Heute war ich in Essen. Meine Frau hatte mich beauftragt, in einem Geschäft mit einem ganz bestimmten Sortiment, das es in Bottrop nicht mehr gibt, etwas ganz Bestimmtes zu kaufen. Bis spätestens 16 Uhr sollte ich zurück sein, da sie das Bestimmte um 17 Uhr einer Freundin zum Geburtstag schenken wollte.
Ich wollte jegliche Hektik vermeiden, fuhr deshalb bereits um 14 Uhr los, hatte das Bestimmte um 14.25 Uhr gekauft und geschenkmäßig verpacken lassen und machte mich frohgemut auf den Rückweg. Frohgemut reichte bis zur Kreuzung Hafenstraße. Es war 14.42 Uhr. Bis zum Abzweig Hornbach brauchte ich zwanzig Minuten. Schleichweg über Frintrop oder nicht? Ich fuhr weiter geradeaus. Die Kanalbrücke erreichte ich um 15.21 Uhr. Die Busspur nehmen, dann über Ebel. Das hatte mich mal 40 Euro gekostet. Also weiter geradeaus. Unter dem Emscherschnellweg: 15.43 Uhr. Südsee-Center: 15.54 Uhr. Ankunft zu Hause: 15.59 Uhr. Meine Frau lobte meine Pünktlichkeit und ich fluchte über das Straßenverkehrsamt – innerlich natürlich.
Zwei nicht unwichtige Kleinigkeiten zum Schluss, die verdeutlichen, welche Tortur ich durchgestanden habe:
1) Von der Hafenstraße bis zum Südsee-Center habe ich laut monologisiert. Ein Wort in ständiger Wiederholung. “Pförtnerampel, Pförtnerampel, Pförtnerampel …” Es war warm, die Scheiben unten, die Auto-Nachbarn waren verwirrt.
2) Von der Hafenstraße bis zum Südsee-Center glotzte mich dass Nummernschild meines Vorfahrers an:

