrop ausmacht.

Danke für den Hinweis an Manni
Das mit der Multimedia-Abteilöung ist kein Bottroper Phänomen. S. a.:
http://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/0,2828,818340,00.html

3 Gedanken zu “Karstadt-Elektro-Abteilung

  1. Stefan

    Die Schallplattenabteilung von Karstadt – neben Olschewski und der Plattenküche die heiligen Orte meiner Jugend – war schon seit Jahren nur noch ein Schatten seiner selbst, spätestens als sie in den Keller abgeschoben wurde (erinnerst sich noch jemand an die fulminante Lebensmittelabteilung dort vieeeel früher?).

    Vor ein paar Jahren habe mich mich mal per Email an Karstadt gewandt und gefragt, was dieser Torso an ‘Multimediaabteilung’ eigentlich strategisch gesehen sein sollte: nur die Top 30 CD’s, DVD-Ramschkisten und internetfähige Toaster – das war schon damals nicht Konkurrenzfähig. Die Antwort war sinngemäß, das die Kunden keine CD’s mehr nachfragen und das man deshalb nur ein Grundprogramm anbieten würde. Meine Antwort war, das mit dieser Strategie der Laden in zwei Jahren zu sein würde – da brauchte ich nicht mal ein grosser Experte zu sein.

    Ich war vor kurzen dann noch mal zu einem Kondolenzbesuch in meiner ehemaligen Lieblingsabteilung. Wahrscheinlich brauche ich Karstadt jetzt nur noch zum Wegabkürzen oder bei Regen…

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