Über Bottropisch auf Schwedisch und Polnisch

4. August 2010 – 00:43

Manchmal stößt man auf Dinge, die man nie vermutet hätte: Ein Buch übers Bottropische, dass auch auf Schwedisch und Polnisch erschienen ist.

Den meisten Bottropern dürfte zumindest vom Hörensagen und vielleicht auch vom Lesen das Buch ‘Bottroper Protokolle’ von Erika Runge aus dem Jahre 1968 bekannt sein. Vor zwei Jahren hat es der Verlag Suhrkamp in einer Sonderausgabe anlässlich des vierzigsten Jahrestags des Buches (und der “68er”) wieder herausgegeben.

Das Buch dreht sich bekanntlich auch um die Sprache der protokollierten Bottroper und war in der Zeit eines Erscheinens ein vieldiskutiertes Werk, da es den Ruhrgebietsdialekt wiederzugeben versuchte. So heißt es in der Wikipedia über die Autorin: “Die Besonderheit an Runges Werken, die als Klassiker der dokumentarischen Literatur gelten, ist die wortwörtliche Wiedergabe der Interviewäußerungen; die Eingriffe der Autorin beschränken sich auf die Montage der Antworten.”

Damit wurde das Buch auch Gegenstand wissenschaftlicher – meist soziologischer, linguistischer und germanistischer – Diskussion und gar im Deutschunterricht genutzt.

Umso erstaunlicher, dass dieses Buch, welches sich unter anderem eben mit sprachlichen Eigenheiten befasst, in andere Sprachen übersetzt wurde.

Unter dem Titel “Rapport från Bottrop, Ruhr” ist es 1970 in schwedischer Sprache beim Verlag PAN, Stockholm, erschienen und in polnischer Sprache als “Protokoły Bottropskie” 1973 beim Verlag Wydawnictwo Poznańskie in Poznań – immerhin in einer Auflage von mehr als 5.000 Exemplaren.

Beweisstücke siehe hier:

Vielen Dank an Jörg für den Hinweis und den erläuternden Text.

Zur Loveparade: Überheblichkeit und Verantwortungslosigkeit

26. Juli 2010 – 12:19

Zwei Tage nach dem Vorfall (Ich schreibe bewusst nicht Unglück oder Katastrophe, denn dies würde implizieren, dass es sich dabei um höhere Gewalt gehandelt hat. Momentan ist aber davon auszugehen, dass das Ereignis durch Versagen bei der Organisation und evtl. sogar groteske Fahrlässigkeit auf Seiten der Verantwortlichen ausgelöst wurde.) auf der diesjährigen Loveparade in Duisburg, bei dem 19 Menschen getötet und weitere 342 verletzt wurden, möchte ich meinen persönlichen Eindruck schildern.

Zunächst noch einmal zum Ablauf der Ereignisse und der Begleitumstände.

Bereits als die ersten Nachrichten über Massenpanik und Tote auf der Loveparade, unter anderem über Twitter bekannt wurden, kam Kritik an der Organisation des Massenevents auf. So merkten Augenzeugen an, dass der Zugangsweg über den nun sattsam bekannten Tunnel deutlich unterdimensioniert für eine Veranstaltung diesen Ausmaßes war. Zudem habe es verschiedene im Nachhinein als fragwürdig zu bezeichnende Entscheidung der Sicherheitskräfte gegeben. So wurden die Menschen an den Tunnelenden nicht in 2 Richtungen (eine zum Veranstaltungsgelände, einer davon weg) separiert, was bei gleichzeitig aus beiden Richtungen strömenden Menschen die Situation wohl noch deutlich verschärft hat. Auch wurde der Tunnel von der Polizei am Ausgang und nicht etwa am Eingang gesperrt, als klar wurde, dass viel zu viel Menschen auf das Gelände strömten. Dies hatte zur Folge, dass weiterhin Menschen in den Tunnel strömten, aber weiterhin niemand heraus konnte.

Nach dem ersten Schock über das Ereignis versuchten dann allerdings vor allem die politisch Verantwortlichen – Veranstalter Rainer Schaller, seines Zeichens Gründer von McFit, schien weiterhin zu keiner klaren Aussage fähig – die Deutungshoheit des Ereignisses wieder an sich zu reißen. PR-geübt wie sie sind, versuchten Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, sein Sicherheitsdezernent Wolfgang Rabe, der zum ‘Panikforscher’ stilisierte und am Sicherheitskonzept der diesjährigen Loveparade beteiligte Prof. Dr. Michael Schreckenberg, sowie die Duisburger Polizei, Informationen zu streuen und die Verantwortung von sich zu weisen.

