Lieber @Wittgenstein
lassen Sie es mich mit den Worten des Philosophen-Kollegen Anicius Boethius sagen:
Si tacuisses, philosophus mansisses.
„Wenn du geschwiegen hättest, so wärest du ein Philosoph geblieben.“
Bekanntermaßen tritt die FDP seit langen Jahren immer wieder für eine Einsparung beim Saalbau ein, wie den Medien zu entnehmen war. Es freut uns in dieser unnachahmlich charmantern Art JETZT zu lesen – wo man nicht mehr dafür belächelt, sondern wo eine Realisierung im Raum steht – dass auch die ÖDP und sogar die DKP insgeheim schon seit dem großen Kartoffelkrieg anno tuc dafür gewesen sein wollen. Es wäre schön gewesen, wenn uns in den vergangenen Jahren Unterstützung mit gleicher Vehemenz zuteil geworden wäre. Dann müssten wir jetzt ein kleines bisschen weniger sparen. Aber sei es drum. Wenn dem so ist, dann freuen wir uns, sie nun alle an unserer Seite zu wissen und mit uns gemeinsam sich energisch für eine Realisierung dieser Einsparmaßnahme einzusetzen, damit wir hier endlich voran kommen, bei der dringend notwendigen Haushaltssanierung.
Jens Friedemann

Hallo Herr Friedemann,
Hiermit vergesse ich alle unsere Zeitungsartikel, Flyer, Websitemitteilungen etc. und schenke der FDP das Erstgeburtsrecht am Saalbau. Zufrieden? Macht das jetzt einen Unterschied, wer wann was zuerst gesagt hat?
Ist es nicht wichtiger, das ein jährlich sechsstellig defizitäres Gebäude, das eine Handvoll mal im Jahr ausgebucht ist, endlich richtig diskutiert wird? Wobei die Betonung auf ‘diskutiert’ liegt, den wie bei vielen der tabellarischen Sparvorschläge steht hier nur eine Zahl und kein Konzept. Was passiert mit dem Saalbau, was mit den bisherigen Nutzern? Soll das Ding verkauft oder abgerissen werden? Hier müssen wir alle den ‘Vorschlag der Verwaltung’ denn mehr ist das bisher ja nicht, heftig hinterfragen.
Vergessen wir jetzt bitte die lächerliche Herr-Lehrer-ich war’s Diskussion und lassen sie uns konstruktiv an die Sache rangehen, ok? In der Sache sind wir grob einig, aber ÖDP und FDP, so realistisch bin ich, können das nicht bestimmen: hier brauchen wir Fakten und ein Folgeszenario.
Es wäre doch zur Abwechselung ganz gut zu zeigen, das wir Lokalpolitiker nicht nur Ideologien austauschen, sondern das es erstaunlich vielen Mandatsträgern – und quer duch die Parteien – tatsächlich um Bottrop geht und nicht um eigene Pfründe. (wobei ich sie, mangels Kenntnis ihrer Person, nicht beurteilen kann noch will)