Nachtrag Donnerstag, 10 Uhr: Es gab eine Menge Fragen. 1) Ja und Nein! Ich weiß nicht, ob der Herr hier oben auf dem Foto kurz eingenickt war. 2) Nein! Ich habe nicht genau verstanden, warum unser OB so sauer auf Herr Schnirch wurde. Herr Schnirch hatte unseren OB gefragt, ob dieser in einem bestimmten “Aufsichtsrat” (???) Vorsitzender sei. Daraufhin hat unser OB sehr unwirsch reagiert. 3) Ja! Die Presse war auch anwesend. Herr Jänecke von der WAZ saß rechts hinter mir. Und da war eine mir unbekannte Dame, die wild geknipst hat. 4) Nein! Den Nachnamen des Frager-Ehepaares habe ich nicht verstanden. Ich glaube aber, sie fragen überall. 5) Ja! Herr Nordwig hat recht leise gesprochen, machte aber einen sympathischen und kompetenten Eindruck. 6) Ja! Ich habe mit Herrn Bombeck persönlich gesprochen, kann ihn also zitieren. Wir kennen uns aus uralten Schulzeiten. 7) Ja! Die Vereinbarung zwischen ELE und Stadt Bottrop gibt es als “Letter of Intent” hier im Bottblog www.bottblog.de/2012/10/12/letter-of-intent-rwe-ele-stadt-bottrop-stadt-gelsenkirchen-stadt-gladbeck 8) Nein! Ich habe zu keiner Zeit die Befürchtung gehabt, dass man mich aus dem Saalbau wirft. Die Atmosphäre war freundlich.
Gerade war ich im Saalbau. So von kurz vor 19 bis kurz nach 20 Uhr. Dort gab es die “Bürgerinformationsveranstaltung zur Zukunft der Energieversorgung in Bottrop”.
Herr Bombeck von der ÖDP ging sehr früh, meinte, die ganze Sache mit dem Energievertrag sei sowieso schon gegessen, und es seien lediglich 14 “echte” Bürger im Raum, der Rest sei von den Parteien und von der ELE.
Ich sah tatsächlich auffallend viele Herren in gedecktem Schwarz hinter dem schnuckeligen Saalbau-Maggi-Fläschchen-Ensemble sitzen, im Trupp zusammen, vertraut miteinander tuschelnd, nicht immer aufmerksam, vielleicht dienstverpflichtet, nicht eine Frage stellend. Das taten andere. Die Gefragten, meist unser OB und sein Kämmerer Loeven, kannten die Frager mit Namen, wussten teilweise sogar über deren Familienverhältnisse (Ehepaar) Bescheid. Einer von den Fragern war Herr Schnirch von den Grünen. Ich erkannte ihn auch von hinten, weil er immer so auffallende Hemden trägt, hatte das Gefühl, dass unser OB und Herr Schnirch sich nicht mögen.
Unser OB machte eine gute Figur, führte straff, aber nicht autoritär (außer bei der Schnirch’schen Entgegnung) durch das Programm. Das, was Herr Loeven über den Energievertrag sagte, habe ich in der Sache verstanden. Gleiches gilt für die Aussagen von Herrn Nordwig vom Rechtsamt. Die drei scheinen ein eingespieltes Team zu sein. Über die Hintergründe der gesamten Angelegenheit könnte ich nur spekulieren. Das geballte Auftraten der ELE-Schwarzröcke lässt erahnen, wie wichtig der Abend für die Firma war.
Ich könnte jetzt behaupten, dass das Ganze eine Alibi-Veranstaltung gewesen wäre, dass der Kuchen – sprich: der Vertrag zwischen Stadt und ELE – in geheimen Gesprächen sowieso schon gebacken worden sei. Selbst wenn: Bürgerbeteiligung ist schwierig, wenn kaum Bürger durch solch eine Veranstaltung beteiligt werden wollen.
Ich glaube übrigens, dass nicht vierzehn, wie Herr Bombeck es meinte, sondern nur zwei “echte” Bürger anwesend waren. Ein Herr von der Jahnstraße und ich. Der Herr von der Jahnstraße war der vorletzte Frager (und wohl der einzige Nicht-Profifrager, die ich einfach mal nicht zu den “echten” Bürgern zähle). Er hinterfragte ein Problem mit den Straßenlaternen auf der Jahnstraße. Die Stadtverwaltung hat dort wohl Sparflammen eingeschraubt, sodass es abends dort gefährlich duster ist. Die Reaktion unseres OB: “Ich kümmere mich darum, bitte geben Sie mir nach der Veranstaltung Ihre Telefonnummer.” Nett! (In zwei Wochen kucke ich nach, ob die Sparflammen ersetzt worden sind.)