Als Ursache wurden dabei betrunkene Teilnehmer angeführt, die sich nicht an die Regeln gehalten hätten. Dass bei solchen Ereignissen nunmal viel getrunken wird und deshalb auch mit Betrunkenen zu rechnen ist, wurde scheinbar im Vorfeld vollkommen ignoriert. Eine Massenpanik wurde zunächst vollkommen geleugnet. Die Toten seien von einer abgesperrten Treppe abgestürzt, zu der sie sich unerlaubterweise Zugang verschafft hätte. Wie dann später bekannt wurde, haben in der Tat Menschen versucht, auf besagte Treppe zu gelangen, allerdings nur um in blanker Not der Massenpanik zu entkommen. Laut Augenzeugenberichten halfen beherzte Polizisten gar teilweise dabei, Menschen über diesen Weg aus der Gefahrenzone zu bekommen.

Wenig später wurden weitere Nebelkerzen gezündet. So wurde unter anderem behauptet, die Toten seien über 9 Meter in die Tiefe gestürzt. Allerdings findet sich am Unglücksort keine Stelle, aus der man 9 Meter abstürzen könnte. Auch wurde vom Oberbürgermeister und seinem Sicherheitsdezernenten behauptet, die Notärzte hätten vor Ort bei den Verletzten Rückenmarksverletzungen festgestellt, was ihre These untermauere. Wer sich nun ein bisschen mit den Gegebenheiten im Rettungsdienst auskennt, weiß dass kein Notarzt vor Ort eine derartige Diagnose treffen wird. Allenfalls wird eine entsprechende Verdachtsdiagnose gestellt, unter anderem um sicherzustellen, dass der Patient angemessen und schonend transportiert wird. Eine definitive Diagnose dieser Art kann und wird aber kein Notarzt treffen, denn dazu bedarf es ausführlicher Tests und schwerer medizinischer Geräte wie z.B. Computertomographen.

Weiterhin war im allgemeinen Jubel im Vorfeld und zu Beginn der Veranstaltung von 1,4 Millionen Besuchern die Rede. Als niemandem mehr zum Jubeln zumute war und klar wurde, dass das Gelände und der Zugang deutlich zu knapp dimensioniert waren, waren es plötzlich nur noch 250.000 oder gar noch weniger. Offensichtlich wurde hier bereits mit Vertuschungsversuchen begonnen.

Was sind aus diesen Vorgängen nun für Schlussfolgerungen zu ziehen?

Auch wenn die Ruhrbarone all zu schnell auf ihr Lieblingsthema – die unfähige Ruhrpott-Bürokratie – aufsprangen und sich dabei deutlich im Ton vergriffen so haben sie meiner Ansicht nach in der Sache durchaus Recht:

Gierig nach landesweiter Publicity und besoffen von den gigantischen Zahlen des Großereignisses Loveparade, haben die Verantwortlichen der Stadt Duisburg, der Ruhr 2010 und des Loveparade Veranstalters Lopavent GmbH Vorsichtsmaßnahmen in den Wind geschlagen.

Wie mittlerweile bekannt wurde, hat die Feuerwehr Duisburg bereits vor Wochen vor der mangelnden Sicherheit bei einem solchen Event gewarnt. n-tv berichtet mittlerweile, dass es gar eine Sondererlaubnis der Stadt Duisburg gab, welche die Veranstaltern von der Einhaltung der vorgeschriebenen Breiten der Fluchtwege befreite. Gleichzeitig wurden von den verantwortlichen Beamten scheinbar keine Feuerwehrpläne erstellt.

Dieser ganze Vorgang ist leider bezeichnend für die Art und Weise, mit der die Politik im Allgemeinen und im Ruhrgebiet im Besonderen agiert: Da wurde selbstverliebt und sich selbst überschätzend, das Wohl der Bürger geflissentlich ignorierend, eine gigantische PR-Aktion inszeniert, die sich der verantwortliche Oberbürgermeister Sauerland, auf dessen persönliches Eingreifen hin die Loveparade doch noch in Duisburg statt fand, bei Erfolg ans eigene Revers geheftet hätte. Bei Erfolg wäre er der strahlende Macher gewesen, der die Loveparade nach Duisburg geholt hat. Seine Wiederwahl wäre gesichert gewesen.

Leider bekommt man nur all zu oft den Eindruck, dass es gerade im Ruhrgebiet nicht um das Wohl des Bürgers geht, sondern um persönliche Eitelkeiten der hiesigen Fürsten. In den meisten Fällen wird dabei allerdings ‘nur’ das Geld der Bürger verschwendet. In diesem Fall ging es allerdings nicht nur um Geld, sondern um die Sicherheit der Bürger. Die Frage muss daher erlaubt sein, ob derartig selbstverliebten und überheblichen Politikern überhaupt noch die Verantwortung für dermaßen wichtige Fragen übertragen werden darf.

Achja, Verantwortung. Absehen von Arroganz und Überheblichkeit zeigt sich hier leider ein weiteres Problem: Politiker handeln zunehmend verantwortungslos. Nicht nur wird wie hier fahrlässig ein Großereignis organisiert, das eine Stadt wie Duisburg gar nicht alleine handhaben und verantworten kann. Nein, wenn es zu Problemen oder gar derartigen Ereignissen wie gestern kommt, wird flugs jedwede Verantwortung von sich gewiesen. Selbst wenn sich doch noch herausstellen sollte, dass die Duisburger Stadtverwaltung keine Mitschuld trägt, so hätten sich doch zumindest Oberbürgermeister Sauerland und Organisator Rainer Schaller ihrer Verantwortung stellen müssen. Stattdessen haben sie sich unter Verweis auf laufende Ermittlung aus der Affäre und so ihren Kopf fürs Erste aus der Schlinge gezogen.

