Stellungnahme der DKP zur Schulentwicklungsplanung

01.11.2012. Ulrich Kunold. DKP-Bottrop

“”Die DKP-Fraktion hat in den letzten Monaten vehement gefordert, dass frühzeitig eine breit angelegte Diskussion in der Öffentlichkeit zur Schulentwicklungsplanung stattfinden muss, um die Bürger dieser Stadt an der Planung zu beteiligen.

Im Beschluss des Rates zur Aufstellung des Schulentwicklungsplans (SEP) hieß es: „Nicht nur die politischen Entscheidungsträger, sondern auch die Schulen samt deren Schülern, Eltern und Lehrern sowie im Übrigen auch die Bottroper Öffentlichkeit müssen frühzeitig und fortwährend in den Gesamtprozess eingebunden werden.“

Die DKP-Fraktion forderte dies mehrfach ein und bedauert, dass dies viel zu spät geschieht. Zu begrüßen ist, die rege Diskussionen in den Bottroper Schulen und ihren Schulgremien im Anschluss an die Vorstellung der ersten Empfehlungen zum Schulentwicklungsplan Die Mehrheit des Schulausschusses lehnte frühzeitige öffentliche Diskussionsveranstaltungen ab. Die DKP kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass nicht nur hier Bürgerbeteiligung schlicht nicht erwünscht war.

Der nun vorgelegte Entwurf des SEP bringt keine großen Überraschungen mehr gegenüber der ersten Empfehlung des Instituts biregio. Die DKP-Fraktion kritisiert an dem Entwurf, dass er nur das reine Zählen von Köpfen, Räumen und Schulgebäuden beinhaltet. Damit geht der Entwurf sogar noch hinter die ersten Empfehlungen zur Schulentwicklungsplanung zurück. Jetzt wird in der Öffentlichkeit nur noch über Schulschließungen und nicht über die Qualifizierung der Bottroper Schullandschaft diskutiert.

Frühzeitig hatte die DKP-Fraktion gefordert, dass bildungspolitische Ziele für die Schulpolitik der Stadt formuliert und im SEP festgeschrieben werden. Mit dieser Forderung war die DKP in dieser Stadt nicht alleine. Sowohl der DGB wie auch die Lehrergewerkschaft GEW haben in der Vergangenheit mehrfach ein Bildungsleitbild eingefordert. Schulentwicklungsplanung ist mehr als ein Zahlenwerk, sondern sollte auch der Bildungsentwicklung dienen. Dazu bedarf es Leitlinien und abrechenbarer Ziele, an denen sich die zukünftige Schulentwicklung orientiert.

Im interkulturellen Gesamtkonzept der Stadt Bottrop wird nachgewiesen, dass Schüler mit Migrationshintergrund in Bottrop in unserem Schulsystem benachteiligt sind. Ein überproportional hoher Anteil mit über 40 Prozent besucht insbesondere die Förderschulen. Nur 9,3% der Gymnasiasten haben einen Migrationshintergrund. Jugendliche mit Migrationshintergrund schneiden bei Schulabschlüssen und Noten schlechter ab als Deutsche und sind so im Wettbewerb auf dem Ausbildungsmarkt benachteiligt.

Im interkulturellen Gesamtkonzept werden u. a. folgende Ziele dazu formuliert:

  • kleinere Klassen, um gezielt fördern zu können,
  • längerer gemeinsamer Schulbesuch,
  • ein einheitliches Sprachförderkonzept,
  • kostenlose Bildung für alle.

Dies sind würden allen Schülern nützen, auch solchen ohne Migrationshintergrund.

Nach Meinung der DKP-Fraktion fehlt im Entwurf des Schulentwicklungsplanes die Verknüpfung bildungspolitischer Ziele  mit der Planung von Schulstrukturen. Die Steigerung der Anzahl von Schülerinnen und Schülern mit höheren Bildungsabschlüssen ist nicht alleine mit der Einrichtung von Sekundarschulen zu erreichen.

Die DKP-Fraktion hatte in der letzten Sitzung des Schulausschusses bildungspolitische Ziele für den Schulentwicklungsplan formuliert und gefordert, u. a. die Zahl der Schulabbrecher von 7,35 % in den nächsten Jahren zu halbieren. Leider wurde dies durch die Mehrheit von SPD und CDU abgelehnt.

Die DKP-Fraktion wird dem Schulentwicklungsplan nicht zustimmen können, wenn nicht auch abrechenbare bildungspolitische Ziele in ihm formuliert werden, an denen sich die Schulentwicklung in den nächsten 5 – 10 Jahren orientiert. Für die Zukunftsfähigkeit der Stadt ist die Qualität der Bildung ein unverzichtbarer Faktor.”"

2 Gedanken zu “Stellungnahme der DKP zur Schulentwicklungsplanung

  1. Björn

    Ja, muss sein. Bin selber auch kein Fan von denen, aber hier soll jede Bottroper Partei die Gelegenheit haben, ihre Ansichten darzulegen (was ja durchaus auch von anderen Parteien genutzt wird), damit sich der geneigte Leser selbst eine Meinung dazu formen kann.

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