
Die Bottroper Austauschschülerin Lisa Langendonk
Fürs Homecoming-Fest wurde Lisa Langendonk als Prinzessin gewählt. Beim Cross Country Rennen belegte sie den dritten Platz. Sportlich war sie schon daheim in Bottrop. In Blackstone startet sie nicht nur beim Cross Country Running, sie spielt auch intensiv Volleyball.
Fast zehn Wochen lebt die Bottroper Austauschschülerin nunmehr in den USA. Am 23. August startete sie zu einem zehnmonatigen Aufenthalt nach Virginia. (Wir berichteten). Dort wohnt sie bei einer Gastfamilie in dem knapp 3700 Einwohnern kleinen Städtchen Blackstone. Prächtig hat sie sich eingelebt und schnell mit den beiden Töchtern der Familie – ein Zwillingspaar,14 Jahre alt – angefreundet. Mit ihnen und deren Freundinnen entdeckt Lisa „the american way of live.“
So schreibt sie in ihrem elektronischen Tagebuch: „Am Samstag sind wir (vier Mädels und ich) zu einer Rodeo-Veranstaltung gefahren. Das war so cool, hatte vorher noch nie gesehen, wie so richtige Cowboys versuchen, sich auf so einem Bullen zu halten. Sah schon cool aus, aber auch saugefährlich. Einer musste mit dem Krankenwagen abgeholt werden. Er war mit der Hand am Bullen hängen geblieben und herunter gefallen.“ Lisa ließ sich bei dieser Veranstaltung nicht bremsen. Sie schwang sich auf den mechanischen Bullen, „den musste ich natürlich mal testen. Kostete fünf Dollar, aber die wurden mir sogar ausgegeben.“ Ergebnis des Tests: „War schon ganz lustig“, schreibt die knapp 16-jährige Schülerin.
Gewöhnen musste sie sich an den sonntäglichen Kirchenbesuch. Doch in der Baptistenkirche, findet sie, gehe alles sehr locker zu. Man begrüße sich, unterhalte sich auch manchmal.
Locker sei auch der Schul-Alltag. „Lehrer und Schüler haben voll das gute Verhältnis zueinander“, stellt Lisa fest. „Wahrscheinlich auch, weil die meisten Nachbarn sind.“
Gewöhnungsbedürftig ist das Essen an der Schule: „Wer auf Fastfood steht,“ schreibt Lisa, „ist hier natürlich richtig. Aber dem entsprechend sieht man dann wahrscheinlich auch nach einiger Zeit aus. Also nehme ich mir immer einen Apfel und ein Brot mit zur Schule, um auf die beiden Essen, die aus Pizza oder Hotdogs oder so Chicken Dingern bestehen verzichten zu können. Auch bleibe ich bei meinem stillen Wasser.“
Busse und Bahnen gibt es in Blackstone nicht. Doch ab 16 Jahren dürfe man schon Auto fahren und Lisa findet das „ganz praktisch.“ Vor allem, wenn sie mit 16 Freundinnen und Bekannten ins Kino fährt, um einen Gruselfilm zu sehen. „Die letzte halbe Stunde habe ich gepennt“, schreibt Lisa. Trotzdem fand sie den Abend gelungen. Sie warte auf den Tag, oder besser auf die Nacht, in der sie englisch träumt. Dann, so habe man ihr erklärt, sei Englisch wirklich ihre zweite Muttersprache.
Gegenwärtig bereitet sich die junge Bottroperin in Blackstone auf Halloween vor. Wahrscheinlich wird die Monsternacht in den USA etwas fulminanter zelebriert als in Bottrop. Wir wünschen Ihr viel Spaß.