Wer nicht bereit ist, auch für etwaige Probleme eines Events dieser Größenordnung einzustehen, sollte auch keines in seine Stadt holen bzw. organisieren. Allein schon für diese Fehleinschätzung müsste Oberbürgermeister Sauerland zurücktreten.

Und auch wenn natürlich der Organisator – die Lopavent GmbH – einen Großteil der Verantwortung trägt, so liegt die Verantwortlichkeit für ein funktionierendes Sicherheitskonzept in den Händen der Stadtverwaltung und der Polizei. Ein Veranstalter muss sich darauf verlassen können, dass die Stadtverwaltung entweder ein geeignetes Sicherheitskonzept entwirft oder die Veranstaltung ansonsten absagt.

Letzteres ist hier genau nicht passiert, sondern es wurde auf die fürs Ruhrgebiet scheinbar so typische Weise gemauschelt, was das Zeug hält. Nach dem Motto: Du hilfst mir bei meiner Wiederwahl, ich sichere dir deinen Profit.

Dieses ‘erprobte’ Vorgehen ist hier leider gründlich und auf schlimmst mögliche Weise schief gegangen.

Update: Wie der Spiegel berichtet ist die Bundespolizei mit “dem ganz großen Staubsauger” (Zitat!) angerückt und hat ihre Aufzeichnungen zur Loveparade gelöscht! Sollte sich das bewahrheiten, würden sich die Vorgänge um die Loveparade zur Staatskrise auswachsen. Wenn Verwaltung und Polizei nicht nur offensichtlich nicht in der Lage sind, für Sicherheit zu sorgen und damit in ihrer Kernaufgabe versagen, sondern zudem noch aktiv Ermittlung behindern, um sich selbst zu schützen, dann stellt sich die Frage nach deren Daseinsberechtigung.

Weitere Links zum Thema:

Sonntagsrätsel 25.07, heute von Janny – gelöst von lbwo!!!

25. Juli 2010 – 02:57

Nichts Verpixeltes heute! Wo bedindet sich diese Frau? Danke an Janny!

lwbo: Forsthaus Specht vom Parkplatz aus !

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Sonntagsrätsel – Spezial

18. Juli 2010 – 11:00

Wer weiß, was auf folgendem Bild zu sehen ist und vor allem, was es damit auf sich hat?

onkel_fisch: Das sind doch bestimmt die “Rohbauten” für das Parkhotel im Berne-Park in Ebel.

Das Hotel soll noch im Juli eröffnen. Buchung ist übers Internet möglich. Als Zugangscode wird dann ein Zahlencode per eMail zugeschickt. Die ‘Zimmer’ sind mit Doppelstockbetten für 2 Personen ausgestattet. Der Preis ist frei wählbar.

Danke an tobibus für Foto und zugehöriges Rätsel.

Sonntagsrätsel, 18.07.2010, gelöst von Lieby!

18. Juli 2010 – 02:13

Kleiner Tipp am Anfang: Ziemlich mitten inne Stadt anne Emscher, aber nicht DIREKT im Zentrunm  ..

Lieby: ehemaliges Billard Eck und heutiges Architekturbüro Rosenke/Nikolic

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Jugend-Hostel an der Gungstraße

13. Juli 2010 – 17:50

Kein UFO, sondern das Jugend-Hostel an der Gungstraße neben ALDI. Die Ähnlichkeit mit einem Raumschiff ist nicht zu leugnen  :-)

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Stark im Kommen! Kraneburgs Mühle!

12. Juli 2010 – 22:46

Batenbrockstraße, Bottrop-Boy.  Natürlich in Privatinitiative restauriert. Die Stadt hat keine Kohle …

Demnächst soll hier ein kleines Café entstehen und auch das alte Mühlwerk zu besichtigen sein! Fottos werden folgen, sobald alles fertig ist!

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Sonntagsrätsel 11.07.10, gelöst von Emscher-Aal

11. Juli 2010 – 00:28

Heute richtig schwer … und Glückwunsch wieder mal an Emscher-Aal!!!

“Emscher-Aal: Aaah Aaah! Die City Toilette neben Zeh&Ah”

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Morgen: 4. Internationale Bottroper Leichtathletik-Gala

8. Juli 2010 – 17:25

Am Freitag, 9. Juli, kann man im Bottroper Jahnstadion die Leichtathletik-Weltklasse wieder hautnah erleben. Der Zuspruch bei den Sportlern ist in diesem Jahr so hoch, wie nie zuvor. Mehr als 200 Athleten aus 43 Ländern nehmen bei der 4. Internationalen Bottroper Leichtathletik Gala teil.

Weitere Infos

Die Osterfelder Straße

5. Juli 2010 – 19:46

Sieht richtig idyllisch aus :-)

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