Wie geschmiert

Gestern dachte ich, es ist soweit: erste Sprachstörungen, Verwirrungen, das Ende in Sicht.

Freitags gehe ich Brot kaufen. Fürs Wochenende. Freitags deshalb, weil ich samstag eine Schnitte frisches Wochenend-Brot genießen will, bevor ich ins Städtchen gehe, um auf dem Markt bei Bajrami den neuen Käse zu kaufen und danach mit den Kumpels im Karstadt-Restaurent zu frühstücken. Davon habe ich schon berichtet. Ich portioniere den Käse immer so, dass ich für Samstagmorgen noch genau eine Scheibe vom alten Käse übrig habe. Fürs Vorfrühstück zum eigentlichen Frühstück.

Brot kaufe ich wöchentlich abwechseln bei Bergendahl und bei Bleil. Gestern war Bergendahl dran. Ich komme an die Theke, die Veräuferin nickt mir ermuntend zu und ich sage: “Ein Heschisches Landbrot, bitte.” Die Verkäuferin lächelt und fragt: “Wie meinen?” Ich daraufhin: “Ein Heschisches … ein Heschi… ein Brot.” Sie: “Welches darf es denn sein?” Ich: “Ein Heschi… das da!” Ich weise auf ein Brot mit blauer Banderole.  Die Verkäuferein mit einem Blick des Bedauerns: “Sagen doch in Zukunft einfach ‘Steinofenbrot’; das Hessische Landbrot ist nämlich auf Stein gebacken.”

Zu Hause habe ich vor dem Spiegel geübt: “Steinofenbrot. Steinofenbrot. Steinofenbrot.” Es klappte wie geschmiert, und ich war beruhigt. Das Ende ist doch noch nicht in Sicht.

Ein Gedanke zu “Wie geschmiert

  1. Ruhri

    Sagt eigentlich heute noch jemand “Fernruf”??

    Ansonsten sorry …. war eine volle Woche ohne Telefon und Internet … die Telekom lässt sich reichlich Zeit … :-(

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